Schiefergas

Grüne geben gegen "Fracking" Gas

Roman David-Freihsl, 2. Februar 2012, 19:06
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    foto: standard/hermann

    "Fracking" in Pennsylvania. In den USA verursacht die Schiefergasförderung massive Umweltprobleme. Die OMV will in Österreich sauber fördern. Die Grünen lehnen das Projekt vehement ab.

Der Umweltminister ist gegen, der Wirtschaftsminister für die Schie­fer­gas-Förderung. Letzterer kann das OMV-Projekt beschließen, die Grünen laufen Sturm

Wien - "Das Gas soll im Gestein bleiben", hatte Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) im Standard gefordert: "Ich bin absolut gegen die Förderung von Schiefergas." Allein: "Das Umweltministerium ist nicht die entscheidende Behörde", kritisierte die grüne Energiesprecherin Christiane Brunner am Donnerstag. "Die Probebohrungen im Weinviertel müssen nur nach dem Mineralrohstoffgesetz genehmigt werden und sind nicht UVP-pflichtig." Sprich: Die bei Poysdorf und Herrnbaumgarten geplanten Probebohrungen könnten ohne Umweltverträglichkeitsprüfung von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) beschlossen werden, der sich bereits positiv dazu geäußert hat.

Die Grünen-Energiesprecherin hält dem nun entgegen, dass Österreich ohnehin "Schlusslicht bei den Kiotozielen" sei und durch die Förderung und Verbrennung von Schiefergas in Österreich pro Jahr weitere "15 bis 20 Millionen Tonnen CO2 dazukommen würden. Das wäre etwa noch einmal so viel, wie Österreich schon jetzt vom Kiotoziel entfernt ist."

Auch stehe in der von Berlakovich und Mitterlehner erarbeiteten Energiestrategie für Österreich "kein Wort von Schiefergas drinnen", betont Brunner. Sie befürchtet daher, dass das Schiefergas nicht, wie von der OMV propagiert, als "Brückenenergie" bis zum Ausbau des erneuerbaren Energiesystems diene - sondern die Energiewende verzögere.

"Triple-E"

Berlakovich begründete seine ablehnende Haltung auch mit dem Hinweis, dass Österreich auf ein "Triple-E" setzen müsse: Erneuerbare, Effizienz und Energiesparen - und verwies auf die negativen Erfahrungen in den USA mit der "Fracking"-Technologie. Bei diesem "Hydraulic Fractioning" wird Wasser mit einem Sand- und Chemiegemisch in rund 5000 bis 7000 Meter Tiefe gepresst, wodurch die Gesteinsschicht aufgesprengt und Gas freigesetzt wird. Probleme verursachen dabei etwa der Chemie-Cocktail, der wieder an die Erdoberfläche kommt, austretendes Schiefergas, aber auch Methan.

Die OMV verspricht nun für die Förderung in Österreich eine neue Fracking-Methode, die ohne chemische Zusätze auskomme. Erst diesen Dienstag hatte der Vorstandsvorsitzende von ExxonMobil Central Europe, Gernot Kalkoffen, in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärt, er erwarte, dass in zwei Jahren eine neue Fracking-Methode ohne Einsatz von Giftstoffen möglich sein könne.

Für Christiane Brunner bleibt es "ein Wahnsinn, dass ein derart riesiges Projekt, das nicht nur die Energie- und Klimasituation Österreichs, sondern auch die Umweltsituation im nördlichen Weinviertel massiv verändern wird, ohne eine einzige Parteienstellung der Anrainer durchgeführt werden kann. Wenn der Umweltminister etwas gegen das Fracking tun will, dann sollte er sich dafür einsetzen, dass das UVP-Gesetz entsprechend geändert wird." (Roman David-Freihsl, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 3.2.2012)

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Andrea Puritsch
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Bohrarbeiter packt aus...

http://a4gda.blogspot.com/2011/03/e... ng-in.html

Mir fehlt bis jetzt immer noch eine Aussage hinsichtlich Langzeitauswirkungen. Gibt es bereits Erfahrungswerte ob die Containments (Stahl- und Betonschichten zum Schutz des Trinkwassers) über Jahrzehnte hinweg dicht sind? Dies sollte meiner Meinung nach auch für die Zeit nach den Bohrungen und der Ausförderung sichergestellt sein.

