Außenminister Hague zu historischem Besuch in Mogadischu
Mogadischu - Nach 21 Jahren hat Großbritannien wieder einen
Botschafter für das vom Bürgerkrieg zerrüttete Somalia benannt. "Als weiteres
Zeichen unseres langfristigen Engagements für Somalia hat der neue britische
Botschafter in Somalia, Matt Baugh, heute sein Beglaubigungsschreiben an
Präsident Sharif Sheikh Ahmed übergeben", erklärte Außenminister William Hague
am Donnerstag bei einem Besuch in Mogadischu. Es war der erste Besuch eines
britischen Außenministers in dem ostafrikanischen Land seit 19 Jahren.
Aus Sicherheitsgründen arbeitet Baugh zunächst aber von Kenia aus, wie ein
Sprecher der britischen Botschaft in Nairobi sagte. Er werde erst nach
Mogadischu ziehen und dort eine Botschaft eröffnen, wenn es die Umstände vor Ort
zuließen. Der letzte britische Botschafter hatte Somalia 1991 nach dem Sturz des
Diktators Siad Barre verlassen.
In dem Land am Horn von Afrika gibt es seit 1991 keine funktionierende
Regierung. Verschiedene Landesteile sind in der Hand der mit dem Terrornetzwerk
Al-Kaida verbündeten radikalislamischen Shebab-Miliz. Großbritannien sieht
Somalia als direkte Bedrohung für seine Sicherheit an, weil sich britische
Staatsbürger den Shebab-Milizen angeschlossen haben sollen. Die Aufständischen
streben einen Sturz der vom Westen unterstützten Regierung in Mogadischu an. In
drei Wochen findet in London eine internationalen Somalia-Konferenz statt. (APA)