Weniger Telefongebühren

11. Juni 2003, 11:40
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Telekom-Liberalisierung senkt Tarife um ein Viertel

Wien - Telefonieren wurde in Österreich seit Beginn der Liberalisierung durch den verstärkten Wettbewerb günstiger. Telefonkunden haben sich durch die Liberalisierung des Telekommarktes in den Jahren 1999 bis 2001 insgesamt 2,6 Milliarden Euro erspart. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) präsentierte Untersuchung des Instituts für Höhere Studien. Im Durchschnitt beträgt die Gebührenreduktion im Festnetz in den vergangenen sechs Jahren 25 Prozent.

Im Vergleich zu 1995 konnte sich laut VAT ein Privathaushalt zwischen 250 und 390 Euro, ein Unternehmen rund 8000 Euro im Jahr ersparen. Wie VAT-Präsident und UTA-Vorstand Romed Karré erklärte, könne diese "Erfolgsstory aber nur dann weiter geschrieben werden, wenn die Liberalisierung des Telekomsektors in Österreich auch in Zukunft nachhaltig sichergestellt ist". Das neue Telekomgesetz (TKG) müsse die dafür notwendigen Rahmenbedingungen sichern.

Neues TKG noch immer mangelhaft

Das neue TKG, das voraussichtlich am Mittwoch im Ministerrat eingebracht werden soll, weist nach den Vorstellungen des VAT noch immer wesentliche Mängel auf. Diese beträfen vor allem Rahmenbedingungen für den Infrastrukturausbau wie Wegerechte.

Auch die Rolle des Telekom-Regulators, insbesondere die geplanten umfangreichen Befugnisse sowie das Fehlen eines zweiten Instanzenzuges wird kritisiert. "Das Gewicht der Regulierungsbehörde ist schon fast bedrohlich", sagte dazu Karré. Nach dem TKG neu soll es zu einer Neueinteilung des Telekommunikationsmarktes in 18 verschiedene Untersparten - bisher gab es deren vier - kommen. Der zuständige Infrastrukturminister Hubert Gorbach erhofft sich davon eine "differenziertere Regulierung".

Auch Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer sieht zu viel Regulierung auf dem heimischen Telekommarkt und verweist etwa auf Deutschland, wo der Markt viel langsamer und nicht so umfangreich liberalisiert worden sei. Das sei auch der Grund, warum die Telekom in Österreich seit der Marktöffnung 45 Prozent Marktanteil beim Minutenaufkommen verloren habe. (DER STANDARD Printausgabe, 11.6.2003, ruz)

IHS-Studie

"Effekte der Telekom-Liberali- sierung" ist auf der VAT-Web- Seite publiziert: vat.at

  • Einsparungen durch Telekom- Liberalisierung

    Einsparungen durch Telekom- Liberalisierung

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