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Wien - „Ich bin ein Spritzer" ist eine neue Initiative, die auf das Thema Prostatakrebs aufmerksam macht und sich auf Hormontherapie bei fortgeschrittener Erkrankung bezieht. Gemeinsam mit betroffenen Männern, die als Testimonials zur Verfügung stehen, und Urologen sollen dabei Männer ab 40 zur Vorsorgeuntersuchung motiviert werden und Informationen rund um Diagnose, Behandlung und Leben mit dem Krebs erhalten. Die Kampagne startet anlässlich des Welt-Krebs-Tages am 4. Februar.
Etwa jeden sechsten Mann trifft die Diagnose Prostatakrebs. Damit ist er die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern, an der in Österreich alle sieben Stunden ein Mann stirbt. Erkennt man den Krebs rechtzeitig, ist er gut therapierbar und die Chancen auf Heilung stehen gut. Die Wahl der Behandlung ist individuell und orientiert sich am Krankheitsstadium, Alter, allgemeinen Gesundheitszustand sowie an den Bedürfnissen des Patienten. „Neben der Entfernung und der Bestrahlung der Prostata stellt die Hormontherapie eine wichtige Säule in der Behandlung des hormonabhängigen Prostatakarzinoms dar" erklärt Max Klitsch, Urologe am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien.
Psychische und körperliche Belastung
Hormone spritzen bedeutet der Prostatakrebs befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Und genau da setzt die neue Kampagne an. „Die Diagnose Prostatakrebs war wie ein Hammerschlag. Ich hatte, wie die meisten Männer, nicht damit gerechnet", erzählt Werner Pokstefl, der seit über zehn Jahren an Krebs im fortgeschrittenem Stadium leidet und eine Operation, bei der die Prostata entfernt wurde, sowie eine Strahlentherapie hinter sich hat. Danach bekam er eine Hormontherapie, die zwar verlässlich und effektiv wirkte, dennoch eine körperliche und psychische Belastung bedeutete. „Wir unterstützen die Kampagne, um andere Männer vor diesem Schicksal zu bewahren. Mit der provokanten und mutigen Aussage "Ich bin ein Spritzer" können wir Männer auf unsere Geschichte aufmerksam machen und sie so zur Vorsorgeuntersuchung motivieren. Außerdem zeigen wir dadurch Solidarität mit anderen Betroffenen." Das ist wichtig, denn die Erkrankung beeinträchtigt das Leben eines Mannes. Neben körperlichen Beschwerden, die der Krebs verursacht und die Therapien mit sich bringen können, sind Niedergeschlagenheit, existenzielle Sorgen, Angst vor Diskriminierung und Verlust der Männlichkeit enorm belastend.
Patienten sind aktiv mit eingebunden
Die Kampagne startet anlässlich des Welt-Krebs-Tages am 4. Februar. Die bewegenden Geschichten der beiden Patientenvertreter Ekkehard Büchler und Werner Pokstefl sind der rote Faden durch alle Aktivitäten. Sie schaffen Aufmerksamkeit, Akzeptanz und den persönlichen Bezug zum Thema, den es braucht, um die Menschen und ihr Bewusstsein für die Ernsthaftigkeit dieser Krebserkrankung zu erreichen. Auch andere Patienten und ihre Angehörigen sind aufgefordert, ihre ganz persönliche Geschichte zu erzählen. „Viele Patienten und ihre Familien sind weitgehend uninformiert und mit der Situation überfordert. Ausführliche Information, die beim Arzt oft zu kurz kommt und die Möglichkeit des Redens, hilft und nimmt die Verunsicherung", weiß der Obmann der Wiener Selbsthilfegruppe Ekkehard Büchler aus jahrelanger Erfahrung in der Patientenarbeit. „Das Teilen des Schicksals ist für Betroffene und deren Angehörige eine wichtige Unterstützung in der Krankheitsbewältigung."
Patienten haben die Möglichkeit, sich über die Website und auf facebook ausführliche Information rund um Vorsorge, Diagnose, Behandlung und das Leben mit dem Krebs zu holen. (red)
Weitere Informationen: Scientific American, Jänner 2012, "The Great Prostate Cancer Debate: Does Screening Save Lives?": "Last fall the U.S. Preventive Services Task Force dropped a bombshell, arguing that healthy men should stop undergoing a routine blood test as a screen for prostate cancer. An analysis of the best available evidence, it argued, had shown little or no long-term benefit from the measure—called the prostate-specific antigen (PSA) test—for most men with no symptoms of the disease."
http://www.scientificamerican.com/article.c... ate-debate
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