Gehirnforschung

Anomalien führen zu Sucht

2. Februar 2012, 21:58
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    foto: apa

    Ein Sucht-Gen wurde noch nicht gefunden. Schwierigkeiten bei der Impulskontrolle lassen aber leichter zu Drogen greifen.

Gehirnveränderungen machen für Drogen anfällig

Cambridge - Was ist zuerst da: Die Drogensucht, die das Verhalten verändert, oder Anomalien, die für Sucht anfällig machen? Auf zweiteres weist eine im US-Journal Science veröffentlichte Studie von Forschern der britischen Universität Cambridge hin. Sie untersuchten Drogenabhängige sowie ihre gesunden Geschwister und stellten Veränderungen im Gehirn sowie Schwierigkeiten bei der Kontrolle von Impulsen fest.

Für die Studie untersuchten die Forscher 50 Geschwisterpaare und verglichen sie mit 50 gesunden Menschen, die ähnlich alt und intelligent waren. Bei der Lösung von Aufgaben reagierten die Geschwister langsamer und zeigten bei Hirnscans Abweichungen in der weißen Substanz des Gehirns. "Die Nervenverbindungen im Frontalhirn waren weniger effizient als bei der Vergleichsgruppe", sagte die deutsche Psychologin Karen Ersche, die seit zehn Jahren in Cambridge arbeitet.

Die Geschwisterpaare hatten häufiger eine schwere Kindheit und beispielsweise mit häuslicher Gewalt zu kämpfen. Das Risiko, von Stimulanzien wie Kokain oder Amphetaminen abhängig zu werden, sei achtfach höher, wenn es bereits Drogen- oder Alkoholabhängigkeit in der Familie gibt. Das sei ein Hinweis auf eine erbliche Komponente, ohne dass man bislang ein Gen für Suchtgefährdung gefunden habe. Ersche: "Die brennende Frage ist: Was hat die Geschwister geschützt, die nicht krank wurden?" (APA, kri/DER STANDARD, Printausgabe, 27.01.2012)

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Posting 1 bis 25 von 47
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Zinsenfeger
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Somit werden wir immer anomaler

sonst würde die Zahl der Suchterkrankungen nicht laufend steigen ;)

A Voice
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Den Hinweis auf ein Gen sehe ich nicht unbedingt

Die Anfälligkeit zur Sucht kann ja auch anerzogen sein. Zumindest kommt nichts gegenteiliges aus dem Artikel oben heraus.

RW
 
00
Zusammenhang Sucht und Familie

Hat schon ein "Wissenschafter" einmal daran gedacht, dass Sucht ein Familiensystemisches Problem sein kann? Kinder haben zu den Eltern und weiteren Ahnen Loyalitäten. Entweder man folgt oder man lehnt ab. Das ist der Grund warum bei Geschwister ein Teil ev. süchtig wird und der andere nicht. Es gibt kein Sucht Gen und überhaupt was genau ist ein Gen. Viellicht doch die Sippe in der man geboren wird? Das wäre eine spannende Untersuchung!

)so(
10

Vielleicht die Einsicht, dass bewusstseinsverändernde Substanzen keine Probleme lösen, sondern sie erst schaffen. Und bereits existente potenzieren. Ich denke, dass das jeweilige (Sub-)Kultursystem und die Vorbildwirkung der Erwachsenenwelt entscheidend sind. Zigaretten in den 60er und 70ern: Jeder Filmheld hatte eine im Mundwinkel, jede verführerische Blondinenschönheit ebenfalls. Und für Kinder gab' in jedem Supermarkt Schoko- und Kaugummizigaretten mit originalgetreuen Packungsnachbildungen. Den Rest erledigte der Gruppendruck. Ungleich übler wirken bewusstseinsverändernde Substanzen, wirken sie doch gesellschaftszersetzend. Was tun mit dem/der Kiffer/in, die im Drogenrausch Menschen totfährt oder anderen Mist baut um an Stoff zu gelange

Kowosch
 
02

Hat das einen bestimmten Grund, daß sie den Alkohol, der im Zusammenhang mit tödlichen Verkehrsunfällen ja eigentlich definitiv an erster Stelle der bewußtseinsverändernden Substanzen zu nennen wäre, so gänzlich außen vor lassen?

