Polizei widerspricht Straches Aussage über Staatsschutz

1. Februar 2012, 18:58
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    foto: der standard

FPÖ-Chef fühlt sich "bespitzelt" und "falsch zitiert" - Verwirrung um Beamte am WKR-Ball

Wien - FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache spricht von einer "parteipolitisch motivierten Schlammschlacht" gegen ihn. Seine Aussagen zu den "neuen Juden" und sein Vergleich mit der "Reichskristallnacht", dem Novemberpogrom von 1938, beim Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) seien völlig falsch berichtet worden. Strache bestreitet die Aussagen nicht, behauptet aber, sie seien in einem Vieraugengespräch mit Klaus Nittmann, Chef des freiheitlichen Bildungsinstituts, gefallen. DER STANDARD und andere Medien hätten sie bewusst aus dem Zusammenhang gerissen. DER STANDARD weist dies nachdrücklich zurück.

Strache hat am Dienstagabend in der "ZiB 2" erklärt, die Vergleiche mit dem Nationalsozialismus hätten die Ball-Gegner getroffen: Diese hätten die Gäste attackiert und etwa "Erschießt die Nazi-Schlampen!" gerufen. Das Pogrom von 1938 sei einzigartig, und "Wir sind die neuen Juden" sei ein Zitat des verstorbenen Ex-FPÖ-Chefs Jörg Haider, das bei dem Ball zur Sprache gekommen sei.

DER STANDARD hält dazu fest, dass STANDARD-Redakteur Tobias Müller kein Gespräch zwischen Strache und Nittmann belauscht hat, sondern mit seiner Begleiterin daran teilgenommen hat. Müller und seine Begleiterin hatten Strache am Gang vor seiner Loge angesprochen und um ein Autogramm gebeten (siehe Abbildung), woraus sich ein Gespräch entwickelte. Weil Strache keine Autogrammkarten dabeihatte, schrieb er auf eine Visitenkarte. Kurz darauf stieß Nittmann zur Gruppe, zeitweise standen noch zwei weitere Gäste, ein älteres Ehepaar, bei der Gruppe dabei.

Bei dem Gespräch zwischen Strache und dem STANDARD-Redakteur Tobias Müller während des Balles in der Hofburg ist nie der Name Haider gefallen. Auch war zu keiner Zeit von einem Haider-Zitat die Rede. Dies kann auch Müllers Begleiterin bestätigten, die von Anfang an diesem Gespräch teilgenommen hat.

Strache hat von sich aus, ohne von Müller darauf angesprochen worden zu sein, von Angriffen auf Burschenschaftsbuden gesprochen und diese mit der "Reichskristallnacht" verglichen sowie den Satz "Wir sind die neuen Juden" formuliert. Müller kann und würde dies auch vor Gericht unter Eid bezeugen.

Dass die FPÖ gegenüber dem Nationalsozialismus eine klare Distanzierung vermissen lasse, weist Strache zurück. Seine Partei habe mit Antisemitismus und Nationalsozialismus nichts zu tun.

Verwirrung herrschte am Mittwoch über die Aussage Straches in der "ZiB2", das Gespräch mit Müller habe stattgefunden, "wo ja Verfassungsschutzbeamte bei mir gestanden sind und mich begleitet haben". Diese Behauptung Straches konnte die Wiener Polizei auf STANDARD-Nachfrage "nicht bestätigen". Weder Beamte des Bundesamtes noch des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT und LVT) hätten Strache auf dem Ball begleitet. Für Nichtregierungsmitglieder sei das auch nicht üblich. Es gab nur die "ganz normale Überwachung des Balles durch das LVT".

