Börsengang

Vom Graffiti-Künstler zum Facebook-Millionär

2. Februar 2012, 12:05
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    screenshot: facebook

David Choe verschönerte das erste Büro von Facebook und erhielt als Lohn Aktien im jetzigen Wert von 200 Millionen US-Dollar

David Choe hat wohl auf das richtige Pferd gesetzt, als er statt Geld Aktien für Facebook genommen hat. Der Graffiti-Künstler hat die Wände des ersten Büros des sozialen Netzwerks besprüht. Wenn Facebook dieses Jahr an die Börse geht, wird sein Anteil vermutlich 200 Millionen US-Dollar wert sein. Er könnte damit für seine Arbeit mehr Geld bekommen, als Sotheby's bei seiner Rekordauktion mit Arbeiten von Damien Hirst lukrierte - 200,7 Millionen US-Dollar.

"Wahnsinnig viel Geld"

Facebook will mit der am Mittwoch angekündigten Emission fünf Milliarden US-Dollar einsammeln. Das ganze Unternehmen ist vermutlich 75 bis 100 Milliarden US-Dollar wert. Mit dem Börsengang werden viele Menschen plötzlich zu Millionären und Milliardären werden. "Facebook wird den frühen Teilhabern wahnsinnig viel Geld bescheren", sagte Alex Gould, Technologie-Investor und Dozent am Stanford Institute for Economic Policy Research, gegenüber der "New York Times".

Nicht das erste Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Internetfirma ihren Angestellten und frühen Teilhabern viel Geld beschert. Schon als 1995 Netscape an die Börse ging, wurden viele Menschen reich. Unter anderem auch der Gründer des Browsers, Marc Andreessen, der früh 3,6 Millionen US-Dollar in Facebook investierte und bei einem Börsengang 200 Millionen zurückbekommt. Als Google an die Börse ging, wurden hunderte Menschen Millionäre, unter anderen auch Sekretärinnen, die Firmenmasseurin und der Firmenkoch.

Enormer Wert

Facebooks voraussichtlicher Wert ist enorm und um ein Vielfaches höher als Googles Initial Public Offering (IPO) 2004 mit 1,67 Milliarden US-Dollar. Facebook hat am Zweitmarkt, wo private Anteile gekauft und verkauft werden, bereits einen Wert von mehr als 80 Milliarden US-Dollar.

Während der Gründerjahre hat Facebook Anteile an 250 Angestellte vergeben. Im Jahr 2007 stoppte das Unternehmen die Ausstellung von Optionen und wechselte zu Belegschaftsaktien. Immer noch besitzt eine große Anzahl an Angestellten, die nach 2007 angestellt wurden, Millionen in Aktien. So besitzt Facebooks Finanzchef David A. Ebersman, der 2009 in die Firma kam, sieben Millionen in gesperrten Aktien.

Topverdienerin Sheryl Sandberg

Laut Börsenprospekt war im vergangenen Jahr Sheryl Sandberg, die als rechte Hand von Facebook-Gründer Mark Zuckerbergs das Tagesgeschäft leitet, Spitzenverdienerin des Unternehmens. Ihr jährliches Basisgehalt lag zwar bei "nur" 296.000 US-Dollar (225.000 Euro) plus 86.000 US-Dollar Bonus. Doch hat sie sich auch das Anrecht auf Aktien verdient - und deren Wert beläuft sich auf 30,5 Millionen US-Dollar.

Bei Chefentwickler Mike Schroepfer sieht die Lohntüte ähnlich aus: vergleichsweise kleines Grundgehalt, üppiger Aktienbonus. Er kommt auf 24,7 Millionen US-Dollar. Bei Chefjustiziar Theodore "Ted" Ullyot summierte sich das Gesamtgehalt auf knapp sieben Millionen US-Dollar.

