Erkenntnisse könnten den Forschern dabei helfen, die Ausbreitung der Krankheit hinauszuzögern
Washington - Forscher der New Yorker Columbia-Universität fanden heraus, dass sich Alzheimer
im Gehirn wie eine Infektion ausbreitet, indem das nicht normal funktionierende Tau-Protein von
einem Neuron zum anderen "springt". Das geht aus Tierversuchen mit gentechnisch veränderten Mäusen hervor, deren Ergebnisse am Mittwoch im Online-Fachmagazin "PLoS One"
veröffentlicht wurden.
Die Erkenntnisse könnten nach Angaben der Forscher dabei helfen, die
Ausbreitung der Krankheit hinauszuzögern oder sogar zu stoppen. "Der
erfolgreichste Ansatz wäre, Alzheimer so zu
behandeln wie wir Krebs behandeln", sagte der Neurologieprofessor Scott Small.
Auch Alzheimer müsse früh entdeckt und behandelt
werden, "bevor es die Chance hat, sich auszubreiten". Denn in einem früheren
Stadium sei eine Therapie am erfolgversprechendsten.
Eiweißablagerungen
Morbus Alzheimer ist die häufigste Form der
Demenz. Die Erkrankung führt zum Verlust von geistigen Funktionen wie Denken,
Sprache, Urteilsfähigkeit und Orientierung sowie zum Absterben oder einer
starken Schädigung von Gehirnzellen vor allem in der Hirnrinde. Das Gehirn von
Alzheimer-Kranken weist typische
Eiweißablagerungen auf. Schon frühere Studien hatten nahegelegt, dass die
Krankheit im für das Gedächtnis wichtigen sogenannten entorhinalen Kortex
beginnt und sich von dort auf andere Hirnregionen ausbreitet. (APA, red)