Nach STANDARD-Informationen gibt es unter Straches Leibwächtern karenzierte Polizisten. Diese standen aber beim Gespräch nicht unmittelbar dabei. (cms, DER STANDARD, Printausgabe, 2.2.2012)

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erst das maul aufreißen und dann jammern, wenn es wer ernst ninnt -

das war doch schon beim haider so. und der hat es von "großen" vorbildern gelernt.

nix neues.

nur der alte, alte müll.

nimmt echt irgendwer so was ernst?

also irgendwie..

hat strache es geschafft ein gesamtes interview mit 3 floskeln und ansonsten nur lügen vollzustopfen.

ein armseliger politiker... dass so eine pflauem gewählt wird ist wirklich kein qualitätsurteil über all jene, die auf diesen typen reinfallen.

Was ich mich frage

Strache ist nach meinem Wissen kein Mitglied einer Burschenschaft. HC hat kein Studium absolviert und kann daher auch kein "Alter Herr" sein. - Warum darf er trotzdem den "Deckel" tragen?

Burschenschaften sind national und "deutsch". Sie waren aber unter den Nazis komplett verboten. Warum lassen sie sich heute durch HC ihr ohnehin schon schlechtes Image noch mehr zerstören und sich gänzlich in die Nähe von (Neo)Nazis rücken? Begreifen sie es nicht oder ist das politisches Kalkül um, wenn auch mit der Brechstange, gesellschaftlich noch irgendwie wahrgenommen zu werden?

Strache ist Alter Herr der pennalen Burschenschaft Vandalia. Eine pennale Verbindung ist eine Schülerverbindung, im Normalfall wird man dort nach Schulabschluss oder ergreifen eines Berufs "Alter Herr". Der "Deckel" ist ein Prunktönnchen, das nur bei besonders festlichen Anlässen getragen wird wie z.B. Bällen oder akademische Feiern, das Tragen ist nicht nur Alten Herren vorbehalten.
Dass Burschenschafter sich zu einer deutschen Volks- und Kulturnation bekennen hat einen historischen Ursprung (siehe Urburschenschaft 1815 und Revolution 1848). Allerdings steht das in keinem Konflikt dazu sich als österreichischer Burschenschafter zum Österreichischen Staat zu bekennen. Burschenschaften sind grunddemokratisch und niemals totalitär ausgericht

burschenschaften sind antimodern und paternalistisch.

ein verein, der frauen nur wegen ihres geschlechts ausschließt, kann sich im 21. jahrhundert nicht "grunddemokratisch" nennen, ohne lächerlichkeit zu riskieren.

wenn sie mit "modern" die Umtriebe bezeichnen, die zur Gewalteskalation führen, zur Verrohung der Sitten, zur Missachtung von Grundrechten, dann will ich sagen, ja, Burschenschaften sind unmodern und Gott sei Dank sind sie das. Sie sind noch ein Hort, wo Werte wie Ehre, Respekt und dergleichen gelebt werden. In Burschenschaften werden Beschlüsse immer demokratisch in Abstimmungen gefällt, also weit entfernt von jeglichem "Paternalismus" (oder meinten sie patriarchalisch).
Bleibt noch die Frage: wären sie als Frau auch bereit 4 Pflichtmenusren zu fechten? Aus dem gleichen Grunde könnte ich behaupten, dass jeglicher Frauenverein ob der Nichtaufnahme von Männern undemokratisch wäre-ausserdem, was hat das mit Demokratie zu tun?

ad Hr. Puhr

was wurde eigentlich aus: "don't feed the troll" ?
der will doch nur eure Aufmerksamkeit, der ärmliche...

Geh laß ihm doch den Spaß, umso mehr sich die FP Kampfposter aufpudeln, umso eher weißt doch wie stark sie sowas trifft.

Genieß es...

Ich hätt ja gern so einen Hans-Puhr-Schlüsselanhänger. :)

;)

ja vielleicht einen Puhrli-Bär....

Mini-Phaeton gibts gratis dazu :)

Es ist Zeit,...