Zuckerberg Geringverdiener

Zuckerberg selbst ist der Geringverdiener in der Chefetage. Aktien bekommt er gar keine - er besitzt ja auch schon gut 28 Prozent an Facebook, was ihn bei einem geschätzten Gesamtwert des Unternehmens von 100 Milliarden US-Dollar zum 28-fachen Milliardär macht. Allerdings liegen Zuckerbergs Grundgehalt (483.300 Dollar) und sein Bonus (221.000 Dollar) höher als bei seinen Kollegen. Ab 2013 sinkt sein Grundgehalt aber auf einen Dollar.

Insgesamt überwies ihm die Firma für das vergangene Jahr knapp 1,5 Millionen US-Dollar. Darin enthalten ist auch die Übernahme der Kosten für Zuckerbergs private Flüge in teuren Chartermaschinen - das sei aus Sicherheitsgründen nötig, wie es im Börsenprospekt heißt. Auch Verwandte und Freunde durften mit. Zuckerberg verflog binnen eines Jahres 693.000 Dollar.

Die Winklevoss-Zwillinge

Sogar Tyler und Cameron Winklevoss, die behaupten, dass Mark Zuckerberg ihnen die Idee zu Facebook gestohlen hat, besitzen rund 1,2 Millionen Anteile. Darauf haben sich Facebook und die Zwillinge in einem Gerichtsprozess geeinigt.

David Choe

2005 wurde der Graffiti-Künstler David Choe von Facebook-Präsident Sean Parker engagiert, um Wandgemälde für das erste Büro von Facebook zu gestalten. Als Bezahlung bot Parker dem Künstler entweder "tausende Dollar" Cash oder Anteile im selben Wert an. Choe glaubte zu der Zeit zwar, dass die Idee von Facebook "lächerlich und unnütz" ist, wählte aber trotzdem die Anteile.

Viele "Berater", zu denen auch Choe zählt, erhielten zu der Zeit zwischen 0,1 und 0,25 Prozent des Unternehmens, wie ein ehemaliger Facebook-Mitarbeiter berichtete. Das klingt zwar nicht nach viel, aber bei einem Marktwert von 100 Milliarden US-Dollar sind das mehrere 100 Millionen US-Dollar. David Choes Anteil ist somit rund 200 Millionen US-Dollar wert.

Im Vergleich zu den erwarteten 28,4 Milliarden US-Dollar, die Mark Zuckerberg für seine Anteile bekommen soll, ist das natürlich ein kleiner Betrag. Aber wenn man die Chance hat, für ein Start-up eines Harvard-Abbrechers zu arbeiten, sollte man vielleicht eher Aktien als Cash nehmen. (soc/APA)

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Hage Butte
 
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nicht nutzen

und die sache ist 0 wert

sadf1asfasfasfasf
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musste jetzt irgendwie an diese Szene von den Simpsons denken: http://www.youtube.com/watch?v=hyM3HVdH1Kw

virtualnik
22
Solche News sind es,

die dazu beitragen, dass der durchschnittliche Kronen-Zeitungs-Leser jetzt glaubt, das jeder "der was mit compjuta intanet macht" eh reich is... oida! die sau!

Tschick Tschaikowsk
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Solche Postings sind es...

...bei denen ich lachen darf.

Franz Iskaner
 
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stimmt jo ah, gsöchter!

SpaßBeiseite
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Mein Geld ist ja nicht weg - es hat nur jemand anderes!

Heavyweather
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Ich kaufe auf jeden Fall Aktien...

Es schadet auf keinen Fall. Mir würde ein Verlust nicht wirklich weh tun und das Geld bleibt ja sowieso immer im System.

maruh
01

und wenn facebook wieder einmal meint sie machen es doch nicht?
was mach er dann mit den schönen zettelchen?

