Facebook-Börsengang

Zuckerbergs Milliarden-Freundschaftsbuch

Analyse | Daniela Rom, 2. Februar 2012, 17:01

Wie viel ist ein "Gefällt mir"-Knopf wert? Und was, wenn plötzlich alle auf Facebook pfeifen? - Risiken und Nebenwirkungen des IPO

Lange wurde darüber spekuliert, jetzt ist es raus: das Prospekt zum Börsengang von Facebook. Damit ist die Absicht zum Sprung auf den Kapitalmarkt amtlich. Wann genau Aktien der Plattform über die Ticker der Börse laufen werden, steht allerdings noch nicht fest. Anvisiert ist die Mitte des laufenden Jahres. Bis dahin will Facebook bis zu fünf Milliarden Dollar (ca. 3,8 Milliarden Euro) einsammeln, auch wenn Analysten davon ausgehen, dass das Unternehmen locker bis zu zehn Milliarden lukrieren könnte. Der geringere Betrag könnte auch der Tatsache geschuldet sein, dass er zur Kalkulation der Gebühren herangezogen wird.

Seit ziemlich genau acht Jahren gibt es Facebook. Erfinder Mark Zuckerberg hat sich mit dem Börsengang Zeit gelassen. "Wir erfinden keine Dienste, um Geld zu machen. Wir machen Geld, um bessere Dienste anzubieten." Das ist die Kernbotschaft eines Briefes von Zuckerberg, der dem Börsenprospekt beiliegt. Was ein wenig nach einem Slogan aus dem Märchenwald klingt, dürfte das - zumindest offensiv nach außen getragene - Selbstbild widergeben. Mark Zuckerberg - ein Mann und sein Netzwerk auf einer "sozialen Mission".

Langer Weg an die Börse

In den vergangenen Jahren poppten Meldungen zum geplanten Schritt aufs Parkett regelmäßig auf, um dann auch schnell wieder relativiert oder verwässert zu werden. Seitens Facebook gab man sich immer sehr vage. Die Facebook-Börsenpläne sorgten in der Finanzwelt für sehr unterschiedliche Reaktionen: Entweder galten sie als die großartigste Idee, seit Google einst die Börse eroberte. Oder aber als der Beginn der nächsten Internetblase.

Die Bewertung eines Unternehmens, das Skeptikern zufolge vor allem auf einem "Gefällt mir"-Knopf und jeder Menge Statusmeldungen und Fotos basiert, ist kein leichtes Unterfangen. Mit 845 Millionen aktiven Nutzern weltweit (davon 2,7 Millionen in Österreich) ist Facebook die unangefochtene Nummer eins im Soziale-Netzwerke-Business. Diese 845 Millionen Menschen sind auch das Kapital von Facebook. Vor allem ihre Verbindungen zueinander, die "Likes" und die "Shares". Datenschützern gefällt das alles nicht sonderlich. Denn Facebook versilberte gerade diese Vernetzungen, eigentlich private Daten, und machte damit Profit. Das Unternehmen erstellt Profile, die mit den Informationen der Facebook-Profile gespeist werden. Daraus generiert Facebook haarscharf angepasste Werbung. Und Kohle. 2011 lag der Werbeanteil am Umsatz bei 85 Prozent - der Gesamtumsatz belief sich auf 3,71 Milliarden Dollar.

Wohin mit dem Geld?

Was Facebook mit dem Geld aus dem Börsengang überhaupt anstellen will, ist noch nicht ganz klar. Facebook könnte mit dem Geld andere Unternehmen zukaufen und so das Geschäftsfeld erweitern oder vergrößern. Eine Analystin meinte in einem TV-Interview mit dem Nachrichtensender Bloomberg, sie sei sich gar nicht so sicher, ob Facebook tatsächlich das Geld braucht. Die Expertin vermutet als Initialzündung für den Facebook-Börsengang vielmehr die Vorgabe der US-Börsenaufsicht SEC, dass Unternehmen mit mehr als 500 Aktionären den Offenlegungspflichten und dem Listing an einer Börse (worum es dabei genau geht, steht hier) nachkommen müssen. Damit soll grundsätzlich einerseits Schindluder Einhalt geboten, andererseits Investoren - potenziellen wie gegenwärtigen - Einblick in das Geschäft des Unternehmens garantiert werden.

