Alzheimer wandert wie Infektion durchs Gehirn

3. Februar 2012, 11:56
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Erkenntnisse könnten den Forschern dabei helfen, die Ausbreitung der Krankheit hinauszuzögern

Washington - Forscher der New Yorker Columbia-Universität fanden heraus, dass sich Alzheimer im Gehirn wie eine Infektion ausbreitet, indem das nicht normal funktionierende Tau-Protein von einem Neuron zum anderen "springt". Das geht aus Tierversuchen mit gentechnisch veränderten Mäusen hervor, deren Ergebnisse am Mittwoch im Online-Fachmagazin "PLoS One" veröffentlicht wurden.

Die Erkenntnisse könnten nach Angaben der Forscher dabei helfen, die Ausbreitung der Krankheit hinauszuzögern oder sogar zu stoppen. "Der erfolgreichste Ansatz wäre, Alzheimer so zu behandeln wie wir Krebs behandeln", sagte der Neurologieprofessor Scott Small. Auch Alzheimer müsse früh entdeckt und behandelt werden, "bevor es die Chance hat, sich auszubreiten". Denn in einem früheren Stadium sei eine Therapie am erfolgversprechendsten.

Eiweißablagerungen

Morbus Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Die Erkrankung führt zum Verlust von geistigen Funktionen wie Denken, Sprache, Urteilsfähigkeit und Orientierung sowie zum Absterben oder einer starken Schädigung von Gehirnzellen vor allem in der Hirnrinde. Das Gehirn von Alzheimer-Kranken weist typische Eiweißablagerungen auf. Schon frühere Studien hatten nahegelegt, dass die Krankheit im für das Gedächtnis wichtigen sogenannten entorhinalen Kortex beginnt und sich von dort auf andere Hirnregionen ausbreitet. (APA, red)

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    Die Forscher versprechen sich von den Ergebnissen neue Ansätze für Therapien gegen die Demenz.

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