Dinko Jukic will NADA-Kontrollor klagen

2. Februar 2012, 16:32
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Schwimmer prangert nach Dopingverfahren NADA-Missstände an: "Solange Fruchtjoghurt nicht auf Liste steht, bin ich negativ"

Wien - Österreichs Schwimm-Star Dinko Jukic geht nach dem im Oktober beendeten Verfahren der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) gegen ihn in die Offensive. Am 23. Jänner bekam er das Urteil schriftlich zugestellt, wonach er nach einer am 24. Mai nicht zustande gekommenen Dopingkontrolle nicht gesperrt worden war. Bei einem Medientermin griff der Aktive am Donnerstag nun die NADA und den damaligen Kontrollor an.

"Ich werde direkt gegen den Kontrollor mit einer Zivilrechtsklage wegen grober Fahrlässigkeit vorgehen", erklärte Jukic. "Wenn es sein muss, gehe ich bis zur Menschenrechtskonvention." Der SC-Austria-Wien-Athlet legt dem Kontrollor mehreres zur Last. So habe er Jukic damals im Stadionbad zuerst eine Trainingserlaubnis gegeben, dann aber am Protokoll nachträglich einen verweigerten Test mit einer früheren Uhrzeit eingetragen.

"Eine Verfolgung"

Zudem ist das Protokoll weder vom Kontrollor unterzeichnet, noch wurde es Jukic zur Unterschrift vorgelegt. Das belegte Jukic mit einer Kopie. Die üblichen beiden Durchschläge habe der Ex-Kurzbahn-Europameister auch nicht erhalten. Eine schiefe Optik sieht Jukic darüber hinaus darin, dass die betreffende Person im Zivilberuf Polizist sei. Jukic will auch schon gehört haben, dass der Kontrollor als Reaktion eine Verleumdungsklage plane.

Gegen das Schreiben bzw. die NADA geht Jukic nicht vor, obwohl ihm am Verfahren viel missfallen hat. "Ich werde nichts weitergeben an die Schiedskommission, die die Macht hat, das Ersturteil zu verändern, mich für Olympia zu sperren. Ich setze mich da keiner Gefahr aus." Gleichzeitig betonte er, nie gedopt zu haben: "Solange Fruchtjoghurt nicht auf der Dopingliste steht, werde ich negativ sein."

"Viele leben da nicht für den Sport, sondern vom Sport", sagte wiederum Trainervater Zeljko Jukic. Sein Sohn fügte sinngemäß an, dass er glaube, dass es nicht ohne Politik-Einfluss abgegangen und die Sache für ihn nicht ausgestanden sei. Nach Verpassen des Tests darf er binnen 18 Monaten keine weiteren zwei "missed tests" haben. Er glaubt aber, dass die NADA das anstrebt. "Das wird in den 18 Monaten eine Verfolgung sein." (APA)

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    Dinko Jukic greift an.

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