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vergrößern 645x430Nebel über dem Strom: Auf den Reiz, den die winterliche Donau bei Hainburg verströmt, muss man sich erst einlassen. Dann aber ist man verzaubert.
vergrößern 645x430Hotel Altes Kloster, Fabriksplatz 1a, 2410 Hainburg a. d. Donau, Tel.: 02165/640 20
vergrößern 645x410Aktion: Bis 9. 3. Fr, Sa und So 50 Prozent Rabatt im Doppelzimmer (€ 69 pro Zimmer und Nacht).
vergrößern 645x430Mehr Bilder von Lukas Gansterer gibt es auf der Homepage www.lukasgansterer.com.
Am Anfang verliert man sich auf der Bahnhofsbaustelle Wien-Mitte, sitzt irgendwann doch in der S-Bahn und sieht erst der Stadt und dann dem winterlich ergrauten Ostösterreich beim Vorbeigleiten zu. Nach kaum einer Stunde ist Hainburg an der Donau erreicht. Die Stadt liegt tatsächlich direkt am Strom, als Wiener kann einen das bekanntlich erstaunen.
Auf der anderen Seite liegt die Stopfenreuther Au. Auf der Kiesbank am Ufer strecken Kormorane ihre Flügel zum Trocknen aus. An Fischen scheint es keineswegs zu mangeln, so zahlreich wie die schwarzen Tauchvögel sich da tummeln.
Ein winterliches Wochenende an der Donau birgt eigene Reize, speziell, wenn man die behagliche Wärme eines gut ausgestatteten Hotels in der Nähe weiß. Dann kann einen der eisige und doch feuchte Wind, der unablässig zu blasen scheint, nicht schrecken. Das Alte Kloster, ein aus dem 17. Jahrhundert stammender Bau hinter der Tabakfabrik, ist so ein behaglicher, mit Gefühl und Geschmack ins Heute übersetzter Ort. Man wohnt unter mächtigen Kreuzgewölben, durch die schönen Doppelkastenfenster erscheint der Strom mit seinen Lastkähnen in Griffweite. Zu Fuß ist man in wenigen Minuten an der Donau, wer sich nach Osten orientiert, ist schnell im Uferwald mit seinen Tümpeln und Höhlen, in denen Fledermäuse wohnen. Im Sommer schwirren sie in abenteuerlichen Manövern über den Nachthimmel, jetzt haben sie sich in die hintersten Ritzen der Höhlen zurückgezogen, die der Braunsberg zu bieten hat.
Es ist still am Strom, Nebel ist aufgezogen. Die Biber sind da, keine Frage: Entlang des schmalen Uferwegs liegen Bäume, die sie zur Strecke genagt haben, zu Hunderten herum. Keine Sorge: Es wächst genügend nach. An einem der vielen Tümpel (oder sind es Seitenarme des Stroms?) ist ein mächtiger Bau zu erkennen, die Biber aber selbst lassen sich bitten. Dabei wimmelt es im glasklaren Gewässer nur so vor Muscheln. Sie sehen aus wie Miesmuscheln, duften gar nicht dezent nach Schlamm und sind doch eine Lieblingsspeise der Flossenschwänzler - vor dem Bau liegt ein Berg aufgebrochener und ausgezuzelter Schalen.
Am Ufer der Donau liegt auch allerhand herum. Verrostete Teile einer Waschmaschine, allerhand Konservendosen (rumänische Sardinen scheinen bei Donauschiffern hoch im Kurs zu stehen), aber auch ein sprichwörtlich rostiger Anker und ein mächtiges, oberschenkeldickes Tau aus türkisfarbenem Kunststoffgeflecht, das in seiner brüchigen Faserigkeit ein prächtiges Objet trouvé abgibt. Dem Hotelzimmer will man das schmutzstarre Ding nicht zumuten, also wird es am Ufer vor der Bahnstation mit ein paar Steinen beschwert und erst bei der Abreise wieder in Besitz genommen.
Jetzt ist höchste Zeit für Silentium, den mit Sauna, Dampfbad und Infrarotwärme ausgestatteten Erholungsbereich des Hotels, wo die Kälte im Nu aus den Knochen weicht. Auch hier ist, wie im ganzen Haus, der Strom und die Landschaft um Hainburg gegenwärtig - in Form der berückend schönen großformatigen Schwarz-Weiß-Bilder des Fotografen Lukas Gansterer, dessen Werke den behäbigen Bau mit einer ganz eigenen Atmosphäre versehen. (corti/DER STANDARD/Rondo/03.02.2012)
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