SAP profitiert von Übernahmekampf um PeopleSoft

11. Juni 2003, 16:08
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Oracle-Angebot eröffnet Chance für Walldorfer

Das feindliche Übernahmeangebot von Oracle an die Aktionäre von PeopleSoft ruft jetzt den größten Anbieter von Business-Anwendungen auf den Plan. SAP will mit einer eigenen Marketing-Offensive die verunsicherten Kunden von PeopleSoft abwerben. PeopleSoft hat inzwischen sein Vorhaben fallen gelassen, das Übernahmeangebot vor Gericht zu bekämpfen.

Große Chance

SAP sieht das Übernahmeangebot als große Chance. Das deutsche Softwareunternehmen geht derzeit konzentriert die Kunden von PeopleSoft an. SAP verspricht diesen nach Berichten aus US-Medien für den Umstieg auf seine Produkte günstigere Angebote sowie großzügige Unterstützung. Selbst eine Anzeigenkampagne bereiten die Walldorfer bereits vor.

5,1 Milliarden dollar

Das feindliche Übernahmeangebot ging von Oracle-CEO Larry Ellison aus und wurde mit 5,1 Mrd. Dollar beziffert. Das Angebot kam nur wenige Tage nachdem PeopleSoft seine Plan bekannt gegeben hat, mit J.D. Edwards zu fusionieren. Bei den Vorständen von PeopleSoft rief das Angebot jedenfalls Ablehnung hervor. So hatte PeopleSoft-Präsident Craig Conway den Vorstoß von Oracle in einer Aussendung als "grauenhaftes Benehmen von einem Unternehmen mit einer langen Geschichte mit grauenhaftem Benehmen" bezeichnet.

Unsicher

Die Unsicherheit unter den Kunden von PoepleSoft kommt vom Übernahmeangebot von Oracle-Boss Ellison, wonach die Produktpalette des Unternehmens nicht weitergeführt werden soll. Stattdessen will Oracle die Technologie von PeopleSoft in seine eBusiness Suite integrieren. Auch sonst sind die Ansagen von Oracle nicht dazu angetan die Kunden von PeopleSoft zu beruhigen. "Wir fangen hier ein fallendes Messer auf", erklärte etwa Oracles Vize-Chef Charles Philip gegenüber der Washington Post. "Die Lizenzeinkünfte von PeopleSoft sind in den vergangenen Monaten um 40 Prozent gesunken. Nächstes Quartal könnte das Unternehmen noch weniger wert sein." (pte)

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