Das Risiko bei dieser Abbaumethode liegt ausschließlich bei der Region. Im Schadensfall sind die Auswirkungen nicht abschätzbar und sollten mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung betrachtet werden.

http://www.weinviertelstattgasviertel.at

pastassi
02
Fortschrittsgläubige und Wirtschaftsliberale

sind alles Vollidis - die die Zeichen der Zeit nicht erkennen!

Seit Anfang des 19 Jahrhunderts reden sie alles schön, was ihnen zum Profit gereicht und nehmen für ihren Wohlstand sogar Kriege in Kauf. Solange uns nichts auf den Kopf fällt, ist es ja lustig beim Thema Klimaerwärmung nicht in den pazifischen Raum oder nach Afrika zu schauen, sondern auf Sibirien zu verweisen (haha) oder polemisch das Wort "Steinzeit" als einzige Alternative aufzuzeigen.
Der Horizont differenzierter Problemananlyse ist tatsächlich weiter als ein Pünktchen in einem der reichsten Länder der Erde...

Assur
22
Maschinenstürmer und Grüne

sind alles Vollidis - die die Zeichen der Zeit nicht erkennen!

Anfang des 19 Jahrhunderts waren die geistigen Vorfahren dieser Ökokoffer sogar gegen die Eisenbahn, weil sie fürchteten die Welt würde untergehen wenn die Eisenbahn vorbeifährt!

nix fir unguad
00
Auch auf die Gefahr hin dass es niemand mehr liest

Nichts gegen die OMV, ich würde mich freuen wenn diese Gasquellen den Aktienwert positiev beeinflussen und der OMV einen höheren Profit bescheren könnten.
Müssen aber nicht Explorations für Gas-& Ölfelder international ausgeschrieben werden?

Eine UVP für die Probebohrungen finde ich schon etwas überspitzt. Die beeinflussen ja nur zwei kleine Grundstücke. Für 6 Windräder die viel mehr Land beanspruchen braucht es keine UVP. Da wollen die Grünen wieder alles drehen wie es ihnen gerade passt. Für eineUVP für eine eventuelle komerzielle Förderungg spreche ich mich aus. Auch für eine anfängliche Begrenzung um mögliche Schäden gering zu halten.Wenn sich alles bewährt hat, kann man die Förderung hochfahren.DasGas imBoden verliert nicht an Wert

DM2006
00

Mit Ausnahme der Flaechen von Gewinnungsfeldern und Aufsuchungsgebieten, kann jedes Unternehmen (nach MinRoG und EU Recht) um ein Aufsuchungsgebiet im Bundesgebiet ansuchen.

Die Gegend um Poysdorf liegt aber schon im OMV Aufsuchungsgebiet-Niederoesterreich.
Dieses Aufsuchungsgebiet ist 3891 km2 gross und umfasst so ziemlich das gesamte Wiener Becken.
Die OMV und die RAG haben sich ihre grossen Aufsuchungsgebiete in die EU reingerettet (es hat dazu ein Urteil der EU Kommission gegeben).
International ueblich sind kleinere Aufsuchungsgebiete, die nach ein paar Jahren wieder verfallen.
Die Aufsuchungsgebiete finden Sie auf S.66 im Montanhandbuch.
http://www.bmwfj.gv.at/EnergieUn... 202011.pdf

nix fir unguad
01
Naja, wenn das so ist dann muss man das auch akzeptieren

Hinterfragen kann muss man es mal.
Ich habe ja auch gesagt dass ich im Prinzip mit den Explorationsrechten für die OMV zufrieden bin. Schliesslich fliessen ein grosser Teil der Gewinne wieder in den Staatssäckel und wir profitieren von den Steuerzahlungen. Vielleicht hilft uns das Gas einen Teil unserer Pensionen zu sichern.

