Icelandic-DJ-Night am Samstag im Innsbrucker P.M.K.
Ob es an der oft attestierten eigenbrötlerischen Haltung der
Eingeborenen liegt, warum die DJ-Achse Island-Tirol seit Jahren eine
vielbefahrene ist, lässt sich nicht eindeutig belegen. Mit Gewissheit
kommt es jedoch am Samstag im Innsbrucker P.M.K. zur bereits
fünften Auflage der völkerverbindenden Sause namens Icelandic-DJ-Night,
die unter Einbindung bekannter Fachkräfte aus dem Land des bösen Vulkans
einen unverblümten Partyansatz verspricht.
Die Mitglieder der wandelbaren isländischen Musikinstitution Gus Gus,
die seit Mitte der 1990er von Pop bis Techno die Genres in Albumlänge
abgraste und dabei selten eine schlechte Figur machte, bilden einmal
mehr die bewährten Zugpferde der DJ-Night. Namentlich handelt es sich um
Gus-Gus-Kopf President Bongo, der im Verbund mit Jack Schidt als Gluteus
Maximus (für Nichtmediziner: der Hüft- vulgo Arschmuskel) gemeinsame
DJ-Sache macht. Wobei Erstgenannter den Ruf eines Berufswahnsinnigen
genießt, was in solch gelagerten Professionen selten von Nachteil ist.
Der Rest stammt von den einheimischen Plattenreitern Asumi, Casi-o-ton &
Badspin.
Dass die Macher der Wiener Pratersauna ursprünglich aus dem
Marketinggeschäft stammen, wird in den kommenden vier Wochen
hinsichtlich der Programmierung schlagend. Im ohnehin partymauen
Februar, der seit jeher für seine verhaltene Programmierung allerorts
bekannt ist, verzichtet man den ganzen Monat über auf große
internationale DJ-Stars und hält Österreicherwochen ab, um dies
vollmundig als Dienst an der heimischen Musiklandschaft zu verkaufen.
Das nennt man dann wohl, aus der Not eine Tugend machen. Morgen,
Samstag, gibt es Hochwertiges in Richtung Latin von den hiesigen
DJ-Stars Makossa & Megablast, Rodney Hunter, Functionist, Beware und
einer Handvoll mehr. (lux / DER STANDARD, Printausgabe, 3.2.2012)
4. 2., P.M.K., 6020 Innsbruck, 22.00; Pratersauna, 2., Waldsteingartenstr. 135, 22.00