Freiwilligen Dienste

Freiwilliges Sozialjahr auf dem Weg

2. Februar 2012, 19:15

Beschluss im Sozialausschuss - Hundstorfer erwartet sich doppelt so viele Teilnehmer

Wien - Das Freiwillige Sozialjahr und die anderen Freiwilligen-Dienste stehen künftig allen Personen ohne einschlägige abgeschlossene Berufserfahrung offen, die zumindest 17 Jahre alt sind. Das wurde am Donnerstag vom Sozialausschuss vereinbart. Die Einsatzdauer muss zwischen sechs und zwölf Monate betragen, maximal 34 Wochenstunden sind erlaubt. Wer jünger als 24 Jahre ist, hat Anspruch auf Familienbeihilfe, im Gegenzug entfällt die seit 2005/06 gewährte Ersatzzahlung in Höhe von 150 € für Teilnehmer am Freiwilligen Sozialjahr. Außerdem ist ein verpflichtendes Taschengeld von Seiten der Trägerorganisationen in zumindest der halben Höhe der Geringfügigkeitsgrenze vorgesehen.

Damit wird etwa der Gedenkdienst, der bisher fast ausschließlich von Zivildienern absolviert wurde, auch für Frauen attraktiver. Die FPÖ begrüßte die Initiative, hätte aber noch weitgehendere Maßnahmen hinsichtlich von Dienstfreistellungen oder zur Förderung von Kleinbetrieben, die Freiwillige beschäftigen, gewünscht. Dem BZÖ mangelte es ebenfalls an Anreizwirkung. Die Grünen hätten sich die Grünen eine großzügigere Regelung bei der Familienbeihilfe gewünscht, damit Jugendliche, die Sozialdienste leisten und später ein Studium aufnehmen, nicht benachteiligt werden.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) meinte, das neue Gesetz schaffe sehr wohl Anreize für die Leistung von Sozialdiensten. In seinem Ressort erwarte man sich eine Verdoppelung der Teilnehmer am Freiwilligen Sozialjahr. (APA)

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16 Postings
el ka
00
12.2.2012, 00:48

1/3 vom taschengeld geht für fahrtkosten drauf, und für den rest sollen sie sich während der arbeitszeit auch noch ein semmerl kaufen ?

arbeit gehört bezahlt... von uns allen... von jenen, die mehr haben, mehr - von den anderen weniger

ansonsten ist es sklavenarbeit

I. O.
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Unsere gesamtes Regierung soll einen

Freiwilliges Sozialjahr dienen, OHNE BEZAHLUNG!
Der Hundsi besonders gern würde ich sehen in einen Seniorenheim!

Nichtschweiger
 
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Sehr gut als nächster Schritt können wir es dann verpflichtend für alle machen!

Seit der Einführung des Zivildienstes ist ohnehin nicht mehr zu verstehen warum nur Männer zum Militär oder Zivil-Dienst verpflichtend sind. Eine einbeziehen von Frauen wäre eine entscheidende Hilfe bei der Lösung des Pflegeproblems welches sich mit steigender Lebenserwartung Jahr für Jahr verschärft!

sterngucker
 
08
Nein, können wir nicht

Zum x-ten Mal: Zwangsarbeit widerspricht der Menschenrechtskonvention. Ich weiß, das zählt für Sie nicht, weil für Sie der Markt alles entscheidet, aber glücklicherweise ist Ihre Meinung nicht ausschlaggebend.

Andi222
02
"Zwangsarbeit widerspricht der Menschenrechtskonvention" --> hat den österreichischen staat auch nicht daran gehindert, Zwangsarbeit nur für die männliche Bevölkerung (Wehrpflicht) sogar in der Verfassung festzuschreiben !!!

sterngucker
 
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Das liegt daran, daß es für Wehrdienst eine Ausnahmebestimmung gibt.

Andi222
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Dass es eine Ausnahmeregelung für sexuelle Diskriminierung (im Falle der Wehrpflicht) gibt, erscheint Ihnen nicht moralisch verwerflich?

sterngucker
 
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Doch, das tut es

Wie kommen Sie auf die Idee, daß ich das gutheiße?

Erwin Wolfram
01
auszug aus einer rede minister hundstorfer

meine freunde, nachdem wir das freiwillige zivildienstjahr, die freiwillige berufspraxis, ohne bezahlung und anmeldung - was nur frueher als zwangsarbeit galt - die freiwillige berufspraxis ohne bezahlung und die praxis ohne entgelt auf breiter front eingefuehrt haben die lebenskosten aber erhoehen konnten, indem wir uns perfekter uebergriffe, die wir von der nazipsychologie decken liessen, bedient haben - das war fuer uns alles nicht umsonst, wir mussten viele verbrecher und korruptionisten live im tv decken, die zu viel wussten - konnten wir unsere taschen in der krise noch mehr fuellen. wir nannten das vollbeschaeftigung. da uns die opfer jetzt auf die pelle ruecken stellen wir die "guten" und die "sozialen" ein um diese "zu pflegen".

dr. ecksau
 
04
Das freiwillige soziale Jahr, von verschiedenen Seiten betrachtet (und immer a bissl zynisch *seufz*):

Die Rahmenbedingungen für ein FSJ haben sich in den letzten Jahren sicher gebessert (habe sowas vor mehr als 10 Jahren gemacht, damals gab es noch keine Familienbeihilfe bzw. Ersatz), aber ich finde trotzdem nach wie vor, dass hier junge Menschen ausgebeutet werden. Laut Homepage ergreifen 3/4 der AbsolventInnen danach einen Sozialberuf – als ob sie durch ein FSJ dazu ermuntert worden wären. In Wahrheit hat man ohne ein FSJ bei vielen Ausbildungen kaum eine Chance, aufgenommen zu werden – man ist quasi dazu gezwungen, vorher ein FSJ zu machen.

dr. ecksau
 
01
(part 2 -vielleicht geht's ja jetzt...)

