Iran will im Atomstreit kooperieren

10. Juni 2003, 16:01
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Bedingung für die Unterzeichnung der Zusatzprotokolle sei der Zugang zu moderner Nukleartechnik

Teheran - Die iranische Regierung hat sich unter dem Druck der USA bereit erklärt, die Zusatzprotokolle des Atomwaffensperrvertrags zu unterzeichnen. Bedingung sei jedoch, dass der Iran Zugang zu moderner Nukleartechnik für die wirtschaftliche Nutzung der Atomenergie erhalte, sagte der Leiter des Programms, Golam-Reza Agasadeh, am Dienstag. Die USA werfen Teheran vor, an der Entwicklung einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran hat hingegen erklärt, sein Atomprogramm ausschließlich zur Stromerzeugung zu nutzen.

Gegenseitige Erwartungen

"Wir sind bereit, einen Prozess zur Unterzeichnung der Zusatzprotokolle einzuleiten, aber wir erwarten von der Internationen Atomenergiebehörde und ihren Mitgliedstaaten, die über hoch entwickelte Nukleartechnologie verfügen, dass sie ihre Verpflichtungen gegenüber Iran erfüllen", sagte Aghasadeh vor Journalisten in Teheran. IAEO-Generaldirektor Mohammed El Baradei hatte den Iran nach einem Besuch im Februar aufgefordert, die Zusatzprotokolle des Atomwaffensperrvertrags zu unterzeichnen.

In der vergangenen Woche erklärte El Baradei außerdem, Teheran habe der IAEO vor zwölf Jahren den Import einer kleinen Menge Uran verschwiegen. Aghasadeh sagte am Dienstag, es habe sich dabei um 1.000 Kilogramm Uran-Hexofluorid und 800 Kilogramm Uran-Fluorid aus China gehandelt. Das Material befinde sich inzwischen unter Kontrolle der IAEO. Die Atomenergiebehörde in Wien gab zunächst keine Stellungnahme ab. Ein westlicher Diplomat erklärte jedoch, es handle sich um eine nicht unbeträchtliche Menge.

"Übertriebene Vorwürfe" der USA

Aghasadeh warf den USA vor, die Bedeutung der IAEO-Vorwürfe zu übertreiben. Der Iran habe keine internationalen Verträge verletzt und arbeite bereits über seine Verpflichtungen hinaus mit der IAEO zusammen. Allein in den vergangenen drei Monaten seien die Atomeinrichtungen des Landes sechs Mal von Inspekteuren überprüft worden, sagte Aghasadeh. Derzeit halten sich im Iran drei Kontrolleure der IAEO auf. (APA/AP)

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