Gerade durch die mit einem Börsengang einhergehenden Offenlegungspflichten kommt auf Facebook eine neue Ära der Transparenz zu. Bislang zeigte sich das Social-Media-Unternehmen eher geizig, wenn es um Daten und Zahlen zum Geschäftserfolg ging. Ein börsennotiertes Facebook kann sich das dann nicht mehr leisten. Laut dem Börsenprospekt lag der Gewinn 2011 bei einer Milliarde Dollar, was einer Steigerung von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr gleichkommt. 

Wovor Facebook Angst hat

Aber Facebook ist in seinem Börsenprospekt auch vorsichtig. Eine Risiko-Liste gehört zur Information der Investoren wie das Brot zur Jause. Punkt eins: Das wichtigste Asset von Facebook - die User - birgt auch ein Risikopotenzial. Auch wenn in den vergangenen Jahren die Zuwachsrate an Nutzern rasant nach oben ging, dürfte damit über kurz oder lang wohl Schluss sein. Kann Facebook seine User nicht dauerhaft auf der Seite halten, könnte das auch den Werbebereich massiv beeinträchtigen.

Die Konkurrenz schläft schließlich nicht, das weiß auch Facebook. Selbst die Nummer eins steht im Wettbewerb: "Wir sehen uns in nahezu jedem Bereich unseres Geschäfts Konkurrenz gegenüber, darunter von Firmen wie Google, Microsoft und Twitter." Noch ist Google+ zwar wesentlich kleiner, das Risiko des Wachstums steht für Facebook aber fest. Auch starke regionale Netzwerke sieht man als Gefahr an. In puncto Datenschutz sieht der Social-Media-Riese auch einiges auf sich zukommen. Das Unternehmen unterliegt nationalen Gesetzen, die neben Datenschutz auch Fragen des geistigen Eigentums beinhalten. Sollten diese Gesetze verschärft werden, könnte das laut Börsenprospekt Facebook schaden. Die Zensur durch Regierungen könnte Facebook auch treffen, vor allem "wenn die Konkurrenz einen Markt betreten könnte, zu dem wir keinen Zugang haben". 

Ob Facebook eher seinen Visionen folgen und ein - auch für Investoren - lukratives Unternehmen werden wird, oder ob doch das eine oder andere Risikopotenzial durchschlägt und der Freundschaftsplattform das Genick bricht, wird die Zukunft weisen. Die jüngsten Aktienplatzierungen von Internet-Unternehmen wie LinkedIn und Groupon gingen zuerst ab wie eine Rakete, schwächelten zwischenzeitlich aber durchaus. Facebook muss nun nach langer Aufwärmphase auch am Börsenparkett zeigen, was es kann. (rom, derStandard.at, 2.2.2012)

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tho_mi
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Ich würd Facebook nicht so schnell abschreiben, natürlich kann's in beide Richtungen gehn, ich hab's zwar damals nicht mitverfolgt, aber ich würd wetten, dass es bei Google damals ähnliche Meldungen gab und wir wissen wo Google heute steht...

Marquis
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Blabla Gesellschaft Facebook

Das jemand mit so einem Schwachsinn soviel Geld verdienen kann, ist eine beachtenswerte Leistung. Meiner Meinung nach besteht Facebbok hauptsächlich aus Blabla Geschwätz, wo narzißtische Persönlichkeiten ihre uninteressanten Fotos austauschen.

Trotzdem sollte man Zuckerberg den Wirtschaftsnobelpreis übergeben, auch wenn ihm der Datenschutz egal ist und er persönliche Infos an jeden verkauft, der dafür zahlt. Ein Modell, dass anscheinend funktioniert.

tho_mi
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Man muss ihm aber auch zugutehalten, dass er langfristig denkt und das relativ behutsam aufbaut, sowas ist heutzutage alles andere als selbstverständlich.

Johann Hunger1
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Was hat man in Syrien,Ägypten,Tunesien,Lybien usw. damit hinterlassen?

Johann Hunger1
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Die,die noch denken können, benutzen es nicht! Aber es will leider jeder wichtig sein. So kann die Wirtschaft ja mit den Daten gutes Geschäft machen.

AlliGator
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Viele FB Mitarbeiter haben als Teil Ihrer Vergütung seit vielen Jahren auch Aktien der Firma bekommen. Diese wurden natürlich auch schon verkauft und gehandelt - nur OTC. Jetzt sind es eben schon so viele, daß die SEC Offenlegung und Börsegang erzwingen muß.

Dazu kommen noch ein paar Geldgeber, die den Aufbau der Firma mitfinanziert haben und jetzt gerne Geld mitnehmen wollen. Die Leute von mail.ru wollen vielleicht auch versilbern. Also geht es jetzt eben los mit dem Börsegang.

