"Computer wie eine Lampe einschalten"

10. Juni 2003, 14:35
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Kein lästiges Hoch- und Runterfahren mehr: Ein neuer Magnet-Chip aus den Häusern IBM und Infineon ermöglicht Sofort-Start des PC

Kyoto - Der deutsche Chip-Hersteller Infineon und der US-Computerriese IBM haben einen neuen Computerchip entwickelt, der es ermöglichen soll, "Computer wie eine Lampe an und aus zu schalten". Die so genannte MRAM-Technologie (Magnetic Random Access Memory) könne zudem mehr Daten speichern, schneller arbeiten und brauche weniger Energie als herkömmliche Speicherchips, gaben IBM und Infineon in einer gemeinsamen Erklärung am Dienstag im japanischen Kyoto bekannt.

Bei MRAM werden die Informationen nicht in Form von elektronischen, sondern von magnetischen Ladungen gespeichert. Die neue Technologie könne womöglich schon ab 2005 einige der bisherigen Speichermethoden ersetzen, hieß es weiter.

Sofort betriebsbereit

MRAMs können nach Angaben der beiden Firmen die gespeicherten Daten auch nach dem Abschalten der Versorgungsspannung behalten. Damit sind die Computer sofort nach dem Einschalten betriebsbereit und müssen nicht erst zeitraubend hochgefahren werden. Die Technologie sei besonders gut für mobile Computer wie beispielsweise Laptops geeignet, hieß es weiter. "MRAM hat das Potenzial, die universelle Speicher-Technologie der Zukunft zu werden", erklärte die IBM-Forschungsabteilung.

IBM und Infineon arbeiten bereits seit über zehn Jahren an der Entwicklung von Speichermedien. In der MRAM-Forschung sind auch Konkurrenten wie Toshiba, Motorola und NEC tätig.

Marktlücke

Analysten zufolge würden beide Konzerne mit ihrer Technologie in eine Lücke am Markt stoßen, da die gesamte Computer- und Handybranche Möglichkeiten benötigt, Daten effizienter zu verwalten. "Ich denke, jeder in der Industrie sucht händeringend nach einer universellen Speichertechnologie, welche die Anforderungen aller heute eingesetzten unterschiedlichen Produkte erfüllt", sagte Richard Gordon, Branchenexperte beim Marktforschungsunternehmen Gartner.

Die Infineon-Aktie konnte von der Nachricht profitieren und notierte am Vormittag mit 8,61 Euro um zwei Prozent im Plus, während der Deutsche Aktienindex lediglich um 0,6 Prozent zulegte. Aktuell besäßen zwar auch so genannte Flash-Speichersteine die Fähigkeit, Daten ohne Stromversorgung zu sichern, hieß es weiter. MRAMs kombinierten diesen Vorteil aber mit der hohen Speicherkapazität, der Schnelligkeit und den niedrigen Kosten existierender Speicher-Bausteine. (APA/Reuters)

  • Mit dem "Magnetic Random Access Memory" soll das lästige und zeitaufwändige Hochfahren des Computers endgültig der Vergangenheit angehören
    montage: derstandard.at

    Mit dem "Magnetic Random Access Memory" soll das lästige und zeitaufwändige Hochfahren des Computers endgültig der Vergangenheit angehören

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