Zwischen Wasser und Schweiß

11. Juni 2003, 10:05
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In Wien auf der Suche nach besonders heißen, weniger heißen und kühlen Orten

Wien - Wer dieser Tage am Arbeitsplatz keinen klaren Gedanken fassen kann, hat eine Ausrede: die Hitze. Das sieht auch der Sozialmediziner Michael Kunze von der Universität Wien so. Womit das Leistungstief bei 30,5 Grad Celsius im Büro (Standard-interne Messung) amtlich bestätigt ist.

Lindern kann man die scheinbare Lähmung von Geist und Körper nur mit Wasser. Und zwar so viel, wie man in sich hineinzuschütten vermag. Je mehr Liter, desto besser. Experten raten, nicht erst auf ein Durstgefühl zu warten, bevor man Wasser oder ungezuckerte und verdünnte Säfte zu sich nimmt. Alkohol und Kaffee sind schlechte Durstlöscher. Sie fördern die Wasserausscheidung.

Wer an heißen Tagen Hunger verspürt, dem rät Mediziner Thomas Frühwald vom Krankenhaus Lainz zu Salat, Gemüse und Obst. Bei der Wiener Rettung und den Ärzten ist man darauf gefasst, in den nächsten Tagen vermehrt mit Kreislaufproblemen konfrontiert zu sein. Besonders Ältere und Empfindliche sollten zu Vorsicht, Ruhe und Sonnenhut tendieren.

Schluss mit hitzefrei

Aufgeräumt wird mit der Mär, dass in Schulen ab einer bestimmten Temperatur "hitzefrei" sei. Lehrer und Schüler genössen dieses Privileg, munkelt man. Dem widerspricht man im Bildungsministerium: "Da ist der Wunsch Vater des Gedankens."

Mehr als 30 Grad wurden offiziell in Österreich kaum gemessen. Subjektiv empfindet man die Temperaturen viel höher. Hitzezentrum in Europa: Florenz bei 38 Grad. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 11.6.2003)

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