In den Zwanzigern lässt sich's gut leben

10. Juni 2003, 18:47
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Maria Theresia und ihr Gatte Franz ruhen bei 22 Grad, und die U-Bahn-Station wird zum Entspannungsraum

Die Zwanziger verheißen angenehme Stunden: In der Kaisergruft unter der Wiener Kapuzinerkirche etwa ruhen Maria Theresia und ihr Gatte Franz bei 22 Grad. Wären da nicht die kalten Steinsärge, könnte sich der Gedanke an einen lauen Frühlingstag breit machen. Die Pause unter Tag kostet 3,60 Eintrittsgeld.

Ungewöhnlich, aber sinnvoll wäre, bei der Hitze überhaupt einen Kulturtag einzulegen. Hinter den dicken Mauern von Stephansdom, Kunstmuseen, Galerien kann sich die Wärme kaum ausbreiten. Im Dom zu St. Stephan erwärmen nur Touristenleiber die Luft auf 25 Grad.

Ganz erträglich ist es auch beim Shopping. Keine Großkette hat sich in Wien ohne Klimaanlage eingenistet. Auch der Steffl ist bei 23 Grad eine Wohltat. Bei dieser Temperatur müssen auch die Kranken im AKH wieder gesund werden.

Entspannungsraum

Die U-Bahn-Station wird vom winterlichen Hort der Wärme zum sommerlichen Entspannungsraum: 27 Grad hatte es Dienstagmittag in der U3, Herrengasse, 29 in der

U1, Stephansplatz. Mangels bequemer Sitze ist das Verharren am Bahnsteig aber auch mit Anstrengung verbunden.

Oben und unten annähernd gleich kühl ist es am 252 Meter hohen Donauturm: 360 Grad Rundumblick bei klimatisierten 28 Grad. (DER STANDARD, Printausgabe, 11.6.2003)

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