Botswana ist Afrikas neues Glanzlicht

11. Juni 2003, 14:10
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World Economic Forum: Südafrika folgt trotz guter politischer Rahmenbedingungen erst auf Rang vier

Durban - Südafrikas Nachbarstaat Botswana gilt nach einer internationalen Umfrage wirtschaftlich als das attraktivste Land des Kontinents. In einer am Mittwoch vom World Economic Forum (WEF) veröffentlichten Rangliste der afrikanischen Nationen mit der besten Verwaltungsinfrastruktur rangiert der Diamanten-Förderstaat deutlich vor Tunesien und Gambia an der Spitze. Südafrika folgt trotz guter politischer Rahmenbedingungen erst auf Rang vier.

"Das liegt allein an der schlechten Bewertung bei den Kosten, die der Wirtschaft dort durch das organisierte Verbrechen entstehen", erklärte die Autorin der Studie, Fiona Paua, bei der Vorstellung der Berichts auf dem Afrika-Wirtschaftsgipfel in Durban (Südafrika). Beim Einfluss der Kriminalität auf die Kosten positionierten die 1.760 befragten Manager und Firmenchefs den Kap-Staat noch hinter Nigeria, das in der Gesamtbewertung auf dem vorletzten Platz liegt.

Tschad ist am unattraktivsten

Dem Tschad wird als Wirtschaftsstandort die geringste Attraktivität zugesprochen - er bildet das Schlusslicht der Liste. Das im Chaos versinkende Simbabwe liegt auf Rang 16, noch vor dem ehemaligen Bürgerkriegsland Angola sowie den Staaten Kenia und Madagaskar. Marokko (10) und Algerien (9) rangieren im Mittelfeld hinter Ghana (8), Tansania (7), Ägypten (6) und Mauritius (5). Auf den weiteren Plätzen liegen Sambia (11), Äthiopien (12), Mosambik (13), Mali (14) und Uganda (15).

Die Studie ist Teil des "Global Competitiveness Report", den das World Economic Forum im September veröffentlichen wird. In einer Kombination von Wachstumsanalysen und mikroökonomischen Wettbewerbsfähigkeitsanalysen stellt er jedes Jahr eine Rangliste der wirtschaftlichen Attraktivität der Länder auf. Dazu werden weltweit über Partnerinstitute an im Lande tätige Unternehmer oder Manager Fragenkataloge versandt. Dabei geht es unter anderem um Fragen nach der Unabhängigkeit der Justiz, der Absicherung von Eigentumsrechten, Vorteilsannahme von Funktionären oder mafiaähnliche Kriminalitätsstrukturen. Das umfangreiche Werk gilt als eine der Quellen, aus denen auch die Weltbank ihre Informationen bezieht.

Afrika wurde diesmal besondere Aufmerksamkeit geschenkt, da der Kontinent mit einem ehrgeizigen Reformprogramm (Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung/NEPAD) seinen Anschluss an die Weltwirtschaft sicher stellen will. Das Programm steht auch im Mittelpunkt des dreitägigen Wirtschaftsgipfels in Durban, der am Mittwoch begann.(APA/dpa)

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