Verwirrung in Tschechien um angebliche E-Mails von Premier Spidla

10. Juni 2003, 15:15
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Empfänger wurden zu Teilnahme an EU-Referendum aufgefordert

In Tschechien sorgten am Dienstag zehntausende mit dem Namen des Regierungschefs Vladimir Spidla gezeichnete E-Mails für Verwirrung. Die Empfänger wurden darin in seriöser Form zur Teilnahme an der bevorstehenden EU-Beitritts-Volksabstimmung (13. und 14. Juni) aufgefordert. In den neutral geschriebenen und von der Adresse "Vladimir.Spidla@seznam.cz" abgesandten E-Mails wird keine Empfehlung gegeben, wie die Empfänger in dem Referendum stimmen sollen.

"Der Präsident hat keine E-Mails geschrieben"

Spidla distanzierte sich von den E-Mails. "Der Premierminister hat keine derartigen E-Mails geschrieben. Er respektiert die Privatsphäre der Bürger", erklärte Regierungssprecherin Anna Starkova gegenüber dem Tschechischen Rundfunk.

Die umstrittenen E-Mails erhielte aben alle Besitzer von E-Mail-Adressen mit der Endung "@seznam.cz". Das Internet-Portal "Seznam" gehört in Tschechien zu den am häufigsten besuchten. Starkova erklärte, man werde eine Erläuterung und Entschuldigung fordern und eventuelle weitere Schritte erwägen.

Der Betreiber Internet-Portals "Seznam" widersprach den Angaben der Regierungssprecherin. Die Welle von E-Mails sei "Bestandteil der EU-Beitritts-Kampagne, die bei uns die Agentur, die das Regierungsamt vertritt, bestellt hat", sagte ein Sprecher von "Seznam".(APA)

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