"UMTS ist zu wenig zu spät"

10. Juni 2003, 16:22
13 Postings

Hubertus Hofkirchner: "Nachfolgetechnologien scharren in den Startlöchern" - tele.ring will bis zum Jahresende acht Städte mit UMTS versorgen - kein Einstieg ins Content-Geschäft

"Die meisten UMTS-Dienste haben nichts mit UMTS zu tun", meint tele.ring-Chef Hubertus Hofkirchner, "3G-Dienste sind nichts anderes, als Dienste, die man anbieten kann, wenn man es schafft, Daten in vernünftiger Weise aufs Handy zu kriegen." Und dies sei nicht abhängig von der Verwendung einer bestimmten Übertragungs-Technologie, ob sie nun GPRS, WLAN, EDGE oder UMTS heiße. Die Zukunft mobiler Datendienste und die 3G-Strategie von tele.ring war Thema eines Gespräches zwischen pressetext.austria und dem Manager des viertgrößten österreichischen Mobilfunk-Netzbetreibers.

Politik

"Das WWW ist eine tolle basisdemokratische Technologie, sie gehört in jeden Haushalt. Aber es gibt dafür kein Geschäftsmodell. Die großen Konzerne werden von den Grassroot-Netzen ausgebootet werden und viel Geld verlieren", so Hofkirchner, "Gegenwärtig passiert ein Quantensprung von WAP auf XHTML Basic (WAP 2). Die Handyhersteller gehen ab vom geschlossenen WAP-Standard zum Internetstandard. Normales XHTML wird auf Geräten wie dem Sony Ericsson P800 dargestellt, dadurch kann man einfach mobil im Web surfen." Dazu bedürfe es lediglich normaler IP-Datenübertragung, wie sie mit GPRS schon heute problemlos möglich sei. "Ich befürchte fast, dass UMTS zu wenig zu spät ist. Die Nachfolgetechnologien scharren schon in den Startlöchern." Da GPRS bereits flächendeckend und kostengünstig verfügbar sei, würde GPRS jedenfalls über 2005 hinaus dominant bleiben.

Content

Im Gegensatz zu einigen anderen Marktplayern will tele.ring nicht in das Content-Geschäft einsteigen, sondern sich auf die Anbietung mobilen Zugangs zu bestehenden Informations- und Unterhaltungsangeboten konzentrieren. Weitere mobilspezifische Anwendungen würden über eine offene Plattform, die von mehreren österreichischen Mobilfunk-Netzbetreiber gemeinsam betrieben wird, zugänglich gemacht. "Das freie Internet ist viel besser als Selbstgestricktes. Dadurch bekommt man viele Dinge zum besten Preis", betonte der Manager des mit aggressiven Preisangeboten werbenden Mobilfunk-Anbieters. "Mit einem modernen Handy mit Opera-Browser können Sie heute schon via GRPS auf 75 Prozent des Internet zugreifen."

Billige Lizenz

Doch auch tele.ring hält, durch eine eigens gegründete Tochtergesellschaft, eine UMTS-Lizenz. Im Gegensatz zu den anderen Inhabern einer österreichischen Lizenz musste der Mobilfunker dafür aber nicht tief in die Tasche greifen, sondern nur einen symbolischen Euro an Vorbesitzer Mannesmann bezahlen. Dies ist mit ein Grund, warum sich tele.ring die aggressive Preispolitik leisten kann. "Wir werden zum Jahresende acht Städte mit UMTS versorgen. Das ist mehr als 3 anbietet", kündigte Hofkirchner an und betonte, aufgrund seines "modernen Netzes nur geringe Aufwendungen" tätigen zu müssen. Auf die Kapazitätsprobleme in den GSM-Netzen einiger Konkurrenten angesprochen sagte Hofkirchner: "Wir tun unser Bestes, die Kapazitätsprobleme bei der Konkurrenz zu lösen." (pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    tele.ring-Chef Hubertus Hofkirchner

Share if you care.