Deutsche Bank an russischer UFG interessiert

12. Juni 2003, 11:13
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Beteiligungsquote von maximal 40 Prozent angepeilt - Fusions- spekulationen in der Bankenbranche lassen nicht nach

Moskau/Frankfurt/München - Die Deutsche Bank prüft nach Angaben aus mit der Situation vertrauten Kreisen einen Einstieg bei der russischen Bank United Financial Group (UFG), führt aber bisher nur erste Vorgespräche. "Die Deutsche Bank hat die Fühler ausgestreckt. Der Kontakt ist in einer sehr frühen Phase und es ist völlig offen, ob es zu einem Abschluss kommt", hieß es am Donnerstag aus den Kreisen.

Ein Sprecher der Deutsche Bank in Frankfurt gab keinen Kommentar ab. UFG ist eine der führenden Investmentbanken in Russland.

Höchstens 40 Prozent

Angepeilt werde ein Minderheitenanteil von höchstens 40 Prozent, dessen Preis dann im zweistelligen Millionen-Bereich liegen dürfte, hieß es in den Kreisen weiter.

Analysten in Moskau schätzen eine Beteiligung von 40 bis 50 Prozent an UFG auf 60 bis 90 Mio. Dollar (51,1 bis 76,6 Mio. Euro). Auch das "Wall Street Journal Europe" hatte von dem Interesse der Deutschen Bank an UFG berichtet.

Die Aktien der Deutschen Bank legten in einem freundlichen Gesamtmarkt weiter zu und notierten am Donnerstagvormittag mit zwei Prozent im Plus bei 58,28 Euro.

Spekulationen um deutsche Banken

Auch am Mittwoch gab es Fusionsspekulationen in der gebeutelten deutschen Bankenbranche. HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl bekräftigte allerdings, ein Zusammenschluss mit der Commerzbank sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll.

Gleich drei Übernahmespekulationen kursierten zuletzt am Markt. So hieß es, die Bank of America sei an der zur Allianz gehörenden Dresdner Bank interessiert, die Citigroup an der Commerzbank und die Royal Bank of Scotland an der HypoVereinsbank (HVB), Mutter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Zudem kochen immer wieder Spekulationen über einen Zusammenschluss von HVB und Commerzbank hoch.

Machen Hausaufgaben

HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl sagte dem Wirtschaftsmagazin "Capital": "Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, alles andere lenkt nur ab." Er sei sich aber bewusst, dass die HVB wegen des aktuell niedrigen Börsenkurses auch als Kandidat für eine Übernahme durch eine andere Bank wie die Royal Bank of Scotland, die HSBC und auch Unicredito gehandelt werde.

Die Finanztitel führten am Mittwoch die Gewinner-Liste im Deutschen Aktienindex DAX an. Die Commerzbank legte zwischenzeitlich um vier Prozent auf 12,30 Euro zu, die Allianz-Aktie gewann mehr als drei Prozent auf 74,90 Euro. Auch Deutsche Bank und HVB stiegen um mehr als zwei Prozent. (APA/Reuters)

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    Panoramablick über die Bankentürme in Frankfurt

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