Ungarische Volksgruppe kämpft ums Überleben

10. Juni 2003, 13:55
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Die größte und wachsende Volksgruppe sieht sich als Stiefkind der Volksgruppenpolitik

Wien - Die ungarische Volksgruppe kämpft ums Überleben. Mit einer Unterschriftenaktion, an der sich mehr als 1.800 Personen beteiligt haben, wollen die österreichischen Ungarn auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen, erklärte Josef Plank, Initiator der Unterschriftenaktion und Obmann des Burgenländisch-Ungarischen Kulturvereins, in einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien. Damit sei Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) aufgerufen, die österreichischen Ungarn nicht länger als Stiefkind der Volksgruppenpolitik zu behandeln.

8,77 Prozent zu wenig

52,00 Mio. Schilling bzw. 3.779.069,77 Euro stünden jährlich für alle österreichischen Volksgruppen zur Verfügung. Abgesehen davon, dass diese Summe schon längst hätte erhöht werden müssen, gehe es nicht an, die österreichischen Ungarn als größte und wachsende Volksgruppe mit nur 305.226 Euro (8,77 Prozent der Gesamtfördersumme) jährlich abzuspeisen. "Um unsere Sprache und Kultur wirklich fördern zu können, um als Volksgruppe leben zu können, bräuchten wir zumindest zwischen 14 (1,017 Mio. Euro) und 16 Mio. Schilling (1,163 Mio. Euro) jährlich", stellte Plank - der seine Angaben in Schilling machte - fest.

Sollte in der Förderungspraxis gegenüber der ungarischen Volksgruppe nicht bald ein neuer Wind wehen, drohe die baldige und restlose Assimilation. "Ist das vielleicht gar das Ziel der gegenwärtigen Volksgruppenpolitik?" fragte Plank, der im Anschluss an die Pressekonferenz die Unterschriften für eine gerechtere Volksgruppenpolitik dem Bundeskanzler überreichte. (APA)

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  • Die ungarische Volksgruppe kämpft laut ihrem Vertreter Josef Plank ums Überleben
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    Die ungarische Volksgruppe kämpft laut ihrem Vertreter Josef Plank ums Überleben

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