Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wulff

2. Februar 2012, 16:15

Präsidenten-Ehepaar durfte neuen Audi angeblich mehrere Monate vor Markteinführung kostenlos nutzen

Berlin - Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft ein mögliches Ermittlungsverfahren wegen Vorteilsnahme gegen den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff. Dabei gehe es unter anderem um mögliche Sonderkonditionen für einen Leasing-Vertrag für einen Privatwagen, sagte Oberstaatsanwältin Simone Herbeth am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Wulffs Anwalt Gernot Lehr wies den Vorwurf zurück, Wulff habe einen Audi Q3 privat kostenlos genutzt.

Es handle sich um Vorprüfungen, einen konkreten Anfangsverdacht gegen Wulff gebe es noch nicht, sagte Herbeth. Teil der Vorprüfung seien auch die Vorgänge um ein geschenktes Bobby-Car für Wulffs Sohn sowie Kleider, die ein Modehersteller Wulffs Frau Bettina zur Verfügung gestellt habe.

Einem Bericht der kooperierenden Zeitungen "Berliner Zeitung" und "Frankfurter Rundschau" vom Donnerstag zufolge durften die Wulffs schon ab Sommer 2011 offenbar kostenlos einen Audi Q 3 fahren - und damit Monate, bevor das Modell überhaupt markteingeführt war. Der Wagen sei dem Berliner Autohaus überraschend geliefert worden - auf Anweisung der Audi AG und mit dem Hinweis, der Wagen werde von den Wulffs abgeholt. Davon erfuhr die Berliner Staatsanwaltschaft nach Herbeths Angaben erst jetzt durch die aktuelle Berichterstattung der beiden Blätter.

"Marktübliche Vergütung"

Wann die Vorermittlungen zu den verschiedenen Komplexen abgeschlossen sein werden, lasse sich derzeit noch nicht absehen, sagte Herbeth. Anlass für die Prüfungen seien die Medienberichte, Strafanzeige sei nicht gestellt worden.

Wulffs Anwalt Lehr bezeichnete die Berichte über die angebliche kostenlose Auto-Nutzung als "gezielte Falschberichterstattung". Das Ehepaar Wulff habe den Audi Q3 nicht wie berichtet im Sommer 2011, sondern erst am 22. Dezember übernommen "und die dafür marktübliche Vergütung gezahlt", erklärte Lehr. Der Anwalt richtete schwere Vorwürfe gegen die beiden Zeitungen aus Berlin und Frankfurt. Er legte ihnen eine "grobe Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflichten" zur Last. Sie hätten es "unterlassen, das Ehepaar Wulff mit dieser Falschinformation zu konfrontieren", kritisierte Lehr.

Die in einer Redaktionsgemeinschaft erscheinenden Zeitungen blieben bei ihrer Darstellung und wiesen die Vorwürfe zurück. Die Chefredakteurin von "Berliner Zeitung" und "Frankfurter Rundschau", Brigitte Fehrle, sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): "Wir haben an jeder Stelle die journalistische Sorgfaltspflicht gewahrt." Es sei ausführlich mit dem Anwalt über das Thema kommuniziert worden.

Die Audi-Zentrale in Ingolstadt wollte zu dem Vorgang nicht Stellung nehmen. Ein Sprecher erklärte, man mache "grundsätzlich zu den Einzelheiten von Kauf-, Miet- oder Leasingverträgen mit Kunden, deren Fahrzeugkonfigurationen oder Extras keine Angaben".

Zu dem geschenkten Bobby-Car und den Kleidern für Bettina Wulff, die nun die Staatsanwaltschaft beschäftigen, hatte sich Lehr schon früher geäußert: Das von einem Autohändler geschenkte Plastikauto befinde sich "in der Kinderspielecke im Schloss Bellevue". Zu dem Vorwurf, Wulff habe den Autohändler als Gegenleistung in einem Dankesschreiben auch zu seinem Sommerfest eingeladen, hatte der Anwalt erklärt, der Händler sei lediglich auf die Gästeliste für das Fest gesetzt worden. Dies sei noch keine offizielle Einladung.

