Österreich-Versorgung

Russland liefert 30 Prozent weniger Gas

3. Februar 2012, 10:27

Wien - Zeitgleich mit dem Einbruch der Temperaturen melden einige EU-Staaten auch einen Rückgang der Gaslieferungen aus Russland. In der österreichischen Erdgasdrehscheibe Baumgarten seien 30 Prozent weniger Gas angekommen, Ursache sei der heftige Kälteeinbruch in Russland, teilte die OMV am Donnerstag mit. OMV und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) betonten zugleich in Aussendungen, die Versorgung in Österreich sei derzeit nicht gefährdet, die Ausfälle bei den russischen Lieferungen könnten durch heimische Produktion und aus Speichern abgedeckt werden.

Laut Interfax kommen in Italien um 20 Prozent weniger Gas aus Russland an. Ähnliche Vorwürfe kamen auch aus Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei, wie die Moskauer Wirtschaftszeitung "Wedomosti" am Donnerstag schrieb. Bereits zuvor hatten Medien berichtet, der russische Energieriese liefere weniger Gas als vereinbart, um die höhere Nachfrage auf dem heimischen Markt zu bedienen.

Der russische Monopolist Gazprom weist alle Vorwürfe von sich. "Mitten in einem harten Winter in Russland und Europa hat unser Unternehmen die maximalen Gaslieferungen nicht nur in europäische Länder (...) erhöht", sagte Gazprom-Vize Alexander Medwedew nach Konzernangaben. "Gazprom pumpt derzeit täglich Gasmengen nach Europa, die in der Jahresauswertung 180 Milliarden Kubikmetern gleichkommen." In Russland ist der Gasverbrauch zuletzt wegen der extremen Kälte auf einen Rekordwert von zwei Mrd. Kubikmetern pro Tag gestiegen.

"Die Versorgung der Haushalte und Unternehmen ist gesichert. Es gibt keinerlei Probleme bei der Gasversorgung. Mit den in mehreren Speichern eingelagerten Gasmengen könnte Österreich sogar bei einem totalem Lieferstopp für vier Monate versorgt werden", beruhigt Mitterlehner. Einen Engpass bei der Gasversorgung in Österreich gebe es vorerst "durch eine starke Inlandsproduktion und strategische Speichervorräte" nicht, sagt auch Christopher Veit, Geschäftsführer der OMV Austria, und verweist auf Speichervorräte von 2,4 Mrd. m3 Erdgas.

In Österreich werden jährlich rund 9 Mrd. m3 Gas verbraucht. 47 Prozent der Aufbringung stammen aus Russland, 38 Prozent aus Norwegen und anderen Staaten, 15 Prozent aus Österreich. Mit einer Förderung von 1,35 Mrd. m3 deckt die OMV aus heimischen Quellen 19 Prozent des österreichischen Erdgasbedarfs ab.(APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 171
1 2 3 4
ewiger Zahler
31
alle Jahre wieder

fast schon so sicher, wie auf den Sonntag der Montag folgt, wird seit mehreren Jahren jedes Jahr zwischen Anfang Dezember und Ende Feber an der Gasversorgung Mitteleuropas herumgespielt.

Mal sind es die pösen Ukrainer, mal ist es ein Krieg in Transtschibutistan ("Whag the Dog"?), dieses mal ist es der Winter als solches (WTF?) ... bin je gespannt, welche fadenscheinige Ausrede sich Gazprom im nächsten Winter einfallen lässt um die Preise überproportioniert ansteigen zu lassen

Roter Baron
03
>Einen Engpass bei der Gasversorgung in Österreich gebe es vorerst aber "durch eine starke Inlandsproduktion und strategische Speichervorräte" nicht, beruhigte Christopher Veit, Geschäftsführer der OMV Austria.<

der grund ist ein ganz anderer
die gesamte erdgas-versorung von westeuropa
läuft durch Ö
(abgesehen von der neuen direktleitung brd-russ in der ostsee).

das sind ziemliche lügenbolzen bei der omv
(siehe doku gas-monopoly).

roter baron

maggo22
00

Schmarrn, was ist dann mit den Leitungen in die ehem. DDR oder die neue Ostseepipeline?

Saurer Zivi
01
gibt es vl. eine funktion des Gasverbrauches von den 90er Jahren bis jetzt. hat sich im Verbrauch in Ö was geändert? Aufgrund der thermischen Sanierungen muss es ja einen rapiden Abfall geben. Wenn nicht, wäre hier einzuhaken.

Inzwischen ist es auch schon möglich, den Gasanbieter zu wechseln.

Nicht thematisiert im Artikel: was ist nun mit der Ukraine, zwacken die immer noch so viel Gas weg? Haben diese sich jetzt auf westliche Einkaufspreise mit Russland einigen müssen?

