Euro gefährdet Wirtschaftsaufschwung

11. Juni 2003, 11:04
posten

Wifo warnt: Hoch der Gemeinschaftswährung schlägt auf Exporte negativ durch - Flaute in Deutschland zusätzlicher Dämpfer

Wien/Frankfurt - Der Kursanstieg der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar dämpft die Aussichten auf eine Erholung der österreichischen Wirtschaft im kommenden Jahr. Als zusätzliche Belastung sehen Experten die Wirtschaftsflaute bei Österreichs wichtigstem Handelspartner Deutschland. Wifo-Fachmann Ewald Walterskirchen sagte: "Deutschland kostet uns Wachstum, aber schlimmer ist der starke Euro."

Der Kursanstieg der Gemeinschaftswährung werde sich in einem halben, dreiviertel Jahr in Tourismus und Exportwirtschaft voll auswirken. Damit könnte der Eurokurs "das Wachstum 2004 stärker beeinflussen als heuer".

Prognose nicht haltbar

Aber auch das Wirtschaftswachstum für 2003, zuletzt auf 1,1 Prozent geschätzt, dürfte sich nicht halten lassen und könnte halbiert werden, sagen Experten. Walterskirchen will sich noch auf keine neue Schätzung einlassen. Am 27. Juni präsentiert das Wirtschaftsforschungsinstitut die neue Prognose.

Für Deutschland gehen das Berliner Wirtschaftsforschungsinstitut DIW sowie die Bundesbank davon aus, dass die Wirtschaft heuer kaum noch wachsen wird. Die Regierung Schröder geht weiter von einem Wachstum um 0,75 Prozent aus. Die Bundesbank wird am Mittwoch, die Europäische Zentralbank am Donnerstag die neuen Prognosen präsentieren. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 11.6.2003)

  • Artikelbild
    montage: derstandard.
Share if you care.