Initial Public Offering

Facebook wagt den Sprung an die Börse

2. Februar 2012, 10:17
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    grafik: apa

Der US-Konzern will mit dem Börsengang fünf Milliarden Dollar einnehmen - Gleichzeitig wächst die Angst vor einer neuen Internetblase

Es war keine Überraschung mehr, was Mark Zuckerberg am Mittwoch verkündete - und hat dennoch für Furore gesorgt: Das soziale Netzwerk Facebook geht an die Börse. Fünf Milliarden Dollar (3,8 Mrd. Euro) will der Konzern damit einnehmen, nach Analystenerwartungen dürfte er an der Börse mit bis zu 100 Mrd. Dollar bewertet werden. Die riesige Summe nährt bei einigen die Sorge vor einer neuen Internetblase. Doch für andere ist sie die Wette auf ein neues Internet - in dem "Freunde" und ihre Empfehlungen Dreh- und Angelpunkt für alles sind.

Manche Beobachter halten den immensen Wert, den Facebook mit dem Börsengang erreichen könnte, sogar für eine Untertreibung. Und doch wirkt es, als sei eine neue Dotcom-Blase am Entstehen. Die erste Blase dieser Art platzte kurz nach der Jahrtausendwende, hunderte Milliarden Euro wurden vernichtet - und die Wirtschaft geriet weltweit in eine Flaute.

Tatsächlich deuten viele der Milliardensummen, mit denen die Hightech-Industrie derzeit wieder jongliert, auf eine solche Blase hin. Erst im Dezember ging der Spieleanbieter Zynga an die Börse - und nahm damit rund eine Milliarde Euro ein. Er entwickelte unter anderem das bei Facebook höchst erfolgreiche Bauernhof-Spiel "Farmville".

Zuvor hatte der Internet-Gutscheindienst Groupon Aktien ausgegeben und 700 Millionen Dollar von Anlegern kassiert. Das Karriere-Netzwerk LinkedIn nahm bei seinem Börsengang einige Monate zuvor vergleichsweise wenig ein: 353 Millionen Dollar. Dafür sind seine Aktien mittlerweile um 60 Prozent im Wert gestiegen. Und auch bei Firmenübernahmen fließen derzeit Milliardenbeträge von einem Unternehmen zum nächsten.

Hoffen auf saftige Renditen

Bei Facebook waren Investoren bisher bereit, so gut wie jeden verlangten Preis zu zahlen. Immer wieder kauften sie kleine Teile des Unternehmens, und jedes Mal wurde der Gesamtwert des sozialen Netzwerks damit noch höher als zuvor eingeschätzt. Diese Investoren versprechen sich von einem Börsengang nun eine saftige Rendite. Auch der Softwareriese Microsoft kaufte sich bereits bei Facebook ein - der Konzern erwarb 2007 einen Anteil von 1,6 Prozent.

Damals hatte Facebook noch rund 50 Millionen Mitglieder - mittlerweile sind es rund 845 Millionen. Diese Marktmacht ist es, die zum Börsengang vermutlich für eine rege Nachfrage nach den Facebook-Aktien sorgen wird. Die Investoren setzen darauf, dass sich Facebook immer mehr zu einem Portal zum Internet entwickelt: Die Internetnutzer surfen dann bei Facebook los und gelangen von dort zu anderen Internetangeboten.

Die Internetnutzung beruht in der Facebook-Welt dann nicht mehr auf Suchmaschinen, die bisher unbekannte Internetseiten zutage fördern. Es sind die Internetfreunde, die mit dem blauen "Gefällt mir"-Knopf ihre Facebook-Kontakte mit einem steten Strom neuer Informationen und Links versorgen. Das funktioniert heute schon mit Internetmedien - viele Besucher landen über Facebook auf den Nachrichtenportalen. Künftig soll das auch mit Filmen, Musik und vielem mehr so funktionieren. Und in diesen Strom soll sich dann Werbung mischen - denn Facebook will natürlich auch Geld verdienen.

