Schadenersatzklagen gegen Russland nach Moskauer Geiseldrama

11. Juni 2003, 15:03
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Hinterbliebene klagen russische Regierung zu Zahlung von insgesamt 9,5 Millionen Dollar

Moskau - Rund acht Monate nach dem Überfall tschetschenischer Separatisten auf ein Musicaltheater in Moskau haben am Mittwoch erste Anhörungen in einer Schadenersatzklage von vier Ausländern gegen die russische Regierung begonnen. Die Kläger fordern nach Angaben ihres Anwalts Igor Trunow insgesamt 9,5 Millionen Dollar (8,1 Millionen Euro) Schadenersatz. Vertreter des Finanzministeriums, die am Mittwoch vor dem Moskauer Basmanni-Gericht erschienen, lehnten die Forderung der Kläger ab.

Darüber hinaus würden sie nicht in Verhandlungen über einen außergerichtlichen Vergleich treten, erklärten sie. Die Kläger - eine Kasachin, eine Frau aus Kalifornien, ein Niederländer und ein Ukrainer - verloren bei dem Überfall nahe Angehörige. Von den rund 800 Geiseln kamen bei der Aktion im Oktober 129 ums Leben, die meisten von ihnen starben an den Folgen eines von russischen Spezialtruppen bei der Stürmung des Theaters eingesetzten Gases.

Auch eine aus Bulgarien stammende Österreicherin war unter den Toten. Die Anhörungen sollen am 9. Juli fortgesetzt werden. Von 61 weiteren Klagen, die Anwalt Trunow im Auftrag von Opfern einreichte, wurden bislang 23 vom Gericht abgewiesen. (APA/AP)

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