Presseberichten zufolge hat Lehr bestätigt, dass Bettina Wulff von dem Luxus-Modehersteller mehrfach kostenlos Kleider zur Verfügung gestellt bekommen habe. Dies sei jedoch in der Steuererklärung berücksichtigt worden.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) legte Wulff unterdessen indirekt den Rücktritt nahe. CDU und FDP sollten das Gespräch mit dem Präsidenten suchen, dieses müsse dann "in eine solche Richtung gehen", sagte Beck am Donnerstag dem Sender Phoenix. Er hoffe, dass Wulff "aus eigenem Antrieb zu den richtigen Entscheidungen findet", fügte Beck hinzu. (APA/Reuters)

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suboptimal
 
02
Dieter Bohlen for Präsident

Präsident soll nur noch werden, wer der BILD gefällt: daher Dieter Bohlen for Präsident.
schwäbische Büttenrede

:-)

Mac McMack
01
wie heute früh

im deutschen fernsehen berichtet wurde ist bei der autogeschichte falsch ermittelt worden = stimmt also nicht.

NONE
11

Wulff wird jeden Tag peinlicher.

Und peinlich ist auch das Kaiser Merkel sich an Wulff klammert.

suboptimal
 
02
Weshalb denn? Soll er sich vielleicht von einem Erlkönig umnieten lassen?

Erwischt: Erlkönig Audi Q3 – Prototyp unter Vollschutz
http://www.auto.de/magazin/s... Vollschutz

Ich finde es ganz gut, dass auch die Deutschen jetzt serviert bekommen, welche MEDIEN bei ihren Gschichteln über Spielzeugautos, Kochbücher und Erlkönige MASSIV miteinander verbandelt sind.

Anaxagoras
42
Das ist das unterste Niveau, aber vom Standard:

Die Staatsanwaltschaft ermittelt von amtswegen, da es sich um ein Offizialdelikt handeln würde, ob überhaupt ein Anfangsverdacht gegeben ist. Ermittelt wird gegen Frau Wulff. Und das aufgrund eines anonymen Anzeigers.

Was haben wir gemacht bei Waldheim oder Grasser und xy andere. Die ganze Welt hat über uns gelacht, welch dumme Ausreden uns eingefallen sind Und wir regen uns auf, über was, was uns überhaupt nichts angeht..

Fronius von Feynbein
03
wie gehts eigentlich der "Tattoo-Betty" ??

http://199.96.156.74/~donaufal... tikel=2270

Anaxagoras
41
Sie sind wohl der Oberprolet in Form des HOfnarrren hier im Forum?

NONE
00

Und du wohl der Obertroll?

Aber Fakt ist, er bekommt viel grün, du nicht. Vielleicht liegt das daran das du schlecht bist?

Mostbluzza
00
die deutschen

haben sowieso ein problem mit dem amt (spiegel), war wohl auch bei köhler schon ähnlich:

Nach dem "Gesetz über die Ruhebezüge des Bundespräsidenten" dürfte Wulff im Falle seines Rücktritts unter den gegebenen Umständen keinen sogenannten Ehrensold erhalten, so Arnim. Da letztlich die Bundesregierung über dieses Ruhegehalt entscheiden muss, könne Wulff seine Aufgaben als Bundespräsident, etwa bei der Prüfung von Gesetzen auf ihre Verfassungsmäßigkeit, "erst recht nicht mehr unbefangen ausüben, was seinem Ansehen zusätzlich schadet".

http://www.spiegel.de/politik/d... 84,00.html

abalada
00

Scheinbar gibt es in dieser Sache ja nur einen Experten: von Arnim. Eigentlich gehört zu gutem Journalismus auch Experten mit anderer Auffassung zu Wort kommen zu lassen.

Von Arnim baut seine Gedankengänge immer auf meiner Meinung nach nicht haltbaren Annahmen auf. Noch ist Wulff zurückgetreten. Man kann ich auch kaum dazu zwingen. Merkel und/oder die CDU könnten aus Angst vor den nächsten Wahlen versuchen ihn zum Rücktritt zu bewegen. Das ist dann aber ein politischer Grund. Kein privater. Also ist auch nach von Arnim der Ehrensold zu zahlen.

Anaxagoras
01
Der Ehrenosld ist ein Gesetz und nicht im Ermessen der Bundesregierung.

Bei Ihnen reichts nur das Geschmiere von Spiegel Online abzuschreiben.

system1
00
der Händler sei lediglich auf die Gästeliste für das Fest gesetzt worden. Dies sei noch keine offizielle Einladung.

soso. war mir in der form allerdings nicht bekannt....

