Kollaboration der Gämsen

10. Juni 2003, 15:04
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Vorjahrssieger Hans Peter Obwaller und Jungmann Andreas Matzbacher gelten für die Königsetappe aufs Kitzbüheler Horn als heiße Eisen

Bad Hofgastein - Die Kletter-Tour zum Kitzbühler Horn (1.670 m) könnte am Mittwoch bereits auf der dritten Etappe (ab 13:35 Uhr live in ORF 1) die Vorentscheidung bei der Österreich-Rundfahrt bringen. Von den Österreichern haben sich Vorjahrssieger Hans Peter Obwaller, Andreas Matzbacher und Bernhard Kohl besonders viel vorgenommen, Gerrit Glomser, der Gesamtsieger 2002, strebt eher danach den Rückstand in engen Grenzen halten. Die Zielankunft der Besten wird etwa ab 14:45 Uhr erwartet.

Wer den besseren Tag hat...

Obwaller und Tour-Neuling Andreas Matzbacher sind Zimmerkollegen im Nationalteam und sie haben auch die Taktik abgesprochen. "Wir wollen gemeinsam rauffahren und wer den besseren Tag hat, wird versuchen, die Etappe zu gewinnen", sagte der Salzburger Obwaller vor dem 7,5 km langen Horn-Anstieg mit 916 m Höhenunterschied. Die erwarteten hohen Temperaturen machen dem Duo nichts aus, Matzbacher setzte allerdings zuletzt eine Verkühlung etwas zu. "Ich kenne das Horn nicht, aber steile Anstiege liegen mir", erklärte der 21-jährige Steirer. Matzbacher hat heuer schon die Slowenien-Rundfahrt als Gesamt-Dritter beendet.

Bernhard Kohl, ebenfalls 21 Jahre alt und gleich leicht, bestreitet hingegen im "Fohlen-Team" des Rabobank-Rennstalls auch U23-Rennen und hat sich mit mehreren Spitzenplätzen (u.a. Zweiter der Thüringen-Rundfahrt) einen Namen gemacht. "Ich mag das Horn und hoffe auf einen Platz unter den Top Ten."

Glomser kommt von der Höhe

Will Glomser als erster Fahrer seit Wolfgang Steinmayr 1975/76 den Gesamtsieg bei der Österreich-Rundfahrt wiederholen, darf er auf die Kletterer nicht viel Zeit verlieren. Für den Salzburger hat die Vorbereitung auf die Tour de France Vorrang, doch er hat sich den Horn-Anstieg am Wochenende nochmals angesehen und damit seine Ambitionen unterstrichen. "Nach dem Höhentraining in Colorado weiß ich nicht genau, wo ich stehe, aber ich bin zuversichtlich", sagte der Saeco-Profi.

Wie gut ist Gontschar?

Aus den ausländischen Rennställen hat Christophe Rinero, der Kletter-König und Gesamt-Vierte der Tour de France 1998, den besten Namen. Nach drei Knieoperationen kämpft der Südfranzose um den Anschluss. Ambitionen hat auch Sergej Gontschar (UKR). Der Ex-Zeitfahr-Weltmeister und Gesamt-Vierte des Giro d'Italia 2001. "Ich möchte vorne mitfahren, aber ich muss erst sehen, wie ich nach dem Giro regeneriet habe." (APA/red)

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