Mumien-Geheimnis: Die versteinerten Leichen von Giovan Battista Rini

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foto: eurac

Mumien-Geheimnis entschlüsselt

Lange Zeit war es ein Geheimnis, wie der in Vergessenheit geratene Einbalsamierer Giovan Battista Rini aus Salò an der westlichen Uferseite des Gardasees in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine anatomischen Mumien hergestellt hat. Ein internationales Forscherteam unter der Koordination des Anthropologen Dario Piombino-Mascali der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) hat nun die Präparate untersucht und konnte schließlich Hinweise auf die bis dahin unbekannte Einbalsamierungsrezeptur entschlüsseln.

Computertomographen-Scans lassen darauf schließen, dass es dem Präparator wahrscheinlich durch Immersion und gleichmäßiges Injizieren eines Gemisches aus Schwermetall-Legierungen gelungen ist, die Körper regelrecht zu versteinern. Aus Bestandsaufnahmen des Krankenhauses in Salò konnte außerdem festgestellt werden, dass Rini Arsen besaß, ein Mittel das oft zur Einbalsamierung verwendet wurde.

Rini hatte vor allem Leichen präpariert, die zu Lebzeiten Mitglieder der Briganten-Banden und des Karbonari-Geheimbundes waren. Menschen, die am Rande der Gesellschaft lebten und sich gegen die Obrigkeit auflehnten und an der Fortentwicklung der italienischen Einigungsbewegung beteiligten. Der Gardesaner Rini hat in Pavia Medizin studiert. Nach einer kurzen Karriere an einem Mailänder Krankenhaus ist er in seine Heimatstadt zurückgekehrt, wo er die Technik der Petrifikation perfektionierte. Rini eiferte seinem Vorgänger Girolamo Segato nach. Neben den versteinerten Objekten zählen zu seiner Sammlung auch Korrosionspräparate ohne Haut-, Binde- und Fettgewebe, die besondere anatomische Details sichtbar machen.

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3 Postings
Liebe Standard-Wissenschaftsredaktion!

Früher gab es zu jedem Bild den Link zum eigentlichen Artikel.

Jetzt ist das die seltene Ausnahme geworden.

Das bringt die Wissenschaftswochenschau auf Gratis-Ubahnzeitungsniveau.

:-(

Redaktion derStandard.at/Wissenschaft
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Wochenschau

Lieber Herr Bombadil,

das liegt daran, dass es früher auch zu beinahe jedem Bild einen entsprechenden Artikel gegeben hat. Mittlerweile ist die Wochenschau weniger ein Best-Of der letzten sieben Tage, als vielmehr eine Sammlung von Themen und den dazu passenden Bildern der vergangenen Woche, die es nicht zu einem eigenen Artikel gebracht haben, auch wenn sie es sich allemal verdient hätten.

Mit freundlichen Grüßen
derStandard.at/Wissenschaft

Giovan Battista Rini - der Prof. Hagen des 19.Jhds

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