Spitzenmanager hinter Gitter

11. Juni 2003, 14:09
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Nach US-Firmenskandalen werden erstmals Haftstrafe verkündet - Ein ehemaliger Biotechnologie-Manager muss für sieben Jahre ins Gefängnis

New York - Nach einer beispiellosen Serie von Bilanz- und Börsenskandalen in den USA ist erstmals ein früherer Spitzenmanager zu einer hohen Haftstrafe verurteilt worden: Der Gründer und ehemalige Chef der Biotechnologiefirma ImClone, Samuel Waksal (55), muss wegen verbotener Aktiengeschäfte, Justizbehinderung und Steuerhinterziehung sieben Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Waksal wurde unter Hausarrest gestellt und muss seine Strafe am 2. Juli antreten.

Neben dieser Höchststrafe verurteilte ihn Richter William Pauley in New York zu einer Geldstrafe von 3 Mio. Dollar (2,56 Mio. Euro). Schließlich muss Waksal 1,2 Mio. Dollar Steuerschulden an den Bundesstaat New York zahlen, wie das "Wall Street Journal" am Mittwoch berichtete. Diese Summen kämen zu den 800.000 Dollar hinzu, die Waksal für einen Teilvergleich mit der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC zahlen müsse. Ihm drohten zusätzliche zivilrechtliche Strafen.

Insiderwissen

Waksal hatte am 27. Dezember 2001 versucht, ImClone-Aktien zu verkaufen - einen Tag bevor die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA den ImClone-Antrag auf Marktzulassung des Krebsmittels Erbitux abgelehnt hatte. Die FDA-Ankündigung führte zu einem Kurssturz der ImClone-Aktien. Waksal hatte auch Familienmitglieder zu Verkäufen vom ImClone-Aktien geraten. Er gab auch zu, Steuern auf Kunstkäufe im Wert von 15 Mio. Dollar vermieden zu haben.

Die bekannte amerikanische Unternehmerin und Lifestyle-Moderatorin Martha Stewart, die mit Waksal befreundet ist, war in der vergangenen Woche wegen Justizbehinderung und anderen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Verkauf von fast 4.000 ImClone-Aktien angeklagt worden.

Waksal habe das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Integrität der Finanzmärkte untergraben und habe dann versucht, sich heraus zu lügen, hielt im Richter Pauley vor.(APA/dpa)

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    Samuel Waksal muss für die nächsten sieben Jahre ins Gefängnis

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