Korruptionsskandal

Flughafen Wien, RZB und Meinl Bank zittern vor slowakischem Gorilla

2. Februar 2012, 13:53

Slowakische Investorengruppe Penta der Korruption bei Privatisierungen verdächtigt - Auch Österreicher in Erklärungsnot

Wien/Bratislava - Der Korruptionsskandal "Gorilla" erschüttert seit Weihnachten die Slowakei, und das in einem Ausmaß, dass sogar die Bürger und Bürgerinnen auf die Straße gehen. Dabei geht es um die slowakische Investorengruppe Penta (die Eigentümer zählen zum slowakischen Geldadel, Penta war auch unter den Bietern für A-Tec), die in den Jahren 2005 und 2006 beim Konsortium TwoOne gemeinsam mit dem Flughafen Wien und der Raiffeisen Zentralbank um die Privatisierung des Flughafens M.R. Stefanik in Bratislava mitbot. Diese wurde 2007 unter Premier Robert Fico schließlich gestoppt.

Penta soll Auswahl und Tätigkeit des Privatisierungsberaters manipuliert und außerdem fünf der neun Mitglieder der Privatisierungskommission sowie den damaligen Verkehrsminister Pavol Prokopovic bestochen haben. Nachzulesen ist das alles in der Akte "Gorilla": Sie wurde in den Jahren 2005 und 2006 vom Slowakischen Informationsdienst (SIS) angelegt. Dokumentiert sind Gespräche zur Vorbereitung der Privatisierung vor allem von Energie- und Verkehrsunternehmen. Geplaudert wurde in einer konspirativen Wohnung auf der Vazovova-Straße in der Bratislaver Innenstadt.

Ausläufer erreichen Österreich

Die hohen Wellen, die der Skandal in der Slowakei schlägt, erreichen nun auch Österreich. Penta soll Politiker verschiedener Parteien geschmiert haben. Gerüchte gibt es seit langem, seit 9. Jänner ermittelt die für das organisierte Verbrechen zuständige Sonderstaatsanwaltschaft. Im Jänner hat die slowakische Regierung die Chefin des Fonds des Nationalen Eigentums (FNM), Anna Bubenikova, abberufen. Der FNM verwaltet die Staatsbeteiligungen der Slowakei. Daraus soll Bubenikova Gelder für politische Parteien abgezweigt haben. Bubenikova, einst Mitglied des FNM-Vorstands, vermittelte bei Gesprächen zwischen Investoren und den Koalitionsparteien. Die Provisionen für die Privatisierung beliefen sich auf mehrere Millionen Euro und wurden zwischen Politikern der Slowakischen Demokratischen und Christlichen Union (SDKU), der Partei der Ungarischen Koalition (SMK) und der Christdemokraten (KDH) aufgeteilt. Allein der damalige Wirtschaftsminister Jirko Malacharek soll mehr als 300 Millionen Kronen (rund eine Mio. Euro) Provision bekommen haben.

Nun heißt es in der Tageszeitung "Die Presse", dass die Meinl Bank für Penta Geld gewaschen habe - der Vorwurf wird in mutmaßlichen SIS-Abhörprotokollen erhoben, aus denen die "Presse" zitierte. Penta hatte die Protokolle zunächst als "Erfindungen" bezeichnet, die Abhöraktion wurde aber inzwischen von mehreren Seiten bestätigt. Die Meinl Bank weist den Vorwurf zurück, "in irgendeiner Form mit Korruption, Geldwäsche oder anderen ungesetzlichen Tätigkeiten" zu tun zu haben.

Erklärungsnot

"Dies gilt grundsätzlich und selbstverständlich auch in Zusammenhang mit der intendierten Privatisierung des Flughafens Bratislava", heißt es in einer Stellungnahme der Bank. "In Erklärungsnot" bringen die Geheimdienst-Protokolle laut "Presse" aber auch den Flughafen Wien und die Raiffeisen Zentralbank (RZB). Sie hätten Penta als dritten Partner beim Konsortium TwoOne an Bord genommen, das sich 2006 um den Kauf des Flughafens Bratislava bewarb. Laut den Protokollen konnte Penta durch Bestechung erreichen, dass die befreundete Meinl Bank mit Partnern als Privatisierungsberater der Regierung ausgewählt wurde.

Die Bank habe sich in dieser Funktion an alle relevanten Gesetze und Regeln gehalten, heißt es dazu in der Stellungnahme der Meinl Bank. Das Angebot der Konsortiums "lag sehr deutlich über jenem des Zweitbieters. Der erzielte Preis war der bis dahin beste, der jemals für die Privatisierung eines Airports (gemessen an der Passagierzahl) erzielt worden wäre."

Beim Flughafen Wien findet man es "auch rückblickend logisch", dass damals ein lokaler Partner ins Konsortium TwoOne aufgenommen wurde, wie Pressesprecher Peter Kleemann der "Presse" erläuterte: "Der Flughafen Wien war am Projekt Bratislava interessiert, hatte aber keine Erfahrungen mit dem slowakischen Markt. Auch zur Risikominimierung war es sinnvoll, weitere Partner zu holen." Es habe keine Zahlungen an Penta im Zusammenhang mit der Bewerbung gegeben. Nachsatz: "Ob oder welche Handlungen Partner gesetzt haben, liegt außerhalb unseres Einflussbereiches." Die RZB will erst recht nicht dafür verantwortlich sein, dass Penta überhaupt dabei war. "Der Flughafen hat Penta ins Boot geholt", erklärt Martin Schreiber namens der Bank. (APA/red, derStandard.at, 2.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 119
1 2 3
konrath
00

wo ist mein posting was "herbert kaufmann" betrifft!!!! lieber standard....

sainty1
00
vielleicht hat er eine unterlassungsverfügung erwirkt

konrath
00

ja, ueber seine 10 anwaelte....;-)))

. Hasenöhrl
011
Schmiergeldempfänger:

Slowakische Demokratische und Christliche Union (SDKU)

Partei der Ungarischen Koalition (SMK)

Christdemokraten (KDH)

Auch in der Slowakei sind die Schwarzen korrupt bis in die Knochen - aber das kennen wir ja von den unsrigen für die selbstverständlich die Unschuldsvermutung gilt!