Kulturhistorisch sicher DIE Substanz in Österreich.

P.S.: Beschaffungskriminalität für Marihuana oder Haschisch -das ist wohl auch eher selten. Sind dennoch Substanzen, die - wie Alkohol - nur in die Hände von Erwachsenen gehören. Und mit denen nicht jeder umgehen kann.

PEACETIME
01
meiner Ansicht nach wird das Thema Drogen völlig falsch angegangen:

Einerseits sollte man einmal festhalten, dass verschiedenste Drogen immer schon im menschlichen Gebrauch waren.

Dass, was sich zu früher verändert hat ist, dass sie früher in Zeremonien verwendet wurden, wie heute noch bei Indios.
Drogen sind also, richtig eingesetzt primär also mal nichts schlechtes, es kommt darauf an, was man daraus macht.
Die Verteufelungs und Verbotspolitik ist eigentlich gegen die Natur und somit krank, und damit fängt das Problem Drogen an. Zudem kommt hinzu, dass wir in einer Konsumgesellschaft generell Probleme haben Einhalt zu finden: sonst gäb es keine Game-Sucht, Internetsucht, Computersucht, Kaufsucht, etc.

unser System selbst macht es uns schwer mit so starken Substanzen wie Drogen umgehen zu lernen.
p.A.

Das bin doch ich!
00

Wie soll man mit Heroin verantwortungsvoll und gut dosiert umgehen?

PEACETIME
01
ich denke, man sollte es sich sehr gut überlegen Heroin zu nehmen, sich davor richtig informieren,

und zuvor Regeln aufstellen (zB einmal und nie wieder), wenn man es unbedingt probieren will.

Ich würde aber niemandem raten Heroin zu nehmen, ganz generell;)
Ich sehe nur die Verbotspolitik als sehr problematisch, weil es Menschen unnötig kriminalisiert und somit auch Hilfe verhindert, denn wer outet gerne seine "kriminalität"?
Zudem besteht durch das Verbot die Gefahr, dass falsche Produkte, tödliche Produkte auf den Markt kommen.
Ein Verbot hilft also nur den Verbrechern und schützt in keiner Weise den Konsumenten.
Und Konsumenten lassen sich auch in Malaysien trotz Todesstrafe nicht vom Konsum abhalten. Man sieht also: Verbote verhindern den Konsum nicht, sind also sinnlos.
Also sollte man sich nach Alternativen umsehen...

Das bin doch ich!
10

Aber Verbote bringen zumindest mit sich, dass man das wirklich gefährliche Zeugs - wie Heroin - nicht einfach frei kaufen kann, denn es ist erwiesen, dass sogar eine einmalige Einnahme davon zur Sucht führen kann!
Manche Dinge muss man einfach zum Schutze der Allgemeinheit verbieten, sonst könnte man Mord ja auch straffrei machen, denn gemordet wird ja auch, wenn man dafür eingesperrt wird.... Doch sicher weniger als wenns frei erlaubt wäre! :-) Kriminelles ist nun mal kriminell und es muss Gesetze geben, sonst leben wir ja wie die Wilden in Urzeiten, oder? Hauma uns gegenseitig die Schädeln ein, denn wenn man es verbietet, schränkt das ja nur die persönliche Freiheit, den "Genuss" ein... herje!

M L3
00
Mord passiert aber, obwohl er verboten ist

Und jemand der Drogen unkontrolliert nimmt - bis hin zum Heroin - schädigt primär nur sich selbst, niemand dritten.
Aber auch H führt nicht automatisch bei der ersten Einnahme zur Sucht.

