Fährunglück vor Papua-Neuguinea - Noch 100 Vermisste

3. Februar 2012, 06:26
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Schiffe, Hubschrauber und Flugzeuge im Rettungseinsatz

Sydney - Nach dem Untergang einer Fähre vor Papua-Neuguinea werden noch 100 der bis zu 350 Passagiere vermisst. Bis Donnerstagabend (Ortszeit) konnten 238 Menschen lebend geborgen werden, teilte die australische Schifffahrtsbehörde Amsa mit. Berichte über Tote lagen nicht vor.

Rettungsmannschaften haben am Freitag in der Früh die Suche nach den Vermissten wieder aufgenommen. Drei Schiffe, zwei Flugzeuge und zwei Hubschrauber waren nach Behördenangaben im Einsatz. Die Arbeit wurde aber durch starken Wind und hohen Wellengang erschwert, wie Einsatzleiter Nurur Rahman sagte. 

Zudem wurde befürchtet, dass viele Menschen im Innern des Schiffs gefangen sein könnten. Bisher hätten rund 250 Überlebende gerettet werden können, erklärte die australische Behörde für maritime Sicherheit (AMSA).

Tragödie

"Dies ist offensichtlich eine große Tragödie", sagte Australiens Premierministerin Julia Gillard kurz nach dem Unglück. Dieses habe wahrscheinlich vielen Menschen das Leben gekostet. Die Reederei machte keine genaueren Angaben und teilte zunächst nur mit, sie habe in der Früh den Kontakt zu der Fähre verloren. Die "Rabaul Queen" soll noch ein Notsignal abgesetzt haben.

Die Ursache der Havarie rund 16 Kilometer vor der Küste war unklar. In Medienberichten wurde spekuliert, die 47 Meter lange "Rabaul Queen" könne überladen gewesen sein oder ein technisches Problem gehabt haben. Vor dem Büro der Reederei im Zielhafen Lae, der zweitgrößten Stadt Papua-Neuguineas, versammelten sich zahlreiche besorgte Angehörige, berichtete der Chef der örtlichen Handelskammer, Alan McLay. Es sei unwahrscheinlich, dass Ausländer an Bord gewesen seien, schrieb die Zeitung "The Australian" unter Berufung auf das australische Außenministerium.

Acht Schiffe an Rettungsaktion beteiligt

An Bord seien 300 bis 350 Menschen gewesen, darunter viele Studenten und Lehrer, sagte die Sprecherin des Seenot- Rettungsdienstes von Papua-Neuguinea (NMSA), Nerae Mari Mahu. Nach ihren Worten war die See relativ ruhig und die Sicht gut. Dies erleichtere die Rettungsaktion, an der sich auch Australien beteilige. Helfer berichteten nach Angaben der australischen Behörden dagegen von bis zu fünf Meter hohen Wellen und starkem Wind.

Acht Schiffe, darunter auch Frachter, die sich in dem Gebiet befanden, eilten der Fähre zur Hilfe. Drei Hubschrauber waren ebenfalls im Einsatz. Australische Flugzeuge warfen Rettungsflöße über der Unglücksstelle ab, wie es weiter hieß. "Wir sind optimistisch, dass die Rettung dank der großen Hilfe gut verlaufen wird", sagte die NMSA-Sprecherin. "Wir werden nicht ruhen, bis alle gefunden sind."

Die "Rabaul Queen" war in Kimbe auf der Insel Neubritannien abgefahren. Der Ort ist ein Taucherparadies und zieht Touristen aus aller Welt an. Der Unglücksort der Fähre liegt etwa 80 Kilometer vom Zielhafen Lae entfernt. (APA)

  • Artikelbild
    foto: gorothy kenneth/epa
  • Die Unglücksstelle vor Papua-Neuguinea.
    grafik: stepmap.de

    Die Unglücksstelle vor Papua-Neuguinea.

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