Für Online-Tagebuchroman "Meine Jahre mit Hamburg-Heiner"
Köln - Der Deutsche Hörbuchpreis geht dieses Jahr an den
Bestseller-Autor Sven Regener. Der "Element of Crime"-Frontmann, der
2001 mit dem Barkeeper-Roman "Herr Lehmann" unter die Schriftsteller
ging, wurde für die Lesung seines Internet-Tagebuchromans "Meine
Jahre mit Hamburg-Heiner" als bester Interpret geehrt.
Darin
schildert der 51-Jährige Beobachtungen aus der Alltags- und
Medienwelt, die er erstmals in mehreren Blogs zwischen 2005 und 2010,
darunter auch auf derstandard.at, veröffentlicht hatte. Die Jury
meinte dazu: "Mit Selbstironie, schnoddriger Stimme und einem
perfekten Sprachrhythmus verwandelt Regener seine Blogs in eine
Performance ganz eigener Art. Stark!"
Wie der Verein Deutscher Hörbuchpreis am Donnerstag in Köln
mitteilte, wurde die Theaterschauspielerin Doris Wolters für ihre
Lesung von Zsuzsa Bánks Roman "Die hellen Tage" als beste Interpretin
ausgezeichnet. "Ein Juwel souveräner Sprachkunst", befand die Jury.
In der Kategorie "Beste Fiktion" gewann das Hörspiel "Ruhe 1" von
Paul Plamper, das er ursprünglich als Audio-Installation für das
Museum Ludwig in Köln entwickelt hatte.
Den Preis für die beste Information bekommt eine mp3-Sammlung von
Heiner-Müller-Aufnahmen, die den 1995 gestorbenen DDR-Dramatiker von
einer eher unbekannten Seite zeigt. Die beste verlegerische Leistung
wurde einem kleinen Verlag für ein Architektur-Feature von Moritz
Holfelder zugesprochen. Das "besondere Hörbuch" ist diesmal eine
Interpretation von Baudelaire-Texten: "Die künstlichen Paradiese".
Bekannt war bereits, dass der Schauspieler und Synchronsprecher
Christian Brückner (68) den Hörbuchpreis für sein Lebenswerk erhält.
Der Deutsche Hörbuchpreis wird in diesem Jahr zum zehnten Mal
vergeben. Die Gala zur Verleihung ist 14. März in Köln und bildet
zugleich den Auftakt zum Literaturfestival Lit.Cologne. (APA)