Sanierung

Eltern kritisieren desolate Klassenzimmer

2. Februar 2012, 15:55
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    foto: ap/maurer

    Klassenzimmer werden immer öfter von den Eltern renoviert, kritisiert der Obmann des Bundesverbands der Elternvereine.

Grüne mahnen Verantwortung des Staates ein - Ministerium: 50 Millionen Euro für Sanierung von Bundesschulen

Wien - Immer öfter greifen offensichtlich Eltern zu Pinsel und Spachtel, um desolate Klassenzimmer ihrer Kinder zu renovieren. Es handle sich dabei nicht um Einzelfälle, kritisierte der Obmann des Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen, Theodor Saverschel, im "Ö1"-Radio. Und der Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser, mahnte in einer Aussendung die Verantwortung des Staates für die Schulen ein. "Die Ausstattung einer Schule darf nicht davon abhängen, ob der Elternverein Geld für Renovierungsarbeiten bereitstellen kann", so Walser.

"Mache es lieber gleich selbst"

Viele Eltern würden es nicht hinnehmen wollen, dass ihre Kinder fünf Tage pro Woche in einer hässlichen Umgebung verbringen müssen, so Saverschel. Oft sei den Beteiligten aber die Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Schulen unklar, eine Stelle verweise auf die andere. Eltern würden sich deshalb denken: "Gut, bevor ich da jetzt lange hin und her diskutiere, mache ich es lieber gleich selbst - oder stecke Geld hinein und lasse es machen." Saverschel fordert deshalb, dass die Schulleitungen alleine verantwortlich sind und für das Schulgebäude von einer zentralen Stelle genügend Geld bekommen sollen.

Auch Walser spricht von der "mittlerweile üblichen Praxis", kleinere Renovierungsarbeiten und größere Anschaffungen für Schulen vom Elternverein bezahlen zu lassen. Es beginne damit, dass der Elternverein neue Fußbälle für das Schulturnier bezahle und ende damit, dass Eltern in den Ferien Klassenräume renovieren. "Bund, Länder und Gemeinden haben die Verantwortung für die Schulen", betonte Walser weiter: "Die Ausstattung und der Zustand einer Schule dürfen nicht davon abhängen wie zahlungskräftig die Eltern der SchülerInnen sind."

50 Millionen Euro pro Jahr

Kurt Nekula, Sektionschef im Unterrichtsministerium, betonte gegenüber dem ORF, dass den Landesschulräten pro Jahr 50 Millionen Euro für Bundesschulen zugeteilt würden, bei Landesschulen seien die Gemeinden zuständig. Von Unklarheit könne keine Rede sein, die Budgets wären aber begrenzt. "Das soll natürlich nicht dazu führen, dass plötzlich die Eltern dafür zuständig sind, dass die Gebäude die erforderlichen Sanierungen bekommen. Genau dafür setzen wir ja diese rund 50 Millionen Euro jährlich ein, damit Arbeiten wie Ausmalen, Bodenverlegen, Jalousien anbringen und so weiter, durchgeführt werden", so Nekula. (APA)

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der Xote
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21.2.2012, 14:44
Und nicht vergessen:

Es heisst Pavillion.

Und nicht Container.

Vorstadtmama
 
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...das ist wohl noch das kleinste Problem...

..das noch größere Problem hier in der Vorstadt ist, dass nicht für alle Kinder hier, die AHS-reif sind, auch ein AHS-Platz in Wohnortnähe vorhanden ist.

Siegfried Lenz
00

"dass den Landesschulräten pro Jahr 50 Millionen Euro für Bundesschulen zugeteilt würden, bei Landesschulen seien die Gemeinden zuständig."

Das sagt eigentlich alles...... Die Landesschulräte entscheiden über Bundesschulen und die Gemeinderäte über Landesschulen. Klare Kompetenzen und das Zusammenfallen von Verantwortung und Budgetbereitstellung sehen anders aus.

Siegfried Lenz
00

"dass den Landesschulräten pro Jahr 50 Millionen Euro für Bundesschulen zugeteilt würden, bei Landesschulen seien die Gemeinden zuständig."

Das sagt eigentlich alles...... Die Landesschulräte entscheiden über Bundesschulen und die Gemeinderäte über Landesschulen. Klare Kompetenzen und das Zusammenfallen von Verantwortung und Budgetbereitstellung sehen anders aus.

