Frühwarnsystem gegen Bienen-Sterben

10. Juni 2003, 12:07
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Deutschland startet Kampf gegen gefährliche Varroa-Milbe - Blutsauger soll fast ein Drittel der Insektenvölker vernichtet haben

Koblenz - Deutschland kämpft gegen die Varroa-Milbe. Die Bienenkundliche Lehr- und Versuchsanstalt in Mayen in der Eifel plant ein landesweites Frühwarnsystem gegen das Bienen-Sterben. Verursacht wird es durch die gefährlichen Varroa-Milbe, die immer mehr Bienenvölker befällt. "Wir brauchen dringend Fakten für eine effektivere Flächen deckende Varroa-Bekämpfung", sagte der stellvertretende Leiter der Anstalt, Christoph Otten.

Ein kleiner Vampir

Laut einer Umfrage der Mayener Einrichtung unter mehr als 6.000 Imkern verendeten vom September 2002 bis März 2003 rund 28 Prozent der etwa einen Million Bienenvölker in Deutschland. Als Hauptgrund hierfür gilt die aus Südostasien stammende Varroa-Milbe, die Bienen das Blut aussaugt und Viren auf sie überträgt.

Nur mit mehr Informationen sei intensive Forschung möglich, erklärte der 46-jährige promovierte Biologe. "Es gibt bisher keine statistischen Daten zur Entwicklung und Größe von Varroa- Populationen." Mittlerweile seien nahezu alle deutschen Bienenvölker von dem Parasiten befallen.

Pilotphase

Das Frühwarnsystem soll in diesem Sommer mit einer Pilotphase starten. Der eigentliche Beginn ist für 2004 geplant. "Wir rechnen mit mehreren hundert Imkern, die bereit sind, ehrenamtlich regelmäßig Daten zu ihrem Varroa-Befall ins Internet für uns einzugeben oder uns zu faxen", sagte Otten. Schon jetzt würden allein in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mehr als 100 Bienenvölker beobachtet. (APA)

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