Scheitern könnte diese Vision noch an den Nutzern - denn diese müssen sich vor Facebook weitgehend ausziehen: Das Netzwerk sammelt alle erdenklichen Daten über seine Mitglieder. Die Datenschutz-Einstellungen sind grundsätzlich locker, und gerne ändert das Netzwerk sie auch wieder. Zwar ist Facebook deshalb regelmäßig in der Kritik von Datenschützern, doch bisher lassen die Nutzer das weitgehend mit sich machen. Ein Nutzerstreik deutet sich bisher noch nicht an. (APA)

Im Detail:

Der Antrag von Facebook bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 107
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Settembrini
02
Ich erkläre feierlich: Ich gehöre nicht zu den achthundertundeinpaar Millionen Deppen, die sich ihrer Privatsphähre entäußern.

Und ich bin sozial voll integriert, kenne auch fast nur Leute mit Computern. Und der bizarre Milliardenfratz au dem Heuschreckenland, der kann mich mal..........

plebs et principes
00

facebook muß viel geld in entwicklung stecken, denn der markt mit der werbung ist bald absehbar. die zielvorgabe von 2 mrd nutzer halte ich für sehr ambitioniert, aber irgendwie muß facebook ja wachstum kreieren. eher wird wachstum durch irgendwelche apps oder zukäufe erzielt werden können. aber welche?

Wolfgang Mizelli
00
Facebook

Ich kriege die super auf mich zugeschnittene Werbung. Jedes Angebot interessiert mich genau nullkommajosef.
FacebookmitarbeiterInnen sollten die Algorithmen auf Vordermann bringen. Das gleiche gilt übrigens auch für Amazon. I am ROFL all the time, wenn ich deren Vorschläge lese. Das die Firma ebenso wie Google alle meine Daten hat, wird ihre Server bald abstürzen lassen.
Wir könnten auch über eine elektromagnetische Welle nachdenken. Löscht alle Daten.

rudolf schladming
 
01

kann mir finanzwirtschaftlich wenig gebildetem menschen jemand erklären warum ich als unternehmen, das bereits 1 mrd. $ jahresgewinn schreibt kapitalgeber an bord holen muss? ich meine welche investitionen sind geplant die man mit dem vorjahresgewinn von 1 mrd. $ nicht realisieren könnte? inwieweit profitiert fb von dem börsengang?

Clemens Plainer
 
00
21.3.2012, 23:24

Leider ist großes Unwissen zum Thema Finanzen in der Bevölkerung verbreitet.

Gewinne abzuwerfen, heißt nicht auch CashFlow zu generieren. Das liegt einfach daran, dass wenn FB eine andere Gesellschaft erwirbt (übernimmt) die zwar ordentlich Cash kostet, aber nichts am Ergebnis (Gewinn) ändert.

Und eine Mrd ist zwar eine große Zahl, aber im Endeffekt sinds auch nur Tausend Millionen =)

derunbestechliche
01

"Doch die Zahl von 500 Investoren, die bei Facebook einsteigen wollen, zwingt sie dazu. Für Unternehmen mit über 500 Investoren sei der Börsengang obligatorisch."

Schweizer Fernsehen
Facebook will an Boerse
http://goo.gl/9yUTH

Clemens Plainer
 
01
21.3.2012, 23:22

Das ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt für Gesellschaften mit 500+ Investoren zwei Möglichkeiten:

1. IPO (wird ja jetzt gemacht).
2. Verpflichtungen nachkommen, die einer börsennotierten Gesellschaft gleichen. Das größte Übel ist idF dann die Offenlegung der Finanz- und Ertragslage.

Ob "abgecashed" wird, kann man immer nur im Nachinein beurteilen. Fakt ist, dass Goldman Sachs bei einer Valuation von 50 Mrd. Dollar investiert hat. Und daher will Goldman Sachs auch den IPO zu 100 Mrd. Dollar (für GS dann ein Gewinn von 100% - nicht schlecht).

derunbestechliche
00
22.3.2012, 00:19

Danke für den kurzen Einblick.

Facialbook
02
Abcashen.

"fb" ist die Summe aller bisherigen Investoren und die vergolden ihr Startkapital jetzt. Z. B. 25% Anteile an einem Unternehmen wie fb sind derzeit noch völlig abstrakt bewertet – erst wenn reale Dollars bezahlt werden, werden Anteilseigner wie Zuckerberg reale Milliardäre.

GE
62

Zuckerberg ein ähnlicher Wedergang wie beim Adolf, da wurden die Zujubler auch immer mehr. Egal was er machte!

rudolf schladming
 
21

der kommentar ist nicht nur erschütternd dumm sondern auch politisch jenseitig.