Ein ganz normaler Vorgang. Oder?

WässrigesWienerWürstchen
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schnell Kasse machen

denn der Hype ist vorbei

black fazer
 
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Don't believe the hype

Anbei ein exzellenter Vergleich von Spiel Online http://www.spiegel.de/fotostrec... 78024.html
Wenn FB mehr Wert sein soll als Daimler und BMW ZUSAMMEN... Was sagt dann der Hausverstand?
Wenn der erste Hype vorbei ist, kann es ganz schnell wieder nach unten gehen.

Johann Hunger1
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Der Hausverstand sagt: Die usa ist bald tot! Schauen Sie nur wer sich schon in Europa befindet!

Hirntot
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Macht ja nix, dann verkaufen ma den Kram nach 2 Tagen wieder. Wird schon gehn. Wenn die Analysten den Wert auf 10 Mrd. € schätzen wirds schon ne vernünftige Überzeichnung geben.

black fazer
 
01

Grundsätzlich richtig. Leider wird der kleine europäische Anleger die Papiere nicht so einfach zu greifen kriegen. Die größten "Bookrunner" sind natürlich US-Investmentbanken, die alles tun werden um Freunden, Familie, besten Kunden die Anteile zu verscherberln. Für DIE wird das ein Supergeschäft

Hirntot
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Och, mal schaun. Nen Versuch ist es wert. Mal schaun, ob man die Dinger irgendwie bekommen kann. Wennst eine Idee hast gib mir Bescheid. :D

black fazer
 
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Werds gar nicht erst probieren. Spekulieren liegt mir nicht, sagt der Hausverstand ;-). Dann schon in reale Firmen investieren. Die können dann auch nicht auf einen "Mausklick" so leicht verschwinden.

Earthworm Jim
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IPO - Der Anfang vom Ende?

Will hier jemand noch schnell so viel reales Geld wie irgendwie möglich aus der künstlichen Blase ziehen?

Der Titel wird sicher Anfangs ordentlich abgehen... und MZ einiges einbringen... doch irgendwann wird sich irgendjemand die (dann ja öffentlichen) Fundamentaldaten anschauen... und dann kommt wohl der Bär... zu diesem Zeitpunkt wird das aber MZ und Konsorten nicht mehr kümmern, denn er wird wahrscheinlich schon alles verkauft haben...

hollaro jojojo
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rechnet sich die Bude?

bei 845 Mio Nutzern gerade mal 3,75 Mrd. Umsatz.
also ca. 4 Dollar/ Nutzer Umsatz.
Allein die Datenhaltung mit Serverfarmen Internetverbindungen etc. kostet einiges. Mir scheint das sehr wenig Umsatz.

Rechnt sich das wirklich? Wurde die 1 Mrd. Gewinn durch Bewertungen genreriert oder aus der laufenden Geschäftstätigkeit?
Berauschend sind die nackten Zahlen jedenfalls so nicht.

smirna pitschka
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Mark Zuckerberg - ein Mann auf einer sozialen Mission????? heeeeeee?????
welche mission eher idiotiepiraterie

smirna pitschka
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google geht an die börse.....bist deppat......
die rookiesensation schlechthin

Andrej Stoltz
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Wenn der Sackhaarberg innovativ wäre und Mut hätte...

...dann würde er die Hälfte des Going Public für Facebook-User reservieren und nicht alles den rausgfressenen Wallstreetbanken und ihren Spezis überlassen.

Eine eigene Ipo Kampagne im Facebook, würde a) den Hype in noch ungeahntere Höhen steigern b) den Ausgabekurs beflügeln c) weitere User anlocken d) die Marke noch zusätzlich stärken.

Alex T1
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dann tätst du

6 euro bekommen. best case.

p u r z l
 
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harald schmidt war gestern gut drauf.
erzählte auch über mag sackhaarberg...

Der Nasenbär
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Wie hieß dieses eine Gesetz nochmal? Das, dass aussagt das ab einem gewissen Zeitpunkt x das Thema auf Hitler, Nazis o.ä. kommt, egal wie das Ausgangsthema war... ich denke diesen Zeitpunkt haben wir schon a bissl überschritten ...

condorman
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Den zweiten Satz musste ich mehrmals lesen ;)

alexander mayr
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godwin's law ;)

Der Nasenbär
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genau ;)

Fux220385
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Diesen Daten-Nazis geb ich sicher keine Infos zu meiner Person!

Da hab ich lieber keine 100 "Freunde" auf meinem Profil.

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