Das wären Informationen, die interessieren.

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne noch einmal erwähnen, wie stümperhaft die Regi bisher mit dem Gebäude-Energieausweis umgegangen ist.

Bisher ist noch nicht einmal verbindlich, dass Makler u Verkäufer thermische Infos bei Strafe veröffentlichen müssen.

Das beginnt erst Ende diesen Jahres. Unglaublich, welchen Dornröschenschlaf die ö Energiepolitik hinlegt.

bzw. wie stark man Grundvernünftiges in Ö blockieren kann.

Erbärmlich!

tramezzino
00

wurscht, welchen "gasanbieter" du hast, das gas bleibt immer dasselbe... (und die leitung auch...)

und obs einen energieausweis gibt oder nicht, ist sowas von wurscht.

Saurer Zivi
00
der Ausweis ist nicht wurscht, sondern muss per EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden.

tramezzino
00

für den verbrauch ist er zu 1000% wurscht.

Saurer Zivi
00
jo, vielleicht in gebäuden außerhalb der EU - da geb ich ihnen zu 1000% recht.

Andrej Stoltz
41
Also ganz kann man da Gazprom nicht entschuldigen.

Wir hatten bisher einen sehr milden Winter. Jetzt, wo er langsam zuende geht, ist es seit einer Woche mal etwas kälter als normal und Gasprom muss sofort drosseln.
Wie stellen die sich das vor, wenn es mal einen langen, strengen Winter geben sollte ?
Ja, es gibt Speicher, die jetzt einspringen, aber die mussten auch erst in den letzten Jahren gebaut und betrieben werden...teuer auf Kosten der Gaskunden.

Entweder ist Gazprom mit seinen Pump-und Förderkapazitäten derart am Anschlag oder es ist wieder ein kleines Druckmittel.
In beiden Fällen kein Zeichen für Zuverlässigkeit.

Standard Leser4
 
00
Gazprom ist eben nicht "am Anschlag" sondern korrupt und desolat!

Bereits 2007 haben die Kunden in Westeuropa mehr Gas aus Russland bezogen wie 2011. Seither wurden die Gaseinkaeufe in Russland stetig reduziert nur die Tuerkei stieg zum Grosseinkauefer auf. Ohne die Lieferungen an die Tuerkei, waere der Russische Gasexport um etwa 10 % unter dem Gasexport v 2007.
Da ist also noch sehr viel Liefer - Spielraum, wenn man bedenkt d ja mittlerweile auch Northstream gebaut wird.
Ganz einfach ausgedrueckt. in den frueheren Jahren war es egal d in Russland im Winter mal weniger Gas an die Haushalte geliefert wurden, solange der USD Export florierte. Dieses Jahr ist es anders. in 4 Wochen gibt es Wahlen, da muss man aufpassen. Also sind die Europaer egal, solange man die eigene Macht sichern muss.

D.S.1
00

Sie haben das Gasgesetz vergessen. Niedrige Temperatur > niedriger Druck.
Auch wenn Gasprom sofort die Pumpstellen aktiviert, dauert es einfach einige Tage, augrund der gewaltig langen Lieferwege, bis wieder mehr bei und ankommt. Wer ist hier schuld? Der liebe Gott ?

Standard Leser4
 
00
Genau, d sind Naturkatastrophen die man in Russland nicht vorausplanen kann...

Im Sommer ist es heiss, da brennen die Waelder im Winter ist es saukalt da frieren die Leitungen ein. Wer kann d schon vorausplanen ?

D.S.1
00

na, sogar bei uns versagen schon die Fernwärmeblöcke, wenn es nur -10 Grad hat.

Standard Leser4
 
00

Na Sie wuerden sich wundern was in Russland alles versagt wenn es heiss oder kalt ist. Nur die Eisenbahn kommt puenktlich, im Sommer und im Winter, da koennen Sie die Uhr danach stellen. Naja bei normalen Durchschnittsgeschwindigkeiten von 50 km h kein Wunder !

D.S.1
00

Komisch, der Zug von St. Peterburg nach Moskau ab 06:45 ist um 10:25 in Moskau. also 3h 40 min. Die Entfernung beträgt fast 700 km, Durchscnittsgeschwindigkeit nahezu 200 km/h. Die anderenm, langsamaren Züge haben etwa 100 km/h.

Standard Leser4
 
00

Komisch ich fahre von Brijansk nach Moskau 390 Km in 6 Stunden 15 Minuten Von Moskau nach Omsk 2839 km in 56 Stunden und von Saint Petersburg nach Moskau Kurskaja sind es 660 km in 9 Stunden. Bei Ihnen sind d also 100 Stunden km ? Welche Uebertreibung! Ich fahre so wie 90 % aller Russen ich kann mir halt die Sonderzuege die Oligarchen und Touristen von "Peter" nach "Moskau" bringen nicht leisten. Ganz abgesehen davon d diese wenigen Zuege staendig ausgebucht sind.