:D

Freiheit, Gleichheit, Bürgerlichkeit
112

genau solche geschichten sind es, die aktienblasen entstehen lassen. der firmenkoch, die sekretärin oder grafitti-künstler, die zu millionären werden - da wird die fantasie geweckt, da will man selbst teilhaben.

und es kann ja nur weiter nach oben gehen, oder?

ich sage nicht, dass facebook scheitern muss, aber für einen realistischen unternehmenswert von 80 mrd. muss es noch sehr stark wachsen. und ich glaube nicht, dass facebook das neue microsoft wird.

freeride k.o.tin
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David Choe war vor Facebook schon Millionär

..besser wäre es gewesen einen unbekannteren Künstler zu nehmen

Ohne Gurt im Ionensturm
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wenn solche geschichten bekannt weren glaubt aber niemand mehr damit reich zu werden, da ist man ein paar jahre zu spät drann.

Freiheit, Gleichheit, Bürgerlichkeit
01

es geht darum das schnelle geld mit "hochtechnologie" aktien zu machen. und das interessante ist, dass weitergekauft wird, obwohl die papiere bereits überbewertet sind. die einen lassen sich einlullen und glauben an die gewaltigen ertragschancen des unternehmen, die anderen wissen was läuft, hoffen aber den richtigen zeitpunkt zum absprung zu finden.

und natürlich dienen diese erfolgsstories dazu investoren zu ködern. "200 mio aus tausend dollar, soviel wird für mich zwar nicht mehr rausspringen, aber man kann bei diesen papieren nicht verlieren."

ist übrigens ein klassischer anfängerfehler zu glauben, dass eine gute performance in der vergangenheit eine gute performance in der zukunft garantiert.

Engel Bert
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Seifenblase ...

rough_rider
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die du selbst gern gegründet hättest...

Engel Bert
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Diese Metapher haben Sie nicht ganz verstanden, fürchte ich.

rough_rider
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Scheint so. War ne besonders subtile Metapher wie mir scheint :-/

Ringelnatter...

Hugo Stolz
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Na und wenn schon, solange man rechtzeitig verkauft. Und verkaufen wird wohl das erste sein, was Leute wie David Choe machen werden, sobald Facebook an die Börse geht.

major grubert
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mal ganz ehrlich

ich wuerde nur die haelfte verkaufen :)

Global Awakening
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Hmm

Diese Aktie gehört ins Portfolio jeder Rentenversicherung ... muahaha

Sarkasmus beiseite, diesem Künstler kann man nur gratulieren :)

gomaxgo
 
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was mich bei dem ganzen total wundert ist wie kann es menschen interessieren was irgendwo

ein paar amateure ohne qualitaetsnachweis so hin und her tratschen, das ganze basiert ausschliesslich auf tratschereien, bla bla bla und sonst nichts. Aber tratschen war schon immer hoch im kurs, die meisten leute die nichts bringen tratschen wie gut sie sind, jedoch die bringen nichts da ausser worthuelsen nichts durch kabel kriecht. Es ist wirklich unglaublich wenn man sich den krampf naeher betrachtet und eine offenbarung ueber das denkvermoegen der leute. jedoch ich glaube das die sogenannte soziale komponente sowieso nur marginaler hype ist. in wirklich wollen die leute eigentlich nur eine moeglichkeit haben um eine website zu hosten, fuer das hosten nichts bezahlen zu muessen und das design gratis bekommt, das IST es, trust me !

TRockenmilch
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sorry, aber du verwehcselst da facebook mit twitter. no more comment.

Kapitalismus Luege
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die Sekretärin, der Eisverkäufer, der Fensterputzer; alle sind jetzt reich

- und da soll mir noch einer sagen Kapitalismus funktioniere nicht.

Wer noch keine FB-Aktien hat, kann sich bald in der Trafik welche kaufen - zum Zigaretten-anzünden.

BlackAdder
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Der kapitalismus "funktioniert" für einige wenige, dem großteil der menschheit beschert er hingegen nur negative effekte.

WoHo
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?? 3.6 Mio Investition vs. Büro graffitisieren

Die 'frühe' 3.6 Mio Investition von Marc Andreessen bringt so viel wie das 1000 Dollar Äquivalent an Anteilen für David Choe nämlich 200 Mio. ?

Wo ist der Faktor 3600 ? War der Graffitikünstler noch soo viel früher dran ??

Martin Major
 
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DAS war halt die eigentliche kunst :)

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