Welche Österreichische Firmen waren beteiligt?

Flughafen Wien mit Chef Gabmann (ÖVP)

RZB mit Chef Konrad (ÖVP)

Meinl Bank mit Julius dem 5. enger Freund von Karliheinzi Ex-Finanzminister (ÖVP)

Auch hier gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung!

sainty1
00
hätte das auch so aufschlüsseln sollen weiter unten..

wusste nicht das nicht klar ist wo überall die ÖVP dahinter steckt =)

wer wenn nicht er
01
Alles super, nur der Vollständigkeit halber...

Die Fleisch gewordene Unschuldsvermutung war schon immer noch FPÖ- und später BZÖ-Mitglied.

Der Mascherl-Kanzler hat die Jörgl-FPÖ systematisch demontiert und trieb dies auf die Spitze indem er den (damaligen) Lieblingspolitiker der F-ler in der Wahlschlacht 2002 als unabhängigen Finanzminister auf VP-Seite anbot.

Er war jedoch nie ein ÖVPler.

Nicht dass die die VP schönreden will, aber die korrupteste Bande war und ist im dritten Lager daheim. Dort versucht definitiv NIEMAND zum Wohl des Landes zu agieren. Diese "Bewegungen" haben ein einziges Ziel:
Mit Pupolismus total die Stimmen der Dummen bekommen, um anschließend den Staat zu plündern.

richard ratphlat
 
00
eigenartiger weise tauchen immer die selben namen auf, wenn es um korruptionssümpfe geht

flughafen wien, raiffeisen zentralbank, meinl bank

aufgrund der "unschuldsvermutung" gehe ich davon aus, dass die o. g. firmen schuldlos sind.

aber warum greifen diese firmen immer auf beteiligte zu, die sehr dubios handeln.

wer wenn nicht er
00
Wieso immer die selben?

Im Artikel steht z.B. nichts von
- Faymann und ASFINAG,
- Scheuch und Hypo Alpe Adria,
- Maischberger und BUWOG,
- Gorbach und Telekom Austria,
- Verzetnitsch und BAWAG
etc.

Scherberich
 
01
diese osteuropäischen Kapitalisten

verhalten sich wie aus Zwang genauso, wie sie die Kommunisten beschrieben haben.

PierNick
 
00
Bitte liebe Slowaken, könnten wir ein paar von

Euren offenbar sehr fähigen Schlapphüten ausborgen?

..mit riesenschritten zur NWO aka ganzsichernicht
 
00
..bitte lieber gott,

..mach, dass der name raiffeisen in der berichterstattung herausgenommen wird! ich flehe dich an! sonst kommt das volk eventuell auch noch auf die idee dass die öhfaubeh irgendwo involviert ist!....bitte, bitte, lieber gott! dafür verputz ich auch den ganzen schweinebraten, dein christian!

konrath
00

lieber standard!!!!! geben sie einfach diesbezueglich meine postings frei!!! was ist das problem?????

Wirtschaftswachstum
01

278a auf Meinlbank anwenden

Quartz1
00
Banken zum Rapport. Das hat Priorität. Dann erst kommt das Sparprogramm.

Unsere großen Banken gehören zerschlagen. Egal wo sie drinstecken.

Denn dass sie in den nächsten paar Jahren noch mehr Unheil anrichten werden als sie es schon bisher gemacht haben, das ist sicherer als das Amen im Gebet.

konrath
00

zwei postings geschrieben, die wieder gesperrt wurden.....standard! ich verstehe euch nicht!!!

Waran
05
Konservative,

das klingt schon beinahe wie ein Schimpfwort - und das weltweit!

glenfiddich
015

Das Ganze nennt man dann bei dewr ÖVP "Wirtschaftskompetenz". Jetzt verstehe ich warum in der gelobten Privatwirtschaft nur Konservative "erfolgreich" sein dürfen.

Seriöser Hütchenspieler
60

SPÖ-Wirtschaftskompetenz sieht man dafür beim AKH, beim Skylink, beim Pratervorplatz usw. usf.

Akkad
04
Skylink heißt Gabmann und der ist von der ÖVP

http://de.wikipedia.org/wiki/AKH-Skandal

Das war vor 32 Jahren, ein Adolf Winter und nicht die SPÖ

Du musst schon die Kirche im Dorf lassen, gell!

Dalien
 
010
Wie lange es wohl dauert, das der Name Grasser auftaucht?

2,3 Tage?

mulligan1
00
ich gehe davon aus, dass es noch weitere bekannte namen sein werden !

Makro 24/7
01

Beim Konrad zittert nur das Schweinsbratal!

. Hasenöhrl
013
Wo Grasser drauf steht

ist Korruption drin

und das selbe gilt für die ÖVP!

Dalien
 
41
Dasselbe gilt

für ALLE Parteien. Haben Sie das Muster nicht erkannt?

Akkad
11
Das gilt nicht für ALLE Parteien

Das gilt für ÖVP,BZÖ und FPÖ !!!

Wenn du andere Informationen hast, raus damit!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 119
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.