Deutschland gegen wissenschaftlichen Walfang

10. Juni 2003, 13:23
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Ergebnisse ließen sich heute auch ohne Töten erzielen

Berlin - Deutschland wird zusammen mit weiteren Staaten bei der Tagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) eine Resolution gegen den wissenschaftlichen Walfang einbringen. Das kündigte der Parlamentarische Staatssekretär im Verbraucherministerium, Matthias Berninger, am Dienstag in Berlin an.

Die Tagung findet von 16. bis 19. Juni in Berlin statt. Deutschland habe sich stets gegen den so genannten wissenschaftlichen Walfang Japans gewandt und sei deshalb "sehr enttäuscht", wenn nun auch Island solche Aktivitäten plane.

Nach dem bei der IWC eingereichten Plan wolle Island jährlich je 100 Zwerg- und Finnwale sowie 50 Seiwale innerhalb von zwei Jahren töten, teilte Berninger mit. Hierfür gebe es keine Begründung, denn die angestrebten wissenschaftlichen Ergebnisse ließen sich heute auch ohne Walfang erzielen. Er hoffe, dass die isländische Regierung auf ihren Plan verzichte.

Eine internationale Koalition von 40 Tier- und Naturschutz- Organisationen möchte auf der Tagung zudem eine "Berliner Initiative" genannte Resolution mehrerer Regierungen unterstützen. Sie soll der Verpflichtung der IWC zum Schutz der Wale mehr Gewicht geben. Das könne unter anderem durch einen neu zu schaffenden Ausschuss und einen neuen Fonds geschehen, erläuterte der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW/Hamburg).

Die Initiative werde von Australien, Brasilien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Kenia, Mexiko, Monaco, Niederlande, Neuseeland, Portugal, San Marino, Schweden, Spanien und den USA eingebracht. "Die IWC muss im Interesse der meisten Nationen dieser Welt die Wale für die Nachwelt erhalten", erklärte der Direktor der Organisation, Fred O'Regan, in Berlin. Der rapide steigende Touristenzustrom bei der Walbeobachtung beweise, "dass die Menschen Wale lieber beobachten als essen." (APA/dpa)

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