Auflagen weltweit zurückgegangen

10. Juni 2003, 21:29
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Bericht "World Press Trends 2002": Weniger Auflagen und Anzeigenumsätze wegen Wirtschaftsflaute

Weniger Auflage und weniger Anzeigenumsätze mussten Tageszeitungen in vielen Staaten im Vorjahr hinnehmen. Die negative wirtschaftliche Entwicklung hat damit in den meisten Märkten "einen wesentlichen, wenn auch erwarteten Einfluss" auf den Tageszeitungssektor gehabt. Dies ist die Quintessenz des "World Press Trends"-Berichts für 2002, den der Weltverbands der Zeitungen (WAN) am Montagnachmittag seinem 56. Weltkongress in Dublin präsentiert hat.

Rückgang um 0,35 Prozent

Die weltweite Auflage von Tageszeitungen ging im Vorjahr gegenüber 2001 um 0,35 Prozent zurück. Dies mag nicht viel klingen, ist aber der erste Rückgang seit fünf Jahren. Bereits zum zweiten Mal wurde ein minus bei den Anzeigenumsätzen verzeichnet, das im Jahr 2002 aber mit 0,52 Prozent gemäßigter ausfiel als noch im Jahr 2001 mit fünf Prozent.

EU-"Spitzenreiter": Griechenland

Ähnlich auch der Trend in der Europäischen Union: In elf von 15 EU-Staaten sind laut WAN-Report im Vorjahr Auflagenrückgänge verzeichnet worden. "Spitzenreiter" ist hier Griechenland mit minus 6,4 Prozent, gefolgt von Belgien mit minus 3,4 Prozent und Finnland mit minus 3,2 Prozent. Für Österreich wird ein Auflagenrückgang von minus 1,4 Prozent ausgewiesen. Auflagenzuwächse gab es in Italien und Irland, stabil war die Lage in Spanien, und für Portugal standen keine Zahlen zur Verfügung.

Anzeigenentwicklung in Österreich: sechs Prozent Rückgang

Deutlich wird das Ausmaß der Zeitungskrise im Vorjahr vor allem für Deutschland beim Vergleich der Anzeigenentwicklung. Von elf Staaten standen Daten zur Verfügung, in neun davon wurden für 2002 rückläufige Anzeigenumsätze verzeichnet. Die deutschen Tageszeitungen halten dabei mit minus 12,5 Prozent den "Rekord", gefolgt von 11,7 Prozent in den Niederlanden und 7,2 Prozent in Spanien. Für Österreich wird der Rückgang mit sechs Prozent beziffert. Leicht positiv war die Anzeigenentwicklung in Belgien (plus 0,3 Prozent) und Griechenland (plus 0,9 Prozent). (APA)

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Informationen zum Bericht "World Press Trends" des Weltverbands der Zeitungen können auf dessen Homepage wan-press.info abgerufen werden.

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