Sozialeinrichtungen, die FSJ-Praktikanten beschäftigen, machen das oft zur Abdeckung von Personalmangel bzw. sind dazu gezwungen: weil nicht mehr Dienstposten „drin sind“, die Anforderungen und Aufgaben aber massiv steigen. FSJ- und andere Praktikanten sollten aber _zusätzlich_ zum Fachpersonal eingesetzt werden und nicht als Ersatz dienen, weil das für Freiwillige(!) eine Zumutung ist und außerdem die Qualität der Arbeit leidet: FSJ sollten zusätzlich für Beziehungsarbeit oder Extraprojekte da sein und nicht, um administrative Aufgaben oder Pflegedienste zu erledigen. Die Einrichtung muss den Einsatz zudem aus dem Budget bestreiten und so woanders sparen – nur damit eine übergeordnete Stelle Personalkosten drücken kann.

dr. ecksau
 
00
(part 2)

Sozialeinrichtungen, die FSJ-Praktikanten beschäftigen, machen das oft zur Abdeckung von Personalmangel bzw. sind dazu gezwungen: weil nicht mehr Dienstposten „drin sind“, die Anforderungen und Aufgaben aber massiv steigen. FSJ- und andere Praktikanten sollten aber _zusätzlich_ zum Fachpersonal eingesetzt werden und nicht als Ersatz dienen, weil das für Freiwillige(!) eine Zumutung ist und außerdem die Qualität der Arbeit leidet: FSJ sollten zusätzlich für Beziehungsarbeit und Extraprojekte da sein und nicht, um administrative Aufgaben oder Pflegedienste zu erledigen. Die Einrichtung muss den Einsatz zudem aus dem Budget bestreiten und so woanders sparen – nur damit eine übergeordnete Stelle Personalkosten drücken kann.

santa fe
 
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freiwilliger arbeit gehört die zukunft, und echte arbeit, arbeit die wirklich befriedigt, ist immer auch sozialarbeit, zumindest im weitesten sinn.

ein entscheidender schritt in diese richtung wird die einführung des

BEDINGUNSGLOSEN GRUNDEINKOMMENS für alle sein.

für das studium dieser materie fehlte min. hundstorfer bisher die zeit, weil er dachte, das sei nicht so wichtig. er wacht hoffentlich auf, wenn der überraschende erfolg des freiwilligen sozialjahres eintritt.

sein bekenntnis zur mindestsicherung und NUR zur mindestsicherung, ist im grunde asozial, denn es grenzt die armen nicht nur gesellschaftlich aus, es stigmatisiert sie als verursacher krise, und das liegt im interesse der wahren verursacher, der internationalen finanzindustrie (FI), deren direktiven sich unsere politiker aus gewissen gründen nicht zu entziehen zu können glauben.

alex3772
02

es ist auch schade, dass das freiwillige soziale jahr wieder nur leuten überlassen bleibt, die es sich leisten können(durch eltern, oder sonstige unterstützung).

mir ist schon bewusst, das ein freiwilliges jahr ein opfer von den leuten verlangen muss, die sich dafür entscheiden, sonst wäre es nichts anderes als ein job. aber ein bissal mehr als 150€ taschengeld könnt man sich schon erwarten.

Saurer Zivi
07
Was soll das nun wieder?

Solange die "allgemeine" Wehrpflicht besteht, ist doch jeder Vorstoß zum sozialen Jahr zum Scheitern verurteilt.

Oder wird ernsthaft jemand überlegen, zuerst 16 Monate Gedenkdienst im Rahmen des Wehrersatzdienstes zu machen, für den er sich vor einer Stellungskommission wie ein Stück Fleisch in un/tauglich (un/genießbar) stempeln lassen muss, um danach die Vorzüge eines SJ zu genießen?!

ohne klare Positionierung zur "allgemeinen" Wehrpflicht gemäß Art 9a Abs3 B-VG ist das SJ eine weitere, dramatische Diskriminierung junger ö Männer aufgrund ihrer primären Geschlechtsmerkmale:

1) Hoden 2) Penis 3) Epididymes 4) vasa def. 5) vesicula seminalis 6) prostata 7) glans Cowper und 8) scrotum.

anno 2012 - Irrsinn.

Erbärmlichst!

sterngucker
 
00
Die Geschlechtsmerkmale haben Sie aber schon lange nicht mehr aufgezählt

Das ist mir schon richtig abgegangen. Ein bisserl detaillierter könnte es aber schon sein:

1. Linker Hoden
2. Rechter Hoden

etc. Es wird ohnedies viel zu viel simplifiziert in der Sozialjahrsdebatte!

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