Europa will mit Galileo die Vormacht des US-amerikanischen GPS brechen
Brüssel/London - Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB hat den
Zuschlag für den Bau von acht weiteren Satelliten für das europäische
Satellitennavigationssystem Galileo erhalten. Die EU-Kommission gab am
Donnerstag diesen Anschlussauftrag im Volumen von 250 Mio. Euro bekannt. Die
Bremer bauen bereits 14 Satelliten für das europäische Prestigeprojekt. Mit dem
Galileo-System will Europa von 2014 an die Vormacht des US-amerikanischen GPS
("Global Positioning System") brechen. Das Projekt hat sich verzögert und
verteuert, die Kosten werden inzwischen auf 7 Mrd. Euro veranschlagt.
Bekanntgegeben wurden auch weitere Aufträge: Eine weitere Order geht an das
Raumfahrtunternehmen Arianespace betrifft den Transport der Satelliten ins All
mit der europäischen Ariane-5-Rakete. Bisher werden die Satelliten mit der
russischen Sojus-Rakete in ihre Umlaufbahn transportiert.
Pro Ariane-5-Start vier Galileo-Satelliten
Die EADS-Raumfahrtsparte Astrium erhielt den Auftrag, die Ariane 5 in die
Lage zu versetzen, pro Start vier Galileo-Satelliten ins All zu befördern. Die
kleinere Sojus kann nur zwei Satelliten von dieser Größe mitnehmen.
Galileo soll genaue Ortsbestimmung für Verkehr oder Landwirtschaft
ermöglichen und Europa unabhängig vom US-System GPS machen, das derzeit
verbreitet ist.
EU-Industriekommissar Antonio Tajani zeigte sich erfeut, dass der Bau der
Satelitten auf den Weg gebracht sei. Dies bedeute, dass die Europäer in der Lage
seien, mit Galileo die Möglichkeiten einer verbesserten Satellitennavigation ab
dem Jahr 2014 zu nutzen. (APA/Reuters)