Grünen-Chef will eventuellen Fehlbetrag für Fußball-Ticket nachzahlen
Berlin - Der Chef der deutschen Grünen, Cem Özdemir, hat
eingeräumt, von dem Event-Manager Manfred Schmidt zu einem prestigeträchtigen
Fußballspiel in Barcelona eingeladen worden zu sein. Sollte sich herausstellen,
dass Schmidt ihm weniger als den tatsächlichen Ticketpreis in Rechnung stellen
ließ, "werde ich die Differenz selbstverständlich begleichen", sagte Özdemir der
Berliner "Tageszeitung" vom Freitag. Dies lasse er gerade überprüfen.
Die Kosten für Anreise und Übernachtung in Barcelona wurden aus der
Parteikasse der Grünen bezahlt, wie Grünen-Sprecher Jens Althoff bestätigte.
Grund der Reise im August 2011 war demnach ein Treffen Özdemirs mit den
katalanischen Grünen und das Interview einer spanischen Zeitung.
Özdemir sagte der "taz" dazu, die Grünen-Veranstaltung sei lange avisiert
gewesen. "Warum sollte ich es nicht zu einem Zeitpunkt machen, der den
katalanischen Parteifreunden sehr gut gepasst hat und bei dem es auch möglich
war, abends dann bei diesem außergewöhnlichen Fußballspiel dabei zu sein?",
sagte der Grünen-Chef.
Schmidt ist im Zusammenhang mit der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff
in die Schlagzeilen geraten. So wird dem Ex-Sprecher des Präsidenten, Olaf
Glaeseker, vorgeworfen, über die niedersächsische Staatskanzlei die
Veranstaltungsreihe "Nord-Süd-Dialog" des Event-Veranstalters Schmidt gefördert
zu haben. (APA)