Heavyweather
02

Den Kindern würde die Arbeit auch nicht schaden. Sie sind es schließlich auch die zu einem großen Teil für diese Zustände verantwortlich sind.
Die Reinigung der Schulen ist auch nur so teuer wie das Haus verdreckt ist.
Schulen mit Hausschuhpflicht sind z.B. günstiger zu reinigen. Wenn natürlich jeden Tag das Klo verstopft ist und daneben gebrunzt wird, dann wird es teurer.
Warum also nicht nach dem Schuljahr die Klasse in den Urzustand zurück versetzten. Zuhause werden Löcher in der Kinderzimmerwand doch auch nicht toleriert.

Vorstadtmama
 
00
..in der AHS meiner Tochter werden die Kinder auch jetzt schon dazu angehalten, ihre Klassenzimmer zu säubern.

Da gibt es Klassendienste. Jeder kommt einmal dran. Da aber niemand weiss, ob die Kinder im nächsten Jahr auch in der gleichen Klasse sitzen werden (es gibt Wanderklassen, je älter die Schüler werden, desto schlechter werden die Lernverhältnisse - 7. und 8. Klassen sind teilweise im Keller untergebracht), wird weder ausgemalt, noch Vorhänge aufgehängt...

Threonin
20

Zurück zur Kinderarbeit...

Was ist eigentlich mit Kindern, die nicht daran schuld sind? Kollektivstrafe?

Ich würde nicht wollen, dass mein Kind da mitmachen muss. Schon gar nicht angesichts der hohen Steuern, die ich ohnehin bezahlen muss und die gefälligst darauf verwendet werden sollen.

Heavyweather
00

Hier gilt das Verursacherprinzip. Wenn jemand am Gang Essen ausstreut oder mit gatschigen Schuhen herumläuft, wird er das reinigen müssen.

Ich möchte dass mein Steuergeld für den Unterricht verwendet wird und andere notwendige Leistungen für die heute schon zu wenig Geld da ist.
Eltern sollten keine Vorhänge kaufen müssen. Da müssen sie einfach den zuständigen Stellen Gas geben, dann geht das schon.

In einer Klassengemeinschaft wird die ganze Klasse mitmachen müssen. Einzelstrafen sind ja verboten. Soziale Spannungen darf es auch in der Klasse geben ;)

Threonin
00

Es gilt hier eben nicht das Verursacherprinzip. Es gibt eine Aufsichtspflicht der Schule, die Lehrer sind also angehalten dafür zu sorgen, dass kein Essen ausgestreut wird.
Die Behörde hat für Reinigung, Renovierung und Sanierung bzw. Neubau zu sorgen.
Ich muss in meiner Firma ja auch nicht das Häusl putzen und die Wände streichen, sondern ausschließlich meinen persönlichen Arbeitsplatz sauber halten. Warum soll für Schüler da was Anderes gelten?

Heavyweather
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Es steht sicher nicht hinter jedem Schüler eine Aufsichtsperson die schaut ob der etwas fallen lässt. Die Kinder werden auch hoffentlich nicht einzeln aufs Häusel begleitet.

Die gute Kinderstube kann eben nicht mehr vorausgesetzt werden.
Wenn ihr bei euch in der Firma solche Schweindln wärt würde sich die Firma auch etwas überlegen müssen ;)
Ich würde auch niemanden anstellen der seinen Arbeitsplatz nicht sauber halten kann. Was macht man mit dieser Spezies in der Schule? Kündigen?

Threonin
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Das muss sich die Schule überlegen. Ich werde jedenfalls nicht dulden, dass mein Kind die Arbeit der Behörde erledigen muss.

Mein Kind soll den Stoff erlernen. Putzen und Renovieren des Schulgebäudes sind jedenfalls nicht Teil des Lehrplans.

Vorstadtmama
 
00
na dann viel Spass beim Kampf gegen die Windmühlen (=Behörden)

Einen Besen nehmen und selber kehren ist auch für die Kinder einfacher, als sich ständig mit den Lehrern und den Mitschülern (die nicht einsehen, warum sich die "Zicke" oder der "Heini" zu gut dafür ist) zu streiten.

Vorstadtmama
 
00
Arbeit ist keine Strafe, wenn man sie für sich selbst erledigt...

In Japan sind Klassendienste gang und gebe auch hier werden sie keinem jungen Menschen schaden.

Threonin
20

besonders zynischer Kommentar. Vergessen sie nicht, dass die Kinder ohnehin nicht freiwillig dort sitzen.