D.S.1
00

Sie können sogar mit dem oebb.at Portal überprüfen, dass, abgeshen, von den Hochgeschwindigkeitszügenm die anderen Züge von "Peter" nach "Moskau" 7 Stunden :00, oder ein bishen mehr benötigen. Dass sind fast 100 km/h und auch nicht langsamer, als ein Zug von Wien nach Villach!

Standard Leser4
 
00

Ihre Zuege sind Sonderzuege der Klasse Sapsan, diese verkehren nicht alle zur gleichen Zeit taeglich, sind sauteuer und brauchen 3.40 bis 7.53 Stunden. Der letztere faehrt 75 km die Stunde nicht an die 100 wie von Ihnen behauptet.
Ausserdem habe ich folgenden Satz geschrieben: Naja bei "normalen" Durchschnittsgeschwindigkeiten von 50 km h kein Wunder. Und Sie kommen nun mit Sonderzuegen die gerade mal auf zwei von tausenden Strecken verkehren und vergleichen die Flachzuege nach "Peter" auch noch mit Oesterr Gebirgsstrecken !
Typisch Tourist, der meint der Rote Platz sei Russland.

D.S.1
00

7:00 Stunden Fahrzeit für 650 km sind 93 km/h. Also fast 100, wie ich sagte.
Ich kenne weit mehr in Russland, als nur den Roten Platz, glauben Sie mir. Und wozu denn jedes Provinznest eine Hochgeschwindigkeitsverbindung bräuchte, verstehe ich nicht. Das wäre einfach ein ökonomischer Unsinn, weshalb auch bei uns nicht jedes Berg- und auch nicht jedes Taldorf mit 100 km/h anzusteuern ist!

Standard Leser4
 
00

7;53 Stunden ! nicht 7.00 !
Ausserdem jedes Provinznest in Russland ist eben um ein vielfaches groesser als manche Bundeslandhauptstadt, dazu kommt d zur Zeit ca 20 Sapsan Zuege mit "gedrosselter" Durchschnittsgeschwindigkeit von ca 165 km h eingesetzt sind, warum ist d soo ? Diese Zuege koennen bis zu 350 km h fahren.
Also 20 zu 200 000 die dahinschleichen und Sie tun so wie wenn der Velero in Russland Alltag waere.

eltor09
05
Eine bewusste Fehlinformation

Ein bewusst gestreute Information, um Stimmung für das Schiefergasprojekt in Herrenbaumgarten zu machen.

Die Menschen in dieser Region haben die Belastung und das ökologische Risiko, und die Aktionäre haben den Profit. So funktioniert Wirtschaft, besonders in den kolonisierten Ländern.

Sushinger
00

auf welchem planeten leben sie? die gazprom macht einzig und alleine das was für sie selbst von vorteil ist, so wie jeder andere wirtschaftlich orientierte konzern auch, denen sind das wohlergehen der kunden schei** egal. wer das immer noch nicht begriffen hat ist ein armes schwein.

Standard Leser4
 
00
Falsch!

Gazprom macht was fuer Putin richtig ist und nicht was die Kunden oder d Management oder gar Hahaha die Aktienbesitzer wollen. In 4 Wochen sind Wahlen, da muss man doch den waehler vorher kraeftig einheizen damit sie wissen wer zu waehlen ist.
So ist d in Russland und nicht anders!

Michael Fürmann
016

In Österreich werden jährlich rund neun Mrd. Kubikmeter Gas verbraucht. 47 Prozent stammen aus Russland, 38 Prozent aus Norwegen und anderen Staaten. Mit einer Förderung von 1,35 Mrd. Kubikmetern decke die OMV aus heimischen Quellen 19 Prozent des österreichischen Erdgasbedarfs ab.

47 + 38 + 19 = ? (jedenfalls nicht 100)
"38 Prozent aus Norwegen und anderen Staaten" soll jetzt genau was heißen?
Wenn 19 Prozent 1,35 Mrd. Kubikmetern entspricht, müsste der jährliche Verbrauch bei etwa 7,1 Mrd. liegen.

Ja, es ist eine APA-Meldung. Das heißt aber nicht, dass man den Blödsinn ungeprüft übernehmen muss.

tramezzino
00

deshalb: solche artikel nicht einmal lesen...

es gibt genug gas, alles kein problem, probleme kann es erst geben, wenn es 2 monate hindurch arschkalt ist (und das ist auszuschließen, vorher kommt der komet).

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 171
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.