"Abtrünnige" stürzen Spaniens Sozialisten in schwere Krise

11. Juni 2003, 11:48
posten

Abwesenheit zweier Abgeordneter brachten Volkspartei Mehrheit im Regionalparlament von Madrid

Madrid - Zwei abtrünnige Parlamentarier haben die spanischen Sozialisten (PSOE) in die schwerste Krise seit Jahren gestürzt. Die PSOE-Abgeordneten Eduardo Tamayo und Teresa Saez kehrten ihrer Partei den Rücken und nahmen der Linken damit die Mehrheit im Parlament der Region von Madrid. In Parteikreisen wurde nach Presseberichten vom Mittwoch der Verdacht geäußert, dass die Parlamentarier von einflussreichen Wirtschaftskreisen bestochen worden seien.

Wahlerfolg

Die Affäre drohte den größten Erfolg der Linken bei den spanischen Regionalwahlen am 25. Mai zunichte zu machen. Damals hatten die PSOE und die Vereinte Linke (IU) erstmals seit acht Jahren in der Region Madrid, einer der bevölkerungsreichsten des Landes, die Mehrheit gewonnen. Tamayo und Saez blieben der konstituierenden Sitzung am Dienstag jedoch fern und verhalfen der konservativen Volkspartei (PP) zur Mehrheit. Die PP konnte so völlig überraschend die Wahl ihrer Kandidatin zur Parlamentspräsidentin durchsetzen.

Parteiausschluss

Tamayo erklärte nach Angaben der Madrider Tageszeitung "El Mundo", dass "90 Prozent des Programms der PSOE mit jenem der Izquierda Unida nicht vereinbar ist". Der Die Sozialisten schlossen die beiden Abtrünnigen sofort aus der Partei aus. Damit ist zugleich die Wahl des Sozialisten Rafael Simancas zum Ministerpräsidenten der Region Madrid höchst fraglich. Der IU-Vorsitzende Gaspar Llamazares sprach von einer "Verschwörung" und sagte: "Wirtschaftliche Mafias wollen der Linken den Wahlsieg rauben." (APA/dpa)

Share if you care.