Air Berlin tritt Oneworld bei

2. Februar 2012, 18:06
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Der seit Sommer 2010 vorbereitete Beitritt von Air Berlin/NIKI zum Airline-Bündnis Oneworld wird Realität

Wien/Berlin - Air Berlin und NIKI werden per 20. März 2012 Mitglied des Flugbündnisses Oneworld. Zum Bündnis Oneworld gehören neben British Airlines, American Airlines, Cathay Pacific Airways, Finnair, Iberia, Japan Airlines, LAN Airlines, Malev, Qantas, Royal Jordanian, S7 Airlines sowie fast 20 angeschlossene Fluggesellschaften.

Air Berlin/NIKI-Passagiere haben durch den Oneworld-Beitritt Zugang zu einem erheblichen größeren Streckennetz. Die Oneworld-Carrier sind weltweit tätig. Schon jetzt arbeitet Air Berlin (AB) mit etlichen ihrer künftigen Bündnis-Partner über Codeshare zusammen. Auch die Oneworld profitiert: Durch den Beitritt von Air Berlin erhöht sich die Zahl der Destinationen in ihrem Streckennetz um 70 Flugziele, auf nun weltweit 840 Flugziele in 150 Ländern. Laut NIKI-Chef Otmar Lenz kämen die Passagiere nun in den Genuss des weltweiten Vielfliegerprogramms von Oneword (Topbonus) und könnten bei allen Partnerairlines Meilen sammeln.

Jobverluste beim Partner

Allerdings ist der defizitäre US-Partner American Airlines (AA) schwer mit sich selbst beschäftigt: Rund 13.000 Mitarbeiter dürften ihren Job verlieren. Diese Zahl nannte Konzernchef Tom Horton bei einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern, bei dem er seinen Plan zur Rettung der maroden Fluglinie vorstellte. Besonders hart trifft es demnach Mechaniker und Mitarbeiter in der Gepäckabfertigung. Auch 2300 Flugbegleiter und 400 Piloten sollen gehen.

AA ist der drittgrößte US-Luftfahrtkonzern mit 88.000 Beschäftigten. Konzernchef Horton will zwei Mrd. Dollar (1,52 Mrd. Euro) jährlich einsparen und gleichzeitig mit weniger Leuten den Umsatz um eine Milliarde Dollar steigern. Der AA-Mutterkonzern AMR hatte im November Insolvenz angemeldet, der Flugbetrieb geht aber weiter und das Management rechnet damit, dass ein Neustart gelingt. AA will zudem seine überalterte Flotte erneuern. Spekuliert wurde auch mit der Fusion einer anderen US-Airline.

Egal, was mit AA geschieht - es hätte Auswirkungen auf Air Berlin. AB-Passagiere fliegen zu den American-Drehkreuzen wie Miami und New York und dann innerhalb Nordamerikas weiter mit der US-Airline. Trotz Passagierrekord schrieb auch AB 2011 das vierte Jahr in Folge Verluste. Der Einstieg der arabischen Etihad Airways als Großaktionär hat Air Berlin finanziell wieder ein wenig Luft verschafft. Die Kapitalerhöhung von 73 Millionen Euro ist jedoch kein großes Polster. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.2.2012)

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    Wegen der frostigen Temperaturen müssen die Maschinen vor dem Start enteist werden.

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