Raumfahrtkonzern OHB erhält Zuschlag für Galileo-Satelliten

2. Februar 2012, 18:03
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Europa will mit Galileo die Vormacht des US-amerikanischen GPS brechen

Brüssel/London - Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB hat den Zuschlag für den Bau von acht weiteren Satelliten für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo erhalten. Die EU-Kommission gab am Donnerstag diesen Anschlussauftrag im Volumen von 250 Mio. Euro bekannt. Die Bremer bauen bereits 14 Satelliten für das europäische Prestigeprojekt. Mit dem Galileo-System will Europa von 2014 an die Vormacht des US-amerikanischen GPS ("Global Positioning System") brechen. Das Projekt hat sich verzögert und verteuert, die Kosten werden inzwischen auf 7 Mrd. Euro veranschlagt.

Bekanntgegeben wurden auch weitere Aufträge: Eine weitere Order geht an das Raumfahrtunternehmen Arianespace betrifft den Transport der Satelliten ins All mit der europäischen Ariane-5-Rakete. Bisher werden die Satelliten mit der russischen Sojus-Rakete in ihre Umlaufbahn transportiert.

Pro Ariane-5-Start vier Galileo-Satelliten

Die EADS-Raumfahrtsparte Astrium erhielt den Auftrag, die Ariane 5 in die Lage zu versetzen, pro Start vier Galileo-Satelliten ins All zu befördern. Die kleinere Sojus kann nur zwei Satelliten von dieser Größe mitnehmen.

Galileo soll genaue Ortsbestimmung für Verkehr oder Landwirtschaft ermöglichen und Europa unabhängig vom US-System GPS machen, das derzeit verbreitet ist.

EU-Industriekommissar Antonio Tajani zeigte sich erfeut, dass der Bau der Satelitten auf den Weg gebracht sei. Dies bedeute, dass die Europäer in der Lage seien, mit Galileo die Möglichkeiten einer verbesserten Satellitennavigation ab dem Jahr 2014 zu nutzen. (APA/Reuters)

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