Ägypten: Israel will Friedensprozess unterlaufen

11. Juni 2003, 12:49
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Außenminister Maher: Bemühungen absichtlich torpediert

Kairo - Nach dem fehlgeschlagenen israelischen Versuch, den Hamas-Sprecher Abdelaziz Rantisi zu liquidieren, hat Ägyptens Außenminister Ahmed Maher Israel vorgeworfen, den Nahost-Friedensprozess unterlaufen zu wollen. Der Angriff auf Rantisi reihe sich in die Serie israelischer Versuche ein, "den Friedensprozess zu torpedieren" und "alle Bemühungen um eine Einigung unter den palästinensischen Fraktionen scheitern zu lassen", sagte Maher am Mittwoch im ägyptischen Rundfunk. Israel wisse sehr wohl, dass die palästinensischen Gruppierungen derzeit über einen Waffenstillstand und eine Ende der antiisraelischen Gewalt verhandelten. Maher bezog sich auf Informationen des ägyptischen Geheimdienstchefs Omar Suleiman, der nach Palästina gereist war.

Auch der saudiarabische Außenminister Prinz Saud al Faisal hat den "Mordversuch" scharf verurteilt. Damit solle offenkundig die Verwirklichung des Friedens-Fahrplans verhindert werden. Dieser verpflichtet Israel, Kollektivstrafen in den besetzten Gebieten ebenso wie "gezielte Tötungen" einzustellen. (APA)

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