DM2006
00

Es hat Vor und Nachteile (der Vorteil von mehr Lizenzen, um die sich auch kleinere Unternehmen bewerben koennten, waere wahrscheinlich eine groessere Explorationsaktivitaet welche auch zumindest kurzfristig auch zu mehr Foerderzins fuer die Republik fuehren wuerde).
Aber von der Regulierbarkeit (Umweltschutz, etc...) und auch volkswirtschaftlich ist die momentane Aufteilung der Aufsuchungsgebiete in OE nicht so schlecht und wahrscheinlich besser (vor allem weil die OMV und die RAG teilweise in oeffentlichem Besitz sind).

DM2006
00

Es hat Vor und Nachteile (der Vorteil von mehr Lizenzen, um die sich auch kleinere Unternehmen bewerben koennten, waere wahrscheinlich eine groessere Explorationsaktivitaet welche auch zumindest kurzfristig auch zu mehr Foerderzins fuer die Republik fuehren wuerde).
Aber von der Regulierbarkeit (Umweltschutz, etc...) und auch volkswirtschaftlich ist die momentane Aufteilung der Aufsuchungsgebiete in OE nicht so schlecht und wahrscheinlich besser (vor allem weil die OMV und die RAG teilweise in oeffentlichem Besitz sind).

Arno Niesner
 
00
Bullshit

Wer sich über die Erhöhung des OMV-Aktienwertes freut ist schon nicht mehr neutral. Dazu kommt die Meinung, für derlei Maßnahmen sei eine UVP "schon etwas überspitzt".

Ich frage mich: wann soll denn dann eine UVP passender sein, als bei einem derart gravierenden Eingriff in die Natur?

Eine anfängliche Fördermengenbegrenzung hat auch keinen Sinn. Denn wenn etwas einmal genehmigt ist, dann erfolgt die baldige Ausweitung mit Sicherheit. Doch aufgrund der wesentlich tieferen Bohrungen als in den bisherigen Erfahrungsgebieten über dem großen Teich ist eine umweltspezifische Auswirkung an der Oberfläche erst in Jahrzehnten zu erwarten.

So lange wartet kein Investor, dessen Aktienkurs sie ja im Auge behalten und steigen sehen wollen!

nix fir unguad
00
Keine UVP für Probebohrungen - UVP für Förderung

Das ist doch logisch.
Eben weil Auswirkungen vielleicht erst in 10Jahren sichtbar sein könnten eine begrenzte Förderung am Anfang. Man nennt dies Risikominimierung.
Sind Sie bereit mehr Steuern zu zahlen? Wenn schon, dann führen Sie eben mehr an das Finanzamt ab. Zwingen Sie aber nicht andere Leute das selbe zu machen.
Wenn die negatieven Umweltauswirkungen im Rahmen bleiben dann ist es wohl sinnvoller dass man einen grösseren Teil des Gasbedarfs im Inland deckt sodass das Geld im Land bleibt als es den Russen in den A***h zu schieben.
Aber die Grünen haben noch nie Denken können. Die bauen Windkraftanlagen und scheren sich überhaupt nicht darum dass die angrenzenden Bewohner Wertverluste für ihr Eigenheim hinnehmen müssen.

Arno Niesner
 
00

1. Ich bin kein Grüner.
2. Windkraftanlagen werden nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen errichtet.

Arno Niesner
 
00

Aus welcher PR-Rubrik hast denn diesen Text rauskopiert?

nix fir unguad
00
PR - weil ich das alleinige Explorationsrecht der OMV hinterfrage?

Weil ich die anfängliche Fördermenge begrenzen will?
Wohl eher umweltbedacht als OMV-PR.
Ausgewogenes Verhalten ist eben etwas was die Grünen noch nie besessen haben und leider nie besitzen werden. Nur blinder Fanatismus ist was bei diesen Leuten zählt.