Anaxagoras
00
Dass Ihnen der Durchblick abgeht und somit einiges für Sie.....

...unklar ist, ist keine Neuigkeit.

DPfand
00
Nun ja,

jetzt hat es auch ROT/Grün erwischt, In Gestalt des Ministerpräsidenten Beck und des Grünen-Häuptlings Özdemir.
VG

Yes I can!
31
diskussion leider zu sehr parteipolitisch

HINWEIS GLEICH VORWEG!
Nein, dass was Wulff gemacht haben soll, ist nicht korrekt und seine Vorgehensweise/Argumentation ist nicht vorbildlich.

Was mich aber besonders ärgert, ist wenn Leute von Rot und Grün groß den Abschuss von Wulff fordern und gleichzeitig "ihren" letzten bundespräsidenten johannes rau aussen vor lassen. die affären rund um rau wurden nie aufgeflärt, u.a. verbilligte und geschenkte flugreisen - von denen hat auch gerhard schröder profitiert, auch nie wirklich geklärt - und vor allem diverse fragen rund um die WestLB (Landesbank, die nordrheinwestfälische Hypo sozusagen).

Rau hat sich ein Fest (150.000 Euro) schenken lassen. Kritik ist korrekt, die rotgrüne Gesellschaft ist aber massiv vorbelastet und einseitig blind!

LT81
00

können sie sich erinnern was wulff genau über diesen präsidenten damals gesagt hat? wie scheinheilig darfs denn noch sein?

Comedian
00
Glauben sie wirklich, was sie da schreiben?

Anpatzen tut der politische Gegner. Müssten ja alle irre sein, die sich die eigenen Leute selbst rausschießen.

Mr.Matze
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wird zeit das es wieder zu Fuß nach Russland geht, für die Deitschen,wir bleiben diesmal daheim.
lauter Weicheier mit einem Weicheierpräsi. an der Spitze.
der Strauß hätte sich gegringelt vor Lachen.

rumgurker
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Relativitätstheorie

bei uns gibt es Untersuchungsausschüsse über Millionen-Schmiergelder in großem Stil und unsere Nachbarn beschäftigt ein Audi Q 3. Jetzt nicht für ungut, aber ist es so unüblich für größere Konzerne den Aufsichtsratsmitgliedern etwas zu hofieren und ihnen beispielsweise für "Testzwecke" Vorabmodelle zukommen zu lassen - glaube nicht dass er das einzige Aufsichtsratsmitglied war, dem solche Vorteile zukamen.

Bin zwar nicht gerade ein Freund von Herrn Wulff und dessem katastrophalen Krisenmanagement, aber man sollte doch die Kirche im Dorf lassen.

Andreas W
00
Das Problem ist, dass dieses AR-Mitglied auch politischer Amtstraeger war!

Genau deswegen gibt's sehr strenge Korruptionsgesetze.

KEINE GESCHENKE! Hat ja auch Siemens kapiert und man sollte meinen, dass sich sowas auch zu Wulffs durchspricht, zumal der mal Anwalt war.

captivity of negativity
01

Wullfs sind einfach sympatische Schnorrer, oder warens pathologische?

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
grabt Reagan aus

der hat einen Lippizaner als Geschenk angenommen. Und Klestil sogar ein Kamel.

Zuckerlilly Zuckerlilly
72
Haben die Deutschen wirklich keine anderen Probleme?

Raptor Jesus
01
Traurig, das ihr Österreicher in Sachen Korruption schon resigniert und es als normal empfindet!

Möget ihr den Willen und den Weg wiederfinden.

Zuckerlilly Zuckerlilly
10
Wenn man lange genug gräbt wird man bei jedem Politiker fündig, ganz gleich welcher Partei.

Der vielleicht einzig integere Politiker in D war Hans-Jochen Vogel, der Langweiler der Nation.

Aber angesichts der Probleme in der EU bzw. weltweit und jenen vor denen auch D steht und einer Kanzlerin die immer nur von "alternativlos" quasselt, sollte man sich doch mehr darauf konzentrieren als darauf, ob einer ein Auto schon fahren durfte bevor es offiziell verkaufsfähig war. Ein mediales Kasperltheater, mehr nicht.

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