Das bin doch ich!
00

Aber Mord - so wie alles Verbotene - würde öfter passieren, wenn es NICHT verboten wäre!
Und Heroin kann sehr wohl nach einmaliger Verwendung zur Sucht führen!

malso malso
02
ein bissi off-topic,

aber:
aus geldscheinen (wie auf dem foto links) ziehen find ich ekelig... ;)

M L3
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Metallröhrchen sind Topp!

Gibt es im einschlägigen Fachhandel sogar als Miniatur-Staubsauger :-)

peter schmidt
 
01
ein normaler strohalm oder (wenns ein richtiger nilfisk sind) eine bic - kugelschreiberhülle sind besser.

und i hob in kalender g'schaut, heit geht da wind
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Eine Klomuschel ist auch nicht so schlecht.

Danach hat man ein Problem weniger!

:D

higgs - wozu?
516

sucht? auf eine 8 tausender zu rennen? sich alle folgen von the bachelor reinziehen zu müssen? sport zu treiben? süsskram zu futtern? sucht kann nicht nur über externe substanzen generiert werden - viel mehr menschen sind nach ihren körpereigenen drogen süchtig - das wietern haben nikotin und alkohol, unsere legalen einstiegsdrogen, ein suchtpotential das an heroin locker heranreicht, wohingegen substanzen die einen nicht berauschen sondern die sinne "entfiltern" und das bewußtsein erweitern kaum suchtpotential - lsd, dmt, schwammerln etc.
suchtpotential haben nur substanzen, die uns der realität entrücken und berauschen, nicht jene die uns eine überdosis realität eintrichtern.

daher ist der drogenbegriff sowieso neu zu definieren;-))

M L3
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Nicht unbedingt der Drogenbegriff

Aber auf jeden Fall der Sucht- und Suchtmittelbegriff.

wuca
00

ja sucht! also im gröberen zusammengefasst kann es tatsächlich eine sucht sein, alle möglichen achtausender zu besteigen, 10 frauen/männer die woche flachzulegen, süsskram zu futtern oder auch solch masochistische züge zu pflegen wie "alle folgen von bachelor reinziehen zu müssen".

psychische abhängigkeit wird entgegen der körperlichen abhängigkeit (im allgemeinen) stark unterschätzt und der drogen/sucht begriff ist eigentlich sehr gut und klar definiert, nur wird er halt vor allem medial nicht so kommuniziert bzw. die meisten leute wollen es nicht hören...

pox vobiscum
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Das Suchtpotential von Alkohol, Nikotin oder auch Cannabis mit dem von Substanzen wie Heroin gleichzusetzen ist grob fahrlässig. Erstens stimmt es absolut nicht und zweitens habe ich gelesen, dass es gar nicht so wenige Süchtige nach harten Drogen gibt, weil diese das Suchtpotential dieser Substanzen nach Erfahrungen mit zB Cannabis total unterschätzten, weil es eben oft in einem Atemzug in der Gefährlichkeit genannt wird (was mir plausibel erscheint).

higgs - wozu?
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na, was du nicht alles gehört hast;-)
alkoholentzug ist sowohl was die dauer, die körperlichen und psychischen probleme sowie die rückfallquote betrifft durchaus mit einem opiatentzug vergleichbar - tabak hingegen ist die gesellschaftliche einstiegsdroge, und auch nikotin verursacht eine starke abhängigkeit - ganz im gegensatz zu thc.
und die meisten opiattote verursachen bei uns heute die legalen ersatzstoffe - auf kosten der krankenkasse.

subspace99
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Vielleicht sollten Sie sich einmal mit einem medizinischem Suchtbegriff vertraut machen, bevor Sie ihn neu definieren wollen. Die meisten Ihrer Beispiele würden sowieso nicht darunter fallen.

hismaster
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genau darum geht es, dass der medizinische Suchtbegriff falsch definiert ist.

wuca
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was genau ist daran falsch?

Nick Tameer
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Gibt es "den" medizinischen Suchtbegriff überhaupt - und inwieweit ist ein Suchtbegriff überhaupt wissenschaftlich?

Micha Do
 
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PS daher ist die Antwort schon gegeben: es GIBT den medizinischen Suchtbegriff sehr wohl

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