Gesundheitsreform

Zwei rote Wienerinnen ärgern die Schwarzen

2. Februar 2012, 18:33
  • Artikelbild
    foto: der standard/newald

    Hals- und Beinbruch: Verhandlungen über Gesundheitsreform in einer heiklen Phase.

WGKK-Obfrau Ingrid Reischl und Stadträtin Sonja Wehsely versprühen Optimismus in Sachen Gesundheitsreform, Hauptverbands-Chef Hansjörg Schelling ist vorsichtig

Wien - Es klang schon fast nach einem Durchbruch bei der Gesundheitsreform, was die roten Wienerinnen Ingrid Reischl (Obfrau der Gebietskrankenkasse) und Sonja Wehsely (Gesundheitsstadträtin) am Mittwoch verkündet hatten: Ein zentrales Gremium soll künftig die Steuerung des Systems übernehmen, Details seien zwar noch offen, aber eine ordentliche Portion Optimismus durchaus angebracht. Hansjörg Schelling, Vorsitzender des Hauptverbandes (und Schwarzer) ist da deutlich vorsichtiger: Ja, es gebe ein Expertenpapier, das die von Wehsely und Reischl ventilierten Vorschläge beinhalte. Politisch akkordiert sei dieses aber noch längst nicht, sagte Schelling am Donnerstag dem Standard.

Bleibe es beim vorliegenden Papier, dann könne er sich vorstellen, dem zuzustimmen. Schelling sitzt mit Wehsely und Reischl sowie Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ), Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) und Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) in jener im Vorjahr eingesetzten Steuerungsgruppe, die die Reform auf den Weg bringen soll. Schon einmal - nämlich im Oktober vergangenen Jahres - sei man inhaltlich so weit gewesen wie jetzt, habe dann aber auf politischer Ebene keinen Konsens gefunden, sagt Schelling. Nur habe man es damals geschafft, die Debatte nicht öffentlich werden zu lassen. Diesmal könnte die Entscheidung Mitte Februar - beim nächsten Treffen der Reformgruppe - fallen. Umso "ärgerlicher" sei es, "wenn zwei Mitglieder der Gruppe mit Informationen hinausgehen".

Denn eine Fülle von Fragen sei noch offen. So kann Schelling dem Vorschlag des niederösterreichischen Finanzlandesrats Wolfgang Sobotka (VP), das zentrale Steuerungsgremium müsse nicht einstimmig entscheiden, nichts abgewinnen: "Das hieße, dass die Länder immer eine Mehrheit hätten." Offen sei auch die Frage, ob man die Gesundheitsfinanzierung wie bisher als 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern regeln oder gar in der Verfassung festschreiben soll.

"Teufel steckt im Detail"

Auch für Landeshauptmann Pühringer "steckt der Teufel im Detail". Wie die zentrale Steuerung des Gesundheitssystems die Finanzierung beeinflusse, sei etwa noch völlig offen. Bis Ende Februar, meint Pühringer, werde die "große Reform" aber ohnehin nicht fertig sein.

Schelling sagt, er halte zwar nichts davon, Reformen immer zu verschieben - bis diese in Kraft trete, werde es aber bis 2014 dauern. Sein Plan: Ein fixfertiges, unterschriebenes Papier bis Jahresende, Vorbereitungsarbeiten im Jahr 2013 und Umsetzung ab 2014. Erst dann wären auch die Auswirkungen im Budget spürbar, schließlich tritt 2014 der neue Finanzausgleich in Kraft.

Minister Stöger verspricht sich zumindest "Kostendämpfungen" von dem Reformpapier, wenngleich er sich noch nicht auf konkrete Zahlen festlegen will. Für das Sparpaket sei damit "noch nicht alles, aber ein wesentlicher Punkt" erreicht.(Andrea Heigl, DER STANDARD; Printausgabe, 3.2.2012)

Kommentar posten
12 Postings
www.gesundheits-blog.org
 
01
12.2.2012, 17:05
Konsolidierungspaket

Im Konsolidierungspaket sind 1,4 Milliarden € als Sparvolumen vorgesehen - es stellt sich die Frage wo diese eingespart werden sollen. In den Presseunterlagen der Bundesregierung sind zu diesem Thema nur Absichtserklärungen zu finden. Eine weitere Frage die sich mir stellt, ist das Sparvolumen der Länder am Sparpaket schon in den 1,4 Milliarden inkludiert? Die Länder sind Besitzerin der meisten Krankenanstalten und der Bund besitzt in seinem 100 %zigen Besitz nur die Heeresspitäler (werden laut Plan geschlossen) und die Krankenstation der Strafanstalt. Spätestens beim Beschluss im Parlament sehen wir den so genannten Kostendämpfungspfad.

Medicus58
00
Die Zeichen an der Wand muss man nur konsequent übersehen

http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=51616

The Baldy Man of Hütteldorf
01
Der Sobotka und "Einsparungen"??? Ich lach mich schief!

Zur Erinnerung: Das ist der, der eine Milliarde (!) Wohnbaugelder verzockt hat, der das Tullner Gartenschaudesaster zu verantworten hat und der es für eine gute Idee hält, an zwei grad 11 km entfernten Standorten (Mödling, Baden) 2 Spitäler um 350 Mille errichten zu lassen.

Hauptberuflich ist er übrigens Musiklehrer!

Der ist so wunderbar kompetent, dass es kein Schaden wäre, ihn selbst einzusparen!

The Baldy Man of Hütteldorf
12
Die Wehsely und "Einsparungen"??? Ich lach mich schief!

Zur Erinnerung: Das war die, die mit der Hirnidee gegenderter Fluchtwegtaferln für's Rathaus hübsch ein paar Tausender zum Fenster raus geworfen hat!

Die ist so wunderbar kompetent, dass es kein Schaden wäre, sie selbst einzusparen!

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00

- ist das die mit der wr. mindestsicherung, die anscheinend ein böser schwindel ist?!

bluebeard's 8th wife.
00

reischl und wehsely sind die verkörperung der probleme, die das ö gesundheitssystem plagen.

Verbal Kint
00
Soweit war man im Geheimen schon mal,

allerdings ist das politisch gescheitert. -
Jetzt ist es "ärgerlich" dass die Pläne bekannt geworden sind?
Offensichtlich ist die Befürchtung, dass es dann nicht mehr so leicht zum Scheitern gebrcht werden kann.

Walter Bimini
31
das rot-schwarz denken der zweiten republik wird auch bald der vergangenheit angehören.

wenn in griechenland heute gewählt würde, wären die sozis nur mehr die fünftgrößte partei. so etwas geschieht, wenn man an der regierung ist während der staat kollabiert. und dabei wird griechenland noch durch iwf und eudssr gestützt. was erst geschieht sobald es keine neuen kredite mehr gibt, kann man sich versuchen auszumalen.

Walter Bimini
11
vor der staatspleite wird nicht mehr viel passieren und nachher wird sowieso alles anders sein.

Medicus58
00
Das ist doch nur Augenauswischerei

Die Rauch-Kallertt-Mensdorff-schen "Gesundheitsreform" wurde versrochen, dass die neune Landesfonds zu einer Finanzierung aus einer Hand führen ...http://www.news.at/articles/... gsregionen

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.