H.C. Strache dauerhaft Paroli zu bieten und nicht nach ein paar Tagen Erregung wieder "einzuschlafen", also heißt es nicht nur auf die untragbaren Äußerungen hinzuweisen, sondern auch darauf, dass er KEINE konstruktiven Lösungen für Euro, EU, Arbeitsmarkt, Sozialsysteme, PEnsionen, Sparmaßnahmen, Umwelt,...) hat und nur deshalb bei so viel Zustimmung liegt, weil die anderen PArteien es verabsäumen das inhaltliche Vakuum der FPÖ aufzuzeigen... Denn darum geht es im nächsten Schritt... 1) Er ist auf Grund der Gesinnung NICHT in Regierungen tragbar
2) Er gefährdet das Ansehen Österreichs
3) Er hat keine konstruktiven Argumente zum Thema Euro, Eu etc (außer "Raus aus allem", was Irrsinn ist)
4) kein Konzept für Budget, SOziales und Pensionen

sie haben in allen punkten recht. es ist nur so, dass strache seinen haider in- und auswendig gelernt hat. und das weckt ganz unangenehme erinnerungen. nicht an haider, sondern an die schwächlinge, die sich seiner bedienten, um ihre (ohn)macht weiter zu erhalten. und die sind heute bestenfalls andere, aber mindestens genauso anfällig, was dieses thema angeht.

aber wie gesagt: alles richtig, tun wir was, das über ein paar tage erregung hinausgeht. ich bin dabei.

Ich auch!

Sie haben recht, aber wie zeigt man ein inhaltliches Vakuum bei anderen auf, wenn das eigene genausogroß ist?

Die Performance von SPÖ, ÖVP & co.

mag schlecht sein - aber die Strache-FPÖ schießt an Dummheit und planlosigkeit in Österreichs Parteilandschaft DEUTLICH den Vogel ab.

Ich gebe Ihnen Recht, es ist bei den anderen Parteien sehr erbärmlich... Es hilft nur eines: Der Bürger beginnt sich zu engagieren in der Politik, bleibt auch bei ideologisch näherstähenden Parteien am Ball und fordert konstruktive Lösungen ein... "Wir" (= FPÖ-Gegner) müssen daran arbeiten, das Argument "Aber die ondan tan jo a nix gscheitas" zu entkräften... Indem wir uns bei "den ondan" engagieren... Und wie oben die eklatanten Schwächen der FPÖ aufzeigen... Und nicht vom Geschrei einschüchtern lassen..

Copyright: Aussendung des roten und grünen Zentralsekretariats.

reaktionäre können offenbar nicht mal streiten, ohne langweilig zu sein.

hmm.

also dass nach den letzten wochen in denen strache seine gegner UND seine wähler konstant belogen hat sie noch immer wie ein blinder, tauber nachläufer hinter ihm stehen, das ist jetzt wirklich schon ganz schön peinlich.

sorry, aber wer jetzt noch auf ihn reinfällt hat echt nix mehr in der birne.

Zum Thema Lüge,

das Monopol auf Lüge hat Strache nicht.Er befindet sich in Gesellschaft von Faymann. Da wird der ESM beschlossen, also die Vergemeinschaftung der Schulden der EU Länder und Verpflichtungen der Österreicher in Milliardenhöhe. Wie sagte doch der Oberkasperl in der Krone, "die österr. Bevölkerung wird über Volksabstimmungen eingebunden". Also das Lügenmonopol hat Strache nicht, er ist nur ganz genauso verlogen wie alle anderen Politkomiker. ABER er kommt gelegen, weil wenn sein Rülpser entsprechend hochgespielt wird, die wirklich wichtigen Themen aus dem Bewußtsein der Wähler verschwinden. DAHER DIE SPRACHREGELUNG UND DIE gesteuerte INTENSITÄT der Diskussion.

das ist so erbärmlich das nicht einmal rot gegeben habe

über den schmäh können's aber nicht einmal selbst lachen, oder?

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