Volksbanken lassen sich an die Leine legen

2. Februar 2012, 17:37
1 Posting

Wien - Die russische Sberbank will nun Ernst machen, mit dem Kauf der Volksbank International, VBI. Das Büro für die Vertragsunterzeichnung ist reserviert; das Geld (480 Mio. Euro) soll bis zum 15. Februar geflossen sein. Damit nehmen die Volksbanker zwar einen Buchverlust in Kauf - aber sie sind Assets los und ihren Status als systemrelevante Bank, was sie wiederum von den neuen Kapitalvorschriften (neun Prozent) befreit.

Parallel dazu nehmen die neuen Strukturen im Sektor Gestalt an. Die "kleinen" Volksbanken (ihnen gehört die Österreichische Volksbanken AG; ÖVAG) haben sich in zähen Verhandlungen bereit erklärt, beim strengen Haftungsverbund ("Rabobankmodell", jeder haftet für jeden) mit zu tun. Die ÖVAG als Spitzeninstitut bekommt Durchgriff auf die Verbundbanken; dafür wird das Eigenkapital addiert. Letztlich habe man die Volksbanken überzeugt, dass das Gängelband "immer noch besser ist als ein verstaatlichtes Spitzeninstitut", erklärt ein Banker die Sachzwänge.

Zudem baut man an der Abbaubank, aus der heraus binnen drei bis fünf Jahren ein Geschäftsvolumen von rund 27 Mrd. Euro (Kredite, Rumänien, Leasing) abgewickelt werden soll. Früher oder später wird da der Staat mit etlichen hundert Mio. Euro an Garantien einspringen müssen. Bis es so weit ist, wird es aber noch dauern: Mitte Februar sollen die Grundsatzbeschlüsse im Sektor fallen, erst dann können die gesellschaftsrechtlichen Schritte folgen. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.2.2012)

Share if you care.