Menschenrechtler hatten Zustände in Gefängnissen kritisiert
Tripolis - Nach Berichten über Folter in libyschen Gefängnissen hat
die Regierung des nordafrikanischen Landes eine Untersuchung angekündigt.
Justizminister Ali Hamida Ashour sagte am Donnerstag, die Verantwortlichen
würden vor Gericht gestellt. Zugleich übernahm sein Ministerium von ehemaligen
Rebellen die Kontrolle über ein Gefängnis in einem Vorort der Hauptstadt
Tripolis mit rund 1.500 Häftlingen, die meisten von ihnen Anhänger des im
Vorjahr gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi.
Ashours Angaben zufolge befanden sich die von den Foltervorwürfen betroffenen
Gefängnisse überwiegend nicht unter der Kontrolle der Regierung. Wie viele
Gefängnisse von Milizen kontrolliert werden, konnte der Minister nicht sagen.
Vergangene Woche hatten die Menschenrechtsorganisation Amnesty International
und die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtet, Folter und Misshandlung
seien in von Militär- und Sicherheitskräften sowie von bewaffneten Milizen
geführten Gefängnissen weit verbreitet. Demnach trafen Mitarbeiter der
Organisationen Gefangene in den Großstädten Tripolis und Misrata sowie in
kleineren Städten wie Gharyan, die deutliche Zeichen von erst kürzlich
erlittener Folter aufwiesen. Ärzte ohne Grenzen beendete daraufhin die Arbeit in
der Küstenstadt Misrata. (APA)