Sony steckt tief in den roten Zahlen

2. Februar 2012, 17:26

Der japanische Elektronikkonzern schreibt einen Fehlbetrag von 1,6 Milliarden und erwartet auch für das Gesamtjahr rote Zahlen

Das TV-Geschäft droht Japans Elektronikherstellern das Genick zu brechen. Im Dezember hatte die Rating-Agentur Fitch Sonys Anleihen bereits auf einen Grad über Schrottstatus abgewertet. Am Donnerstag schockte der Konzern die Märkte mit einer erneuten Gewinnwarnung. Der Reinverlust werde im bis März laufenden Bilanzjahr auf 2,2 Milliarden Euro anschwellen, kündigte Sony an. Im November hatte Sony einen Verlust von 0,9 Milliarden erwartet.

Während Sonys Erzrivale Samsung von Rekord zu Rekord eilt, schreibt die einstige Ikone der Japan AG zum vierten Jahr in Folge tiefrote Zahlen. Der Hauptschuldige ist einmal mehr das siechende Flachfernsehergeschäft.

Doch Sony ist kein Einzelfall. Auch bei Japans anderen TV-Riesen erweist sich das einstige Königsprodukt der Japan AG als Fass ohne Boden. Sharps Aktienkurs stürzte am Donnerstag nur gebremst vom täglichen Handelslimit um 16 Prozent auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren ab. Denn der Pionier der Flachfernseher hat am Vortag für das noch laufende Bilanzjahr einen Rekordverlust von 2,9 Milliarden Euro avisiert.

Zusätzlich schürte Sonys japanischer Erzrivale Panasonic Befürchtungen, dass er in diesem Bilanzjahr noch mehr als die bereits angekündigten vier Milliarden Euro Verlust anhäufen könnte.

Selbst in den Vorstandsetagen scheint bisher Undenkbares denkbar zu werden - der Ausstieg aus der TV-Produktion, um das eigene Unternehmen zu retten. Denn den Konzernen gehen die Sanierungsideen aus. Seit Jahren senken sie Kosten. Doch je hektischer sie sparen, desto tiefer der Fall. Sonys Fernsehersparte, einst Goldesel, macht seit acht Jahren Verluste.

Er könne vor schmerzhaften Schritten nicht zurückschrecken, sagte Sonys neuer Konzernchef Kaz Hirai "Es wird Situationen geben, in denen wir wählen müssen." Er steigt fast vollständig aus der LCD-Produktion aus. (Martin Kölling, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 3.2.2012)

Kommentar posten
11 Postings

Die sind eh "Too Big to Fail".

Seltsam - dabei verkaufen sich die Produkte doch eh so gut ... in meinem Bekanntenkreis kaufen sich die Leute immer wieder sony-Produkte ... aber meistens im Abverkauf ... naja.

alles , was ich so von sony besitze, funktioniert seit ziemlich lange ziemlich gut - kann man von vielen anderen elektroikherstellern nicht wirklich behaupten. keine ahnung, was es daran zu meckern gibt. ok, ich besitze keine playstation noch irgendeine andere console.

Ich kenne nur die VAIO-Notebooks; der Support ist leider jenseitig, auch wenn die Geräte ok sind.

Ich wiederum besitze viele Geräte von Philips und die laufen auch schon sehr sehr lange und ich bin damit sehr zufrieden. Sony mag ich nicht so - aber so hat jeder Mensch seine Marken bzw. Vorlieben (wie ich auch vorhin grad mit einem Freund dieses Thema besprochen hab - sonst wäre die Auswahl zu groß hehe). Aber es gibt auch Menschen, denen die Marke total egal ist - viele Menschen, viele Meinungen :-)
Aber ich bekomme immer mit, dass sich die sony-Produkte eh ganz gut verkaufen - viele behaupten, dass es keine besseren Geräte am Markt gibt ... deshalb wunderte es mich.

die produktpalette von Philips im consumerbereich

ist allerdings schon sehr eingeschränkt..

Wie ist das genau gemeint? Ich habe TV, BR-Player/Heimkinoanlage, Rasierer, Mixer, Wecker und Kaffee (Senseo) von Philips ... Stereoanlage ist von Sony - aber diese hat meine Frau von ihrer Wohnung mitgebracht :-)

also der Marktanteil am Consumersektor

ist nur noch ein schatten von früher... - ausserdem ist vieles in ihrer Aufzählung vermutlich Lizenzproduktion mit Philips Logo.

Ja das kann echt sein. Sowas kann man nur durch eine intensive Suche herausfinden oder? Naja egal, ich bin ja nicht mit Philips verheiratet :-)

SONY Business Ethics

.. die haben mich als Dienstleistungs Subunternehmen
in den Konkurs getrieben

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.