V995
01
ist auch ein faschschitisches medium

die staasi könnte von sowas nur träume was hier realität ist

aceFruchtsaft
01

Endet heutzutage eigentlich jede Diskussion mit einem bescheuerten Nazi-Vergleich?

Ich frag nur so, aus aktuellem Anlass.

derunbestechliche
02

1 Risikfaktor: Apps
Apps bringen kein Geld.

"So macht Facebook zum Beispiel mit seinen beliebten mobilen Produkten (Apps, mobile Webseite) kein Geld, da dort keine Anzeigen verkauft werden. Wird dieser Bereich noch wichtiger, als er ohnehin schon ist, könnte das zu Problemen führen.

Im Dezember 2011 nutzten monatlich 425 Millionen Mitglieder Facebook über mobile Geräte wie Smartphones, Tablets oder Handys. Gefährlich wird es, wenn diese Nutzer beginnen, Facebook nur noch mobil zu nutzen, heißt es in den Börsen-Unterlagen."

diePresse
Wovor-Facebook-Angst-hat?
http://goo.gl/wtku1

cygnusxone
00

Beteutet das, man kann sich in teilen wieder zurück kaufen?

Entfesselter Prometheus
00
Wann beginnt die Zeichnungsfrist?

ralika
00

Mal die psychologische Seite, denn hier gehts ja auch ganz viel um Spekulation. Interessiert ja keinen was das Ding langfristig abwirft, aber warum nicht ein paar Gewinne mitnehmen?

Auch da darf man die Nutzer-Zahlen nicht übersehen. Groß-Investoren denken anders als Klein-Anleger - und mit Facebook kann man mit einer Menge an Klein-Anlegern rechnen. Wegen der persönlichen Bindung und dem Glauben an Facebook.

Erinnert mich ein bisserl an den Telekom Börsengang in Deutschland.

qwert zuiop
00

meine daten bekommts ihr nicht, ich bleib bei amazon!

Cranked_
01
Spätestens dann,

wenn der Hype um FB abflaut, neue Communities wie Google+ etc an Zuwachs gewinnen und die Aktien in den Keller rasseln zeigt sich ob die Preise gerechtfertigt waren.
Wenn FB untineressant wird und die "greifbaren" Werte, also die Infrastruktur der Firma, den Milliarden investierten Kapitals gegenübergestellt werden, zeigt sich ein längerfristiger Wert des Unternehmens.
Und ob das Häuschen in Palo Alto und die paar Rechenzentren/Büros den Preis wert sind ...

Broz_Filip_Tito
02
welche ein große blase sich da aufpumpt!

wenn man sich das so durchrechnet... dann ist ein BENUTZERPROFIL mehr als 100 $ wert!

klein adlerauge
 
01

das sind ja nicht nur privatpersonen! auch firmen wie microsoft haben facebookseiten. viele firmen rekrutieren ihr personal über facebook. künstler kündigen ihre konzerte an. technische oder mediale neuerungen werden in windeseile verbreitet. es geht um mehr als nur private datensätze als adresshändler zu verkaufen.

Broz_Filip_Tito
00
welche ein große blase sich da aufpumpt!

am Tag danach
11
Für mich ist Facebook schlimmer als der Geheimdienst.

Kein Mensch braucht es, fast jeder hat sich mal angemeldet und ist for ever in der Datenbank.

Ich weigere mich von irgendwelchen Fremden per Telefon irgendwo, an irgendeinem Ort Fotografiert zu werden und 5 Minuten später wird man informiert, dass man auf Facebook steht. Goolge darf keine Streetviews machen, aber alle dürfen alles auf Facebook stellen. Hat das noch was mit Sozial NW zu tun?

Wusstet Ihr das nach USA Gesetzt die Daten jederzeit zur einsicht zur verfügung gestellt und verwertet werden dürfen?
USA_PATRIOT_Act

pussycat.1337
01

jeder menschi ist gescheit, a paar wenige die im vorhinein gscheit san, aber alle sind zumindest im nachhinein gscheiter. du gehört wohl zu zweiteren.
wer sich verstecken will, der ist noch nicht im digitalen zeitalter angekommen und dem steht es frei, nicht an facebook teil zu nehmen. wer sich blind anmeldet und mit seiner provatspäre spielt und dann schreit, das habe ich nicht gewollt, der kann sich nur selber in die verantowrtung nehmen aber nicht facebook. typisch systemraunzer!

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