Arno Niesner
 
00
Alles eine Frage des Geldes! Oder doch nicht?

Auch Kanada hat die Rechnung ohne die Wirten im Westen (Indianerstämme) und Süden (Obama) gemacht. Und als sie merkten, es geht sich hinten und vorne nicht mehr aus: plumps und sie waren draußen aus dem Kyoto Qualitätszirkel! Jetzt schauen sie blöd aus der Wäsche.

Was das hiesige Schiefergas anlangt wird sich zeigen, wer die Stärkeren sind. Die Hoffnung darf selbstverständlich nicht aufgegeben werden, das ist schon richtig. Die Engagierten im eiskalten Hainburg geben noch heute - und angesichts der seither vielen misslungenen Versuche, ähnliche Erfolge einzufahren: mehr denn je - Zeugnis davon. Der Geldbeutel hat eben nicht immer das letzte Wort.

In diesem Sinne: Glück auf! Und rettet am Klima, was noch zu retten ist.

F G
02
Sehr geehrte Frau Brunner!

Wenn wir in Österreich Gas fördern, werden wir nicht mehr verbrennen sondern weniger aus Russland kaufen.
Hochachtungsvoll

Staatssekretär
10

Wenn sie Zugang zu einer "Gratistankstelle" haben, werden sie dann tendentiell gleich viel, weniger oder mehr mit dem Auto fahren?

Die Gasprom hat erst im Vorjahr Lieferverträge mit Österreich verlängert - da hängen wir ohnehin für die nächsten 20 Jahre und mehr drinnen.

M L3
00
Vermutlich ziemlich gleich - ich fahre ja niocht, um Benzin zu verbrennen, sondern um an ein Ziel zu kommen

F G
01

Auch österr. Gas, sollte es je gefördert werden, wird nicht gratis sein. Die Abhängigkeit von den Konflikten Russland - Ukraine wird jedenfalls kleiner, erscheint mir als wünschenswert.

cannery row
01
nein zu..

schiefergas, wasserkraft (biotopgefährdung), windrädern (verschandelung), atomkraft (sowieso).
solange man keinen strom aus birkenstockschlapfen gewinnen kann, wird man wohl irgendwas zulassen müssen.

greenling
00
Warum ist Mensch so dumm?!

M L3
10
Warum sind die Grünen so dumm?

Einfach gegen alles sein ist nur scheinbar leicht. Ich hoffe, denen dreht bald jemand den Strom einmal für 1-2 Tage ab und das Gas zum heizen - am besten gleich jettz wo es ordentlich kalt ist. Und überall werden sie auch nicht mit dem Fahrrad hinfahren und können. Ich hätte ja nichts dagegen, wenn sie für sich alleine beschliessen würden, zurück in die Steinzeit zu wollen. Aber ich will hier in unserer Zeit leben, mit dem technischen Komfort, den wir entwickelt haben.

dr.no3
12
in einer demokratie würde sowas von den 99% entschieden

bei uns von den 1%

cannery row
00
ich würde..

mit dem begriff demokratie samt verhöhnung der bei uns gebräuchlichen form nicht so leichtfertig umgehen - schauen sie mal nach ägypten, das sehen sie eine andere form der demokratie am werk. und nicht nur dort, beispiele gibts genug.

Plinius
23
ich meine dazu,...

...wenn die Russen jetzt 30% weniger Gas anliefern und wegen der tiefen Tempoaraturen ca, 50% mehr Gasverbrauch anfällt ist es nur logisch dass sich unser Staat auch um Vorkommen bemühen MUSS die die Unabhängigkeit der Versorgung verbessern.
Die OMV sollte daher das umwelt schonende Verfahren zur Gewinnung des Gases als Versuch gestattet werden. Wenns nicht klappt dann kann man die befristete Erlaubnis dazu nicht verlängern...

Allesodanix
00
Haha!

Der Berklakovic ist strategisch dagegen, weil der Mittlehner der Entscheidungsträger ist. Ersterer wahrt sein Gesicht, weil er eh dagegen ist, aber naja, da kann ma halt nix machen, wenn ma nix entscheiden kann.
Leicht zu durchschauen diese ÖVP ...

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