Italiens Journalisten streiken

10. Juni 2003, 12:57
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Gegen zunehmenden politischen Druck

Italiens Journalisten streiken heute gegen den zunehmenden politischen Druck auf die Medien im Land. Der Streik war nach dem Wechsel an der Spitze des Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" von der Ständevertretung FNSI beschlossen worden. Die Demission von Chefredakteur Ferruccio De Bortoli war Gerüchten zufolge auf Druck des Kabinetts von Silvio Berlusconi erfolgt.

Regierungskritische Linie

De Bortoli, der sechs Jahre an der Spitze der renommierten Tageszeitung stand, verfolgte eine oft regierungskritische Linie. Sein Nachfolger, der politische Kommentator Stefano Folli, übernahm am gestrigen Montag die Führung der renommiertesten Tageszeitung Italiens.

An dem Streik beteiligen sich die Redakteure von Tageszeitungen, Zeitschriften und Nachrichtenagenturen. TV- und Radioredaktionen werden am 18. Juni die Arbeit niederlegen. FNSI- Sprecher meinten, die Pressefreiheit gerate in Italien immer mehr in Gefahr, da der Einfluss des Ministerpräsidenten Berlusconi auf die Medienlandschaft immer stärker sei. "Dies ist ein politischer Streik, weil wir einen Eckpfeiler der Demokratie, die Medienfreiheit, verteidigen wollen. Es ist offensichtlich, in welcher Gefahr die Pressefreiheit in Italien ist", meinte FNSI-Chef Paolo Serventi Longhi.

Das Thema Medienfreiheit beherrscht seit Jahren die politische Debatte in einem Land, in dem der Regierungschef die stärkste private TV-Gruppe sowie mehrere Tageszeitungen und Zeitschriften besitzt. Auch an die Spitze der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI stellte Berlusconi mehrere Vertrauenspersonen, er beeinflusse die Berichterstattung des Staatsfernsehens zutiefst, bemängelt die Opposition. (APA)

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