Brustkrebs: MR-Tomographie treffsicherer als Mammographie

10. Juni 2003, 21:19
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Deutsche Forscherin findet optimierte Methode bei Risikopatientinnen

Bonn - Wissenschaftler der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn haben festgestellt, dass bei der Vorsorgeuntersuchung von Brustkrebs-Risikopatienten die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) die erfolgreichste Methode darstellt. Die Trefferquote mit 96 Prozent liegt nach Angaben der Universität deutlich vor Mammographie und Ultraschall. Die Experten empfehlen daher, in Zukunft die MRT als Standard-Untersuchungsmethode bei familiär gehäuftem Brustkrebs einzusetzen.

96 Prozent aller Tumoren entdeckt

Für die Studie wurden 462 Frauen fünf Jahre lang regelmäßig auf Brustkrebs untersucht. Mit Hilfe der MRT entdeckten die Mediziner 96 Prozent aller Brusttumoren. Bei der Mammographie betrug die Trefferquote lediglich 42 Prozent, beim Ultraschall 47 Prozent. In Deutschland ebenso wie in den meisten anderen Industrieländern ist Brustkrebs mit 46.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Knapp 33 Prozent sterben an den Folgen der Krankheit, obwohl der Krebs im Frühstadium heilbar wäre.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass vier bis neun Prozent aller Brustkrebsfälle genetische Ursachen haben. Häufig ist eine Mutation in einem Tumorsuppressor-Gen, das sind Erbanlagen, die normalerweise verhindern, dass sich eine krankhaft veränderte Zelle zu einem Tumor entwickelt, der Auslöser. Dabei gelten Patientinnen mit nahen Verwandten, die schon in jungen Jahren Brustkrebs bekamen, oder in deren Familien die Krankheit gehäuft auftritt, als besonders gefährdet. Mediziner empfehlen, dass sie sich ab einem Alter von dreißig Jahren regelmäßig untersuchen lassen.

Die wenigsten falsch-positive Ergebnisse

Die Radiologen und Gynäkologen der Universitätsklinik Bonn haben die drei verschiedenen Untersuchungen an knapp 500 Risikopatientinnen durchgeführt. Insgesamt entdeckten sie 51 Brusttumoren, von denen lediglich jeder vierte tastbar war. Die MRT war mit 96 Prozent Trefferquote nicht nur mit weitem Abstand am empfindlichsten, sondern lieferte auch die wenigsten falsch-positiven Ergebnisse.

In mehr als 54 Prozent aller Verdachtsfälle fanden die Ärzte bei der Gewebeentnahme tatsächlich einen Tumor. Die Mammographie war mit 26 Prozent deutlich weniger treffsicher, was die Experten auf das meist sehr dichte Drüsengewebe bei den jungen Frauen zurückführten. Das schlechteste Ergebnis lieferte der Ultraschall, bei dem nur in 16 Prozent der Verdachtsfälle tatsächlich ein Karzinom vorlag. (pte)

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