Start der Ausschreibung für Kulturprojekt "Wienwoche"
Wien - Infolge der Regierungsbeteiligung haben nun auch die Wiener
Grünen Budget für eine parteinahe Veranstaltung locker gemacht. 450.000
Euro gibt es ab sofort jährlich für die "Wienwoche". Diese sei, sagt
Kultursprecher Klaus Werner-Lobo, kein Festival wie das Donauinselfest
(SPÖ) oder das Stadtfest (ÖVP), sondern ein Kulturprojekt mit
Nachhaltigkeitswirkung. Und weiter: "Budget sollte nicht für Parteifeste
vergeben werden".
Das Ansinnen ist ehrenwert: Die "Wienwoche" will über den Verein zur
Förderung der Stadtbenützung neue Handlungsräume in der Stadt
erschließen. In einer ab heute, Freitag, laufenden Ausschreibung (bis
11. 3.) richtet sich das im Dezember bestellte Leitungstrio Petja
Dimitrova, Can Gülcü und Radostina Patulova an Einzelpersonen oder
Gruppen, die ihre Erfahrungen und Praxen in eine neue Auseinandersetzung
mit der Stadt als "Lebensraum für alle" einbringen möchten.
Inhaltliche Schwerpunkte sind "agieren" (statt regiert werden),
"Geschichte neu schreiben" und "Raum umverteilen" (anstatt zu
verwalten), d. h. bestehende Diskriminierungsstrukturen aufbrechen bzw.
Initiativen sichtbar machen und verknüpfen. Die nun zu entwickelnden
Projekte werden schließlich von 21. September bis 7. Oktober 2012 der
Öffentlichkeit präsentiert. Einreichungen nur per E-Mail an
ausschreibung@wienwoche.org. (afze / DER STANDARD, Printausgabe, 3.2.2012)