Vorstadtmama
 
00
..meine schon...

..die wissen, dass sie als Dropouts im Leben die A..schkarte gezogen hätten. Dann müssen sie nämlich erst recht jede Form von Drecksarbeit verrichten, um über die Runden zu kommen.

Threonin
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Das mag schon sein. trotzdem sagen die Kinder selten Juhuu, ich darf in die Schule gehen.

Es ist nicht so, dass die Kinder mit 6 Jahren plötzlich den unwiderstehlichen Drang verspüren, sich in ein Klassenzimmer zu setzen und erst nach 9 bis 12 Jahren wieder freiwillig heraus kommen.

Es gibt die Unterrichtspflicht, die im Allgemeinen in der Schule statt findet. Das ist eine Pflicht wie die Wehrpflicht oder jeder andere staatliche Zwang. Die Kinder unterwerfen sich und sehen zum Teil die Notwendigkeit ein oder machen das Beste daraus.

Jedenfalls macht man es den Kindern nicht leichter, wenn man sie dann auch noch zu Arbeiten einteilt, die nicht Teil der Pflicht sind, nur weil wir erwachsenen nicht dafür sorgen können, dass die von uns gewählten Politiker ihren Pflichten nachkommen. Wie soll man das den Kindern erklären?

LL MM
04

Je mehr sich die "Geldgeber" verstecken können, desto eher wird man auf solche Zustände treffen.

Typisches Beispiel sind die Bundesschulen. Das Ministerium und vor allem die BIG sind weit weg (das muss nicht einmal räumlich gemeint sein, das kann auch für Wiener Schulen gelten). Die Direktoren werden von Pontius zu Pilatus geschickt, wenn sie sich in den Moloch begeben und denen wird von Leuten das Budget zugewiesen, die die Situation vor Ort überhaupt nicht kennen.

Ähnlich ist es auch, wenn der Schulerhalter eine Großstadt ist. Der Bürgermeister einer kleineren Gemeinde hingegen kann sich nicht in einem Bunker verschanzen, sondern wird blöd angeredet.

Das sollte man bei allen Zentralisierungsbestrebungen im Auge behalten.

Threonin
01

Darum muss es auch klare Verantwortlichkeiten geben.

Es muss einfach jemanden geben, der als Person für sie Zustände verantwortlich (nicht schuldig) ist. Kein Budget darf kein Argument sein, das Geld ist vom Ministerium zur Verfügung zu stellen.

Wichtig wäre aber, dass endlich das Arbeitsinspektorat Zugang zu den Schulen bekommt und solche Zustände aus Arbeitsrechtlicher Sicht beurteilen kann und eine Änderung auf diese Weise begehren kann.

Vorstadtmama
 
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..die Verantwortliche heißt Frau Claudia Schmied...

..und weiter? Es ist glaub ich leichter, selber den Pinsel in die Hand zu nehmen, als gegen solche ideologische Windmühlen zu kämpfen.

Threonin
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Das ist nicht richtig. Ich meine, es muss jemanden in unterer Hierarchie geben, jemanden am Schlater, der sowas einfach genehmigt wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, ohne aufs Budget achten zu müssen.

Vorstadtmama
 
00
..der Befehl, die AHSsen finaziell auszuhungern, kommt wohl von ganz, ganz oben...

Die Schmied hat das in einem Interview auch so angekündigt. Wie oben beschrieben ist eine nicht mehr ganz so schöne Klasse bei uns in der Vorstadt noch das kleinere Problem.

Threonin
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Tja, für solche Fälle muss es eben Gesetze geben.

Es liegt jedenfalls nicht alleine am Zentralismus. Es sollte eben eine Person geben, die persönlich auch haftbar ist, wenn sie ihrer Pflicht nicht nachkommt und die Gebäude verfallen lässt. Ist immerhin Eigentum des Volkes.

V995
02
ich habe vollstes verständnis für unsere regierung

wir müssen schließlich die banken retten das muss man schon zu opfern bereit sein und sind ja eh nur kinder

Transalpin2
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Auch in Berlin ist die Stadt klamm ...

... aber Berlin ist "arm, aber sexy". Daher gibt es dort auch preiswerte und nachahmenswerte Projekte, um die Klassenzimmer baulich aufzumöbeln:

http://www.bauereignis.de/projekte_... texte.html

C18H27NO3
02

aber hauptsache unsere politikerschranzen